Medizinische Reha bei EM-Rentenbezug ?

von
Hans

Hallo,
ich habe nur eine kurze Frage. Kann man bei einer befristeten EM-Rente eine med. Reha bei der RV beantragen ? Oder schließt eine EMR-Bezug dies aus. Besteht die Gefahr, dass eine Reha-Maßnahme zu einer aneren Beruteilung führen kann und dann ggf. die Renten entzogen wird ? Sollte man das besser bei einer EM-Rente sein lassen?
Im voraus vielen Dank !

von
Ines

Natürlich steht auch ihnen als EM-Rentner eine med. Reha zu.

Kostenträger ist dann allerdings ihre Krankenkasse und nicht mehr die Rentenversicherung, da Sie ja bereits erwerbsgemindert sind.

Schicken Sie den Rehanantrag darum gleich direkt zu ihrer Krankenkasse
und nicht zur RV ( die würde ihn aber dann auch zur KK weiterleiten ) .

In der Reha wird natürlich auch eine sozial-medizinische Prognose hinsichtlich ihrer Erwerbsfähigkeit erstellt.

Und natürlich hätte eine entsprechende für Sie negative Einstufung ( also das man Sie dort z.b. wieder für voll erwebsfähig hält ! ) , dann eventuell auch entsprechende Auswirkungen auf ihren nächsten EM-Verlängerungsantrag.

Ist die KK der Kostenträger , bekommt die RV aber nicht automatisch den Rehabericht nach Rehaende zugesandt.

In der Rehaklnik muss man zu Beginn gleich ein entsprechendes Formular ausfüllen , wer den Rehabericht automatisch bekommen soll ( Hausarzt, Facharzt und so weiter )

Dort sollten Sie in jedem Falle bei Rentenversciherung ein NEIN ankreuzen.

Der Kostenträger ( in dem Fall ihre Krankenkasse ) bekommt den Rehabericht aber in jedem Fall !

Beim nächsten Verlängerungsantrag der EM-Rente, müssen Sie aber im Antrag angeben, ob in den letzten 2 Jahren eine Rehamassnahme durchgeführt wurde.

Dort sind Sie dann aber im Rahmen ihrer sog. "Mitwirkungspflichten" verpflichtet, diese Rehamasse auch auf jeden Fall anzugeben.

Verschweigen Sie die Rehamassnahme und die RV erfährt dies - auf welchem Wege auch immer - , bekommen Sie Probleme.

Und spätestens dann , wenn Sie die Rehamassanhme auf dem EM-Antrag angeben, wird sich die RV von der KK den Rehabericht besorgen - sie müssen ja der RV die Erlaubnis zur Einholung von ärztlichen Berichten etc. erteilen ! - und damit in jedem Falle von dem Rehaergebnis erfahren.

Der Bericht wird dann natürlich auch in die Entscheidungsfindung hinsichlich einer Verlängerung ihrer EM-Rente mit einfliessen.

Insofern ist sicher eine Rehamassnahme - deren Ergebnis man ja nie vorher wissen kann - während dem Bezuges einer EM-Rente zumindest sehr gut zu überlegen.

Würde natürlich die Reha zu dem Ergebnis kommen, das Sie weiterhin voll erwerbsgemindert sind, würde dies ihren nächsten Verlänergungsantrag natürlich ungemein unterstützen.

Aber wie gesagt , weiss man vorher nicht was die Reha ergeben wird.

Ob eine Reha ihnen gesundheitlich überhaupt etwas bringen würde, steht noch mal auf einem ganz anderen Blatt....

Aso gut überlegen.

von
...

Wenn durch die Reha die Möglichkeit besteht, die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, ist sehr wohl die Rentenversicherung zuständig.

Und deshalb wird die Krankenkasse den Antrag zur dieser Prüfung auch erstmal an die RV weiterleiten!!!

Experten-Antwort

Hallo Hans,

der Bezug einer befristeten Erwerbsminderungsrente schließt eine Leistung zur medizinischen Rehabilitation nicht grundsätzlich aus. Wenn durch eine medizinische Rehabilitationsleistung die Erwerbsfähigkeit wesentlich gebessert oder wiederhergestellt werden kann, ist diese durch den zuständigen Rentenversicherungsträger zu erbringen. Ein Antrag bei der Krankenkasse würde insofern zur Prüfung an den zuständigen Rentenversicherungsträger weitergeleitet.

Es gilt zu jeder Zeit des Verfahrens (Rentebezug) der Grundsatz nach § 9 SGB VI "Rehabilitation vor Rente". Folglich sind Veränderungen in der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit, die sich durch eine Teilnahme an einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation ergeben, auch durch den Rentenversicherungsträger zu berücksichtigen. Dies kann dazu führen, dass eine befristete Erwerbsminderungsrente nicht verlängert wird bzw. entzogen wird.

Die wirtschaftliche Absicherung (Erwerbsminderungsrente) ist sicherlich für Sie von zentraler Bedeutung, doch sollte dies im Ergebnis nicht dazu führen, nicht alles erdenklich Mögliche zur Erhaltung bzw. Wiedererlangung der eigenen Gesundheit und ggf. der Erwerbsfähigkeit zu tun. Die Gesundheit sollte doch immer an erster Stelle stehen. Der Rest wird sich finden.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein schönes Wochenende.
Ihr Experte

von
Jack

Hallo Hans,

ich würde eine stationäre Reha nicht überbewerten.
In der Praxis ist es doch so, dass in vielen Fällen eine wesentliche Besserung des Gesundheitszustandes nicht erreicht werden kann.
Bei einer befristeten EM-Rente würde ich keinesfalls einen Reha-Antrag stellen (weder bei der Krankenkasse, noch bei der DRV), wenn Sie nicht das Risiko eingehen wollen, ein neues und belastendes Prozedere dadurch auszulösen.
Selbstverständlich können Sie aller Akut-Behandlungen (über die Krankenkasse) in Anspruch nehmen, um Ihren Gesundheitszustand zu stabilisieren.
Wenn Sie allerdings der Meinung sind, eine stationäre Reha sei für Sie das NonPlusUltra, dann gehen Sie am besten kein Risiko ein und finanzieren Sie sich eine Reha selber. Das kommt im Endeffekt immer noch billiger als ein Rentenentzug und Sie können danach immer noch in Ruhe schauen, ob es überhaupt etwas gebracht hat.

von
Badearzt

oder das ganze als
" Badekur " laufen lassen.

ALLE Anwendungen werden vor Ort in der Rehaklinik
von einem Badearzt einzeln per Rezept verschrieben auf Kosten der Krankenkasse.

Unterkunft/Verpflegung muss man zwar erstmal selber zahlen, bekommt aber dazu feste Zuschüsse von seiner Krankenkasse ( einfach mal dort erkundigen oder etwas googeln ) .

Sie haben dann quasi alle Anwendungen komplett wie in einer normalen Reha - und auch wie Leute die dort von der DRV zur Reha sind !.

Der Badearzt arbeitet mit der Rehaklinik vor Ort sehr eng zusammen ( ist quasi abhängig von denen .. ) und verschreibt darum auch alles was man haben möchte und was medizinisch noch irgendwie sinnvoll, vertretbar und mit der Kasse abzurechnen ist.... )

Wenn man also z.b. in einer kleinen und günstigen Pension in Rehaklnik nähe übernachtet und nicht in einem 4Sterne Luxushotel, kommt so unheimlich günstig zu einer Reha - ohne Konsequenzen durch die RV fürchten zu müssen.

Das nur als Tipp von mir dazu.

von
Badearzt

Die Badekur, auch Offene Badekur oder Vorsorgekur genannt, ist eine sehr effektive und sinnvolle Form der Gesundheitsvorsorge.

Ihre Krankenkasse unterstützt Sie dabei i.d.R. durch Übernahme von mind. 85% der Therapiekosten und durch einen Zuschuß zu den Übernachtungskosten (i.d.R. EUR 9 - 13 pro Person und Tag).

Eine Badekur kann alle drei Jahre durchgeführt werden; der Termin ist frei wählbar:

Eine Badekur führen Sie mit einem Badearzt durch. Dies ist ein "Facharzt für Kuren", der aufgrund einer langen Zusatzausbildung und der speziellen Therapiekenntnisse anhand der Unterlagen Ihres Hausarztes die für Sie besten Behandlungsmethoden festlegt.

Dabei kann er -ohne Beschränkung durch Budgets- alleine nach seiner Sachkenntnis und Ihren Bedürfnissen entscheiden.

Ihr Weg zur Badekur
Um eine Badekur durchführen zu können, reichen Sie gemeinsam mit Ihrem Hausarzt einen Antrag bei Ihrer Krankenkasse ein. Vordrucke dafür erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse. Ihr Hausarzt muß dabei die medizinische Notwendigkeit begründen (Diagnosen und Befunde sowie durch Schilderung, welche Funktionsstörungen vorliegen und welches Therapieziel erreicht werden soll.)

Die Krankenkasse überreicht Ihnen daraufhin einen Badearztschein (Überweisungsschein) und einen Kurmittelscheck. Diesen Schein füllt Ihr Hausarzt vor Kurbeginn aus und bescheinigt so Ihre Kurfähigkeit.

Lassen Sie uns den Badearztschein bei Ihrer Anmeldung zukommen. Bringen Sie zu Ihrer Aufnahme bitte die Berichte Ihres Arztes, inkl. Befunden, mit. Ihren persönlichen Behandlungsplan erstellt unser Badearzt dann vor Ort für Sie.