Mindesbeitrag zur RV

von
Minijobber

Der Mindesbeitrag zur RV beträgt bei einem Minijob in einem Privathaushalt mtl. Euro 33,08, wovon die Haushaltshilfe Euro 32,57 selbst aufbringen muß.
Könnte die Haushaltshilfe theoretisch einen 1-Stunden-Job im Monat annehmen, den Mindesbeitrag von Euro 32,57 an den Arbeitgeber zahlen, der ja den Beitrag an die RV bzw. die Minijob-Zentrale abführt und damit Wartezeiten bei der Rente erfüllen?

von
Batrix

Die Pflichtbeitragszahlung im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung ist unabhängig vom Lohn immer möglich (sogar Pflicht, wenn der Arbeitnehmer sich von dieser Rentenversicherungspflicht nicht befreien lässt).

Mit diesen Pflichtbeiträgen lässt sich natürlich auch ein Rentenanspruch aufbauen, der allerdings aufgrund der geringen Beitragszahlung entsprechend gering ausfallen würde.

Die Beitragshöhe richtet sich nach dem Gehalt.

Bei einem Gehalt von unter 175,00 Euro mtl. berechnet sich der Eigenanteil des Arbeitnehmers aus:

18,9% (derzeitiger Beitragssatz) von 175 Euro (Mindestbemessungsgrundlage) = 33,08 Euro abzüglich Beitragsanteil des Arbeitgebers (im Privathaushalt 5% des tatsächlichen Lohnes).

Bsp. Gehalt 50 Euro:

Mindestbeitrag 33,08 Euro - 2,50 Euro Arbeitgeberanteil (50 Euro x 5%) = 30,58 Euro Arbeitnehmeranteil.

Der Arbeitnehmeranteil wird vom Arbeitgeber direkt einbehalten und mit dem Arbeitgeberanteil an die MiniJob-Zentrale der Bundesknappschaft abgeführt.

von
Platzverweis

Zitiert von: Batrix

Der Arbeitnehmeranteil wird vom Arbeitgeber direkt einbehalten und mit dem Arbeitgeberanteil an die Minijob-Zentrale der Bundesknappschaft abgeführt.

Versuchen Sie das mal, wenn das Entgelt niedriger ist, als der verbleibende Eigenanteil des Versicherten. 10,- EUR Brutto mtl. für den theoretischen 1-Stunde-Minijob zugrunde gelegt, führt das zu diesem Ergebnis:

Diese Fallkonstellation kann bei sehr geringen Arbeitsentgelten dazu führen, dass kein Arbeitsentgelt zur Auszahlung kommt und der Minijobber dem Arbeitgeber darüber hinaus eventuell noch einen Restbetrag zu erstatten hat.

Guckst du hier unter "Mindestbeitrag":

http://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/10_aufstockung_rv/node.html

von
Batrix

joah, und dennoch überweist der Arbeitgeber den gesamten Beitrag an die Knappschaft:

Zitat von http://www.minijob-zentrale.de:
"Diese Fallkonstellation kann bei sehr geringen Arbeitsentgelten dazu führen, dass kein Arbeitsentgelt zur Auszahlung kommt und der Minijobber dem Arbeitgeber darüber hinaus eventuell noch einen Restbetrag zu erstatten hat.

Beispiel 1:
Eine Bürokraft ist seit dem 1. Januar 2013 gegen ein monatliches Arbeitsentgelt in Höhe von 25 Euro beschäftigt. Sie übt diese Tätigkeit an einer Stunde in der Woche aus.
Gesamtbeitrag (18,9 Prozent von 175 Euro) = 33,08 Euro
Arbeitgeberanteil ( 15,0 Prozent von 25 Euro) = 3,75 Euro
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Arbeitnehmeranteil Gesamtbeitrag abzüglich Arbeitgeberanteil
(33,08 Euro abzüglich 3,75 Euro) = 29,33 Euro

Der Arbeitnehmeranteil übersteigt das tatsächliche Arbeitsentgelt. Es wird folglich kein Arbeitsentgelt ausgezahlt. Der Minijobber muss an den Arbeitgeber noch 4,33 Euro (29,33 Euro abzüglich 25,00 Euro) entrichten."

und wo liegt jetzt ihr Problem?!?

von
minijobber

Ich möchte mit möglichst geringem Aufwand meine Wartezeit bei der RV abbauen, auch wenn ich dabei mtl. etwas draufzahlen muß.

von Experte/in Experten-Antwort

Zu den bisherigen Beiträgen ist grds. nichts hinzuzufügen. Evt. sollte in einem Beratungsgespräch geklärt werden, ob das Versicherungskonto geklärt ist und die Wartezeit anders erfüllt werden kann, z. B. Pflegezeiten, Arbeitslosmeldung etc.