Medizinisches Gutachten

von
UFO

Grundlage für den Eintritt einer Erwerbsminderung ist nach den hiesigen Beiträgen ein medizinisches Gutachten des Rentenversicherungsträgers(Rehaentlassungsbegutachtung oder sonstiges Gutachtergutachten). Ist daher richtig, dass ein derartiges Gutachten eine konkrete Aussage/Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsminderung beeinhalten muß? Was ist, wenn im Gutachten versäumt wurde, den Eintritt der Erwerbsminderung festzustellen?
Danke für jede weiterführende Antwort im voraus.
Gruß UFO

von
KSC

wenn das wirklich vorkommen sollte, dann fragt die Sachbearbeitung beim Arzt nach!

Und dann antwortet der Arzt. (Es gibt selbst bei der Rentenversicherung Telefone und andere Kommunikationsmittel).

Ist doch eigentlich logisch? Da sehe ich nun wirklich gar kein Problem.

von
UFO

Unter dem Gesichtspunkt das es Telefone etc gibt sehe ich da auch kein Problem, sofern diese dann auch benutzt werden. Man kann es sich jedoch offenkundig noch einfacher machen, indem einfach hilfsweise und ohne substantiierte Grundlage der Zeitpunkt des Beginns der AU als maßgebend festgesetzt wird, auch wenn zu diesem Zeitpunkt lediglich nur AU vorgelegen hat. AU ist ja bekanntlich nicht gleich EU. Das ist dann schon ein Problem bei dem sich die Frage stellt und jetzt? Und dazu wäre eine Antwort sehr hilfreich. Es heißt doch immer der Antragsteller ist nachweispflichtig für die EU. Wer hat denn in einem Fall wie oben den Beweis zu führen, dass eben noch keine EU vorgelegen hat, sondern nur AU. Es soll ja auch Fälle geben die nicht EU sind aber dazu gemacht werden. Müssen die jetzt den Beweis dafür antreten, dass sie nicht EU sind oder ist hier der Gutachter beweispflichtig für die(ungerechtfertigte) Feststellung der EU?

von
KSC

ja und was wollen Sie jetzt im Forum hören?

Zu Fehlern, die hin und wieder sicherlich vorkommen können, kann das Forum kein Patentrezept liefern - kein Forumsteilnehmer kann anonym wissen, ob und wann welcher Leistungsfall eingetreten ist.
Klar, der Beginn der Arbeitsunfähigkeit muss nicht zwangsläufig auch der Beginn der Erwerbsminderung sein - es gibt aber auch sehr viele Fälle, wo das eindeutig so ist!

Und im Falle der Uneinigkeit gibts die Möglichkeit ein Widerspruchs- und ein Klageverfahren anzuleiern, da hat der Rentenbewerber seine Ansicht natürlich zu begründen und wenn er dies mit ärztlichen Aussagen begründen kann, hilft das sicher weiter.

Und im Zweifel hat der Richter am SG das letzte Wort und muss entscheiden welche medizinische Aussage am zutreffensten ist.

von
???

Sie müssen jetzt beweisen, dass bei Beginn der AU noch keine EM vorlag, sondern erst später. Dies geht, wie KSC schon feststellte, nur mit Hilfe von ärztlichen Attesten.
Vielleicht hilft Ihnen ja auch, wenn bei Eintritt der AU nur eine teilweise EM vorlag und die volle EM erst später eintrat.

von
§ XYZ

Morgen,
wenn der KSC So spielt wie der KSC schreibt dann spielen die nächste Runde wieder in der 2 Liga.
Nur gut,dass wir in Deutschland leben wo fast alles durch § und Vorschriften für den mündigen Bürger geregelt wird.

Mfg § XYZ

von
UFO

D.h. die Beweislast liegt immer beim Begutachteten sowohl für das Vorliegen von EU als auch für das Nichtvorliegen einer unsubstantiierten gutachterlichen EUfeststellung? Wo bleibt da die Logik? Wenn ich behaupte ich bin XY habe ich das zu beweisen-ok. Wenn aber die andere Seite willkürlich behauptet ich sei xy- und ich bin es nicht oder noch nicht, müßte logischerweise die andere Seite auch den Beweis für ihre Behauptung antreten. Und seit wann entscheiden (nichtgutachterlich tätige )Ärzte über das Vorliegen von EU? Deren Aufgabe ist doch wohl ausschließlich die AU eines Beschäftigten oder Arbeitslosen festzustellen, welche Aussagekraft soll denn dann ein ärztliches Attest und zu dem noch ein im Nachhinein zu erstellendes haben? Irgendwie gibts wohl in dem ganzen Regelungsgestrüpp und Auslegungsgestrüpp sehr viel Widersprüchliches.
Und welcher Arzt wird schon im Nachhinein zu etwas Stellung nehmen können oder wollen, das von Beginn an gar nicht seine Aufgabe war?????
Vielleicht kann mir jemand die Logik mal erklären oder die juristische Erklärung dafür liefern. Wär sehr hilfreich. Danke

von
KSC

ja was wollen Sie eigentlich?

Wir könnten ja auch regeln, dass der Patient selbst festlegt, ob und ab wann er erwerbsgemindert ist.

Das wäre dann sicherlich vollkommen gerecht, es würde jede Menge Bürokratie einsparen
und
Sie bräuchten sich keine Gedanken machen, wer wem irgendwas beweisen muss.

Und das funktioniert dann auch prächtig, weil es in Deutschland ja nur edle Menschen gibt und keinerlei Simulanten, etc.

von
UFO

Nur weil ein bestimmter Prozentsatz wohl erfahrungsgemäß als Simulanten gelten bzw. es auch sind ist es noch lange nicht gerechtfertigt, alle entsprechend zu behandeln mit der Folge das die die wirklich besch. dransind durch den Rost fallen.
Im übrigen finde ich ihre Formulierungsweise etwas merkwürdig gegenüber Menschen die wirklich an derartigen systeminmanten Problemen zu scheitern drohen. Und was ich wollte war eine ernsthafte Antwort auf eine ernsthaft gestellte Frage.
Mit freundlichem Gruß

von
???

Vielleicht könnten Sie Ihr Problem etwas genauer schildern. Anscheinend wurde bei Ihnen eine EM mit Eintritt der AU festgestellt. Normalerweise ist es genau das, was die Leute wollen. Wo liegt genau das Problem?

von
UFO

Das Problem liegt darin, dass eben mit der AU nicht zugleich eine EU eingetreten ist. Nicht einmal eine teilweise EU. Gibt es vielleicht hier jemanden, der quasi im Schlaf übernacht von voller Leistungsfähigkeit am nächsten Tag als voll erwerbsgemindert aufgewacht ist? Ist doch wohl höchst unrealistisch wenn in der Nacht kein Herzinfarkt oder ähnliches passiert ist oder seh ich das falsch? Komme
da nicht mit, vielleicht kann mir
noch jemand weiterhelfen.

von
???

Es ist recht häufig, dass sich eine Krankheit immer weiter verschlimmert, bis dann "endlich" eine Erwerbsminderung vorliegt. Da die DRV die in Frage kommenden Personen logischerweise nicht unter Dauerbeobachtung stellen kann, um genau die Sekunde zu erwischen, in der nun die Erwerbminderung eintritt, ist sie auf schlüssige Indizien angewiesen. Solche Indizien sind z.B. Arbeitsunfähigkeit, Arbeitsaufgabe, Rentenantragstellung. Bei diesen Fällen signalisiert der Betroffene bzw. sein Arzt, dass sein Gesundheitszustand so verschlechtert hat, dass er die Arbeit nicht mehr verrichten kann. Es ist daher auch nachvollziehbar, dass der Versicherungsfall auf den Eintritt der AU gelegt wird. Nur Ihr behandelnder Arzt kann dies aufgrund seiner Unterlagen widerlegen.