Meldung bei der Arbeitsagentur ohne Bezüge

von
Katerchen

Hallo liebes Expertenteam,
ich bekomme schon seid 2000 keine Bezüge mehr von der Arbeitsagentur, muss mich aber vierteljährlich melden und 1x im Jahr persönlich vorstellen, angeblich hat das Auswirkungen auf meine Rente. Was sind das für Auswirkungen?
Meine 2. Frage: verlängert sich durch die Abgabe eines Krankenscheines bei der Arbeitsagentur meine Arbeitszeit? Mir fehlen 26 Monate, um mit 60 Jahren in Rente gehen zu können, ich bin im Mai 1951 geboren.
Kann ich eventuell auch nachzahlen, um die fehlende Zeit aufzustocken?
Danke für eine Antwort.
MfG Katerchen

von
Schade

zu 1) solange Sie sich arbeitslos melden (auch ohne Geld zu erhalten) bleibt der Versicherungsschutz für eine etwaige Erwerbsminderungsrente bestehen.

zu 2) Nachzahlen für die Vergangenheit geht nicht mehr (bis 31. März gehen noch Zahlungen für 2007). Aber für 2008 können Sie natürlich Beiträge zahlen. Wenn wirklich noch 26 Monate fehlen, können Sie das bis 2011 locker hinkriegen.
(wenn das jedoch Pflichtbeiträge sein sollten, wird es nicht so leicht).

Aber zu dem ganzen Themenkomplex wäre es ratsam sich mal persönlich bei einer Beratungsstelle der RV zu informieren.
Dort kann man Ihnen genau sagen, was sich wie auswirkt, und wann Sie welche Rente erhalten können - und ob da noch Monate fehlen.

Da läßt sich anhand Ihrer Schilderung online ohne Kenntnis Ihres Versicherungskontos einfach nicht beantworten.

Und Zeit dazu müssten Sie ja haben, wenn Sie seit 7 Jahren arbeitslos sond? :)

von
Schiko.,

Gehöre zwar nicht zum expertenteam. erlaube mir trotzdem meine meinung zu sagen.
Gehe davon aus, die fehlenden
26 monate sind für die 121
notwendigen monate nach dem 40.LJ. gemeint.
Da es aber pflichtbeiträge sein
müssen- gesundheit voraus-
gesetzt- schlage ich ihnen
für 26 monate einen ge-
ringverdiener job vor. Voraus-
setzung für den vollwertigen
beitrag ist die zuzahlung von
4,90 % , damit dies als vollwertiger beitrag von 19,9% gilt.

Dies kann im monat 155 euro,höchstens aber 400 E.
sein. Bei 400 euro sind es mtl.
19,60 zuzahlung. Für 26 monate 509,60 eigenleistung

Bei weniger als 155, bleibt die
arbeitgeberleistung bei 23.25
monatlich gleich.

MfG.

von
Gerhard

Hallo Schiko.,
ich hänge mich hier mal dran. Ich habe seit vorigem Jahr neben meiner Arbeitslosigkeit einen Nebenjob unter 15 h/Wo.
Der Arbeitgeber führt aber keine Sozialleistungen ab. Der mtl. Verdienst schwankt immer so um die 200 €. Habe das dem AA gemeldet und werde das auch dem Fin.-A. bei meiner ESt.-Erklärung angeben. Mein AlG1 läuft jetzt aus. AlG2 werde ich nicht beantragen. Lasse mich bei meiner Frau Familien-KV. Ende des Jahres gehe ich wg. Alo. mit 60 J. in Rente. Könnte; dürfte bzw. sollte ich für meine Nebenbeschäftigung RV-Beiträge leisten? Wenn ja, sicherlich 19,9 % ? Und würde sich das dann lohnen?

Vielen Dank!
Gruß Gerhard

von
Schiko..

Würde an ihrer stelle- wenn überhaupt möglich-,
von der zahlung in die RV. nichts halten.

Gehe davon aus, es handelt sich nicht bei den
genannten 200 um den klassischen geringver-
diener job im rahmen von zulässigen mtl. 400.

Bei den betrag fallen also auf steuerkarte keine
steuer und auch nicht lohnnebenkosten an.

Vergleichsrechnung: 2008 gelten 30084 als
durchschnittsverdienst aller, mit 26,27 E. renten
gutschrift im jahr.

Bei 400 mtl. geringverdiener job sind es fürs jahr
4,19 rentenzuwachs gegenüber 4,28 2007 bei 4,9%
zuzahlung.

Demnach bei 200 mtl. = 2400 und 2,10 rentenzu-
wachs im jahr bei 19,9% beitragssatz.

Steuerlich handeln sie ja bereits richtig. Sobald sie
rente beziehen kann ja die ehefrau die steuerklasse
III nützen.

MfG.

von
Rentenüberprüfer

In jeder Rentenberechnung gibt es einen Abschnitt, in dem ein belegungsfähiger Zeitraum zu ermitteln ist und ein Durchschnitswert an Entgeltpunkten (EP) für die Grundbewertung und ein weiterer für die Vergleichsbewertung.

Monate Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug und ohne Meldung beim Arbneitsamt oder Arbeitsagentur, stellen eine Versicherungslücke dar die sich negativ auf die Ermittlung der genannten Leistungswerte auswirkt, sie verkleinert diesen Wert.

Erfolgt aber die regelmäßige Meldung beim Arbeitsamt, werden diese Monate vor der Ermittlung dieser Durchschnittswerte herausgelöst, verbessern diesen Durchschnitt, weil ja (EP) durch Monate dividiert werden und je kleiner die Summe Monate um so höher der Durchschnittswert.

Der höhere der beiden Leistungswerte nennt sich dann Gesamtleistungswert, der ausschlaggebend ist für die Ermittlung zusätzlicher (EP). Je höher dieser Wert ist, um so höher die zusätzlichen (EP)

Man sollte nach Möglichkeit auf die regelmäßige Meldung nicht verzichten.

von
Rentenüberprüfer

Die Aufstockung des Pauschalbetrags des AG für die Rente aus eigenen Mitteln bis zur vollen Höhe, z.Zt. 19,9 %, macht nur Sinn, wenn ich damit die Erfüllung von Anwartschaftszeiten für eine Rente erreichen kann.

In jedem anderen Fall ist eigentlich eine Fehlinvestition.

Experten-Antwort

Nach ausreichender Belegung Ihres Versicherungsverlaufes (z.B. durch Beiträge aufgrund einer versicherungspflichtigen Beschäftigung) verlängert sich nach Auslaufen des Arbeitslosengeldes durch regelmäßige Meldung bei der Agentur für Arbeit Ihre Anwartschaft auf die sogenannte Erwerbsminderungsrente.

Empfehlenswert ist eine kostenfreie Beratung in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung in Ihrer Nähe. Dort prüft man anhand Ihres Verlaufes den Erwerbsminderungsschutz und teilt Ihnen zudem den frühestmöglichen Rentenbeginn mit.

Nachzahlen können Sie nur freiwillige Beiträge, bis Ende März 2008 noch rückwirkend für 2007. Diese zählen mit zur Erfüllung der Voraussetzungen für die Altersrente für langjährig Versicherte, aber nicht zum Erreichen der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit.

Ob eine freiwillige Versicherung Sinn macht, hängt vom Einzellfall ab. Alles weitere am besten in einer persönlichen Beratung.

Experten-Antwort

Hallo, Gerhard,

Sie können und dürfen nach Auslaufen der Leistungen von der Agentur für Arbeit für Ihre Nebenbeschäftigung (sogenannter Mini-Job) aus eigener Tasche die vom Arbeitgeber pauschal gezahlten Rentenbeiträge aufstocken; ausgehend vom vollen Beitragssatz von 19,9%.

Da Sie offenbar Ende des Jahres in Rente gehen möchten, lohnt sich dieses nicht mehr wirklich.

von
Gerhard

Hallo Experte,

danke! Aber ein "Mini-Job" ist es eben nicht, da der AG keine Sozialbeiträge leistet!

Gruß Gerhard