Meldebescheinigung Grund: 57

von
Eifelfreund

Wer kann mir bitte sagen oder erklären
wie das Bruttoentgeld berechnet wird.
Wie wirkt sich hier eine Gehaltskürzung
wegen Kurzarbeit aus. Wie wird Urlaubs-
und Weihnachtsgeld berücksichtigt.
Meldezeitraum ist Jan.- Sep. 09
Wer kann mich möglicherweise beraten.
Einen Rentenantrag ist gestellt.
Rentenbeginn: 01.01.2010.Wird derDurchschnitt der fehlenden 3 Monate aus dem Abrechnungszeitraum 2008 ermittelt.Über ausagefähige Antworten würde ich mich sehr freuen und bedanke mich jetzt schon.

von
Skatrentner

Lieber Eifelfreund, diese Fragen hätte ich der Person gestellt, die den Rentenantrag aufgenommen hat. Die müssen nämlich auch beraten. Fragen Sie dort doch noch einmal nach.

von
Paula

Hallo Eifelreund,

hier zunächst einmal die Rechtsgrundlage (§ 194 SGB VI)
Arbeitgeber haben auf Verlangen des Rentenantragstellers die beitragspflichtigen Einnahmen für abgelaufene Zeiträume frühestens drei Monate vor Rentenbeginn gesondert zu melden. Erfolgt eine solche Meldung errechnet der Rentenversicherungsträger bei Anträgen auf Altersrente die voraussichtlichen beitragspflichtigen Einnahmen für den verbleibenden Beschäftigungszeitraum bis zum Rentenbeginn für bis zu drei Monaten nach den in den letzten zwölf Kalendermonaten gemeldeten beitragspflichtigen Einnahmen.

Die Hochrechnung für die Zeit vom 1.10.2009 bis 31.12.2009 errechnet sich also aus dem gemeldeten Zeitraum vom 1.1. bis 30.9.2009 plus 3/12 des Vorjahres.
Da offenbar bereits eine Meldung (Grund 57) abgegeben worden ist, haben Sie im Rentenantrag die Variante "Hochrechnung" gewählt. Ob dies zum Vorteil oder Nachteil für Sie ist, können Sie nur selbst errechnen.

Sie können aber auch noch bestimmen, daß keine Hochrechnung erfolgen soll sondern die tatsächlichen Entgelte berücksichtigt werden sollen.
In diesem Fall wird die DRV abwarten, bis die Entgelte bis 31.12.2009 gemeldet worden sind und erst danach den Rentenbescheid erteilen.

Paula

Experten-Antwort

Bezüglich der Hochrechnung verweise ich auf den Beitrag von "Paula".

Bezieher von Kurzarbeitergeld sind rentenversicherungspflichtig. Daher gebe ich hier auszugsweise die von der Deutschen Rentenversicherung diesbezüglich veröffentlichte Information wieder:
Die Beiträge werden während dieser Zeit auf der Basis des tatsächlich gezahlten - reduzierten - Verdienstes des Beschäftigten gezahlt und paritätisch von Versichertem und Arbeitgeber getragen. Vom Arbeitgeber zusätzlich gezahlt werden Beiträge auf der Basis von 80 Prozent des wegen Kurzarbeit ausgefallenen Verdienstes. Auch während der Zeit der Kurzarbeit erfolgt daher eine Absicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung. Allerdings wirkt sich die Kurzarbeit - wenn auch nur relativ geringfügig - mindernd auf die spätere Rentenhöhe aus.
Die Auswirkungen von Kurzarbeit auf die Rente macht das folgende Beispiel deutlich: Bei einem unterstellten Verdienst von 2.400 Euro brutto monatlich ohne Kurzarbeit und einem Verdienst während der Kurzarbeit von 1.000 Euro monatlich erhöht ein Jahr Kurzarbeit den späteren Rentenanspruch um rund 21,90 Euro monatlich. Ein Jahr Beschäftigung ohne Kurzarbeit ergibt einen künftigen Rentenanspruch von knapp 24,80 Euro monatlich. Der Unterschied beträgt also rund drei Euro im Monat. Nach dem tatsächlichen monatlichen Arbeitsverdienst während der Kurzarbeit in Höhe von 1.000 Euro ohne die zusätzlichen Beiträge in Höhe von 80 Prozent des wegen Kurzarbeit ausgefallenen Verdienstes ergäbe sich eine Rente von rund 10,30 Euro im Monat.