Meine Wartezeiterfüllung für 45 Jahre hat sich verschlechtert

von
Bernd J

Hallo Experten,
Zunächst ein gutes neues Jahr.

Meine Wartezeiterfüllung für 45 Jahre hat sich 2014 verschlechtert.

Wartezeit in der Kurzauskunft vom 31.12.2014
Auf 35 Jahre sind anzurechnen 508 Monate
Auf 45 Jahre sind anzurechnen 498 Monate

Wartezeit in der Kurzauskunft vom 12.05.2014
Auf 35 Jahre sind anzurechnen 508 Monate
Auf 45 Jahre sind anzurechnen 504 Monate

Mein Versicherungsverlauf ist lückenlos, aber vermutlich neu bewertet?
Ich war immer berufstätig. Abgesehen von Kurzarbeit Null in der Nachwendezeit habe ich nur folgende "Arbeitsausfälle":
1993 1 Monat arbeitslos
1994 4 Monate arbeitslos
1994/1995 5 Monate arbeitslos, Berufliche Ausbildung/Fachschulausbildung (Arbeitsamt)
1996 4 Monate krank (2 Monate Sozl.)

Wo kann das Problem liegen?

mfg

von
W*lfgang

Hallo Bernd J.,

das Problem wird im Programm liegen, das die Zeiten bei den 45 Jahren nicht mehr 'richtig' zuordnen werden können. Gerade wegen der Alo-Zeiten/Besonderheiten gibt es da so viele Differenzierungen/ich will nicht sagen Geschwubbel, dass das neu zu klären/erfassen ist.

Tipp in diesem Falle: Ab in die nächste Beratungsstelle, Unterlagen über alle Alo-Zeiten mitnehmen und eine vollständige/neue Rentenauskunft anfordern.

Gruß
w.
...Kurzauskünfte sind relativ wertlos/reine Papierverschwendung!

von
Rentenzombie

Du kriegst nix mehr, weil deine Wartezeit Scheisse is.

von
Sozialröchler?

Zitiert von: Bernd J

Meine Wartezeiterfüllung für 45 Jahre hat sich 2014 verschlechtert.

Nach § 244 Abs. 3 SGB VI i. d. F. bis 30.06.2014 war die Anrechnung von Pflichtbeitragszeiten aufgrund des Bezugs von Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II bei der Ermittlung der Wartezeit von 45 Jahren ausgeschlossen.

Dieser Ausschluss gilt seit 01.07.2014 nach § 244 Abs. 3 S. 1 SGB VI auch für Anrechnungszeiten wegen des Bezugs von Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II.

Im Rahmen einer Kontenklärung werden Sie auf diese neue Rechtslage hingewiesen und gebeten, ggf. die erforderlichen Nachweise einzureichen. Dazu benötigen Sie die Auskunfts- und Beratungsstelle nicht unbedingt.

Es besteht jedoch ab 01.07.2014 auch die Möglichkeit, den Bezug einer in § 51 Abs. 3a S. 1 Nr. 3 SGB VI genannten Entgeltersatzleistung glaubhaft zu machen, falls Sie keine Nachweise mehr haben oder besorgen können.

Als Mittel der Glaubhaftmachung können auch Versicherungen an Eides statt zugelassen werden. Der Träger der Rentenversicherung ist für die Abnahme eidesstattlicher Versicherungen zuständig.

von Experte/in Experten-Antwort

Gegenwärtig gibt es noch organisatorische Probleme. Während die regionalen RV-Träger bereits ihre EDV auf der Höhe der Zeit haben, hat die DRV-Bund dies vermutlich erst Mitte Januar.
Kommt Ihre Auskunft von einem Regionalträger, weichen dennoch die Angaben bezüglich der Wartezeiten 35 oder 45 J voneinander ab, weil nicht alle Sachverhalte maschinell erkannt werden können.
Die Zeiten des Sozialleistungsbezugs können rein EDV-technisch ab 2. Quartal 2001 voll erkannt und eingestuft werden, vor dieser Zeit jedoch nicht, weil in den Meldungen damals die genaue Leistungsart nicht unterschieden wurde.
Lösung: Für Zeiten vor 2001 wo ALG I, Unterhaltsgeld, Eingliederungsgeld oder -hilfe, Übergangsgeld bezogen wurde, sind also in der 08-15 Auskunft nicht berücksichtigt, weil es keine techn. Lösung geben kann. Hier hilft es entsprechende Belege als Kopie einzureichen, mit der Bitte die Wartezeit von 45 J neu festzustellen (und nur diese betrifft das Problem). Beim RV-Träger werden dann zusätzliche Schlüssel manuell gespeichert (dauerhaft) und fortan können auch zutreffende Auskünfte ausgedruckt werden.

von
Bernd J

Vielen Dank für die hilfreichen Informationen. Ich werde die entsprechenden Unterlagen einreichen.