Mindestbeitrag Riester?

von
zweiineins

Guten Tag,
ich möchte zum Beginn 1.1.2008 einen Riestervertrag abschließen.
Für Ende Dezember diesen Jahres ist der Geburtstermin für mein erstes Kind berechnet.
Ich hatte in 2007 Einkünfte in Höhe von ca. 20 TEUR. Wie viel muß ich dann in 2008 an Beiträgen zahlen, den Mindestbeitrag von 60 EUR oder die 4 % aus meinem 2007er-Einkommen?
Vielen Dank für Ihre Antworten!

von Experte/in Experten-Antwort

Bei Abschluss des Vertrags im Jahr 2008 ist das Einkommen des Jahres 2007 (=vorangegangenes Kalenderjahr) für die Bemessung der Beiträge maßgebend.
4 % v. 20000 EUR = 800,00 EUR
./. 154,00 EUR (Grundzulage)
.............................../. 185,00 EUR (Kinderzulage)
= 461,00 EUR Mindesteigenbeitrag im Jahr 2008

Der Sockelbeitrag in Höhe von 60,00 EUR ist nicht maßgebend.

von
zweiineins

Vielen Dank für die Antwort, also dann sieht es so aus, dass sich die rentenversicherungspflichtige Erziehungszeit mit dem Mindestbeitrag für Riester in Höhe von 60 EUR jährlich um ein Jahr nach hinten verschiebt, und ich diese erst ab 2009 - 2011 in Anspruch nehmen kann?
Finde ich ja auch nicht gerade gelungen, da ich ja bereits in 2008 nicht mehr über das Einkommen verfüge und trotzdem Beiträge in der genannten Höhe zahlen soll :-(
Ich war mir nicht ganz im klaren, weil es ja heißt, die Rentenversicherungspflicht und damit der eigene Förderanspruch läuft 36 Monate ab Geburt des Kindes ...

von
bAV - Spezialist

@ all

ich werde nicht müde dieser aussage zu widersprechen, denn im § 86 Nr. 2 Satz 2 EStG heisst es :
" Werden bei einer in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherten Person beitragspflichtige Einnahmen zugrunde gelegt, die höher sind als das tatsächliche Entgelt oder die Lohnersatzleistung, ist das tatsächlich erzielte Entgelt oder der Zahlbetrag der Lohnersatzleistung für die Berechnung des Mindesteigenbeitrags zu berücksichtigen."
d.h. für mich : frau Zweiineins braucht in 2008 ohne weiteres beitragspflichtiges einkommen nur den sockelbetrag zu zahlen!!!

Grüße

von
zweiineins

Vielen Dank für die Berichtigung an bAV-Spezialist!
Jetzt tut sich allerdings die Frage auf, ob das Elterngeld zugrunde gelegt wird?
Ich müßte in etwa 540,-- Elterngeld erhalten, das wären 6.480,-- im Jahr, 4 % daraus wären ein Beitrag von rund 260,-- für die Riesterrente?

von
nicht 60,--€

Lieber Herr bAV-Spezialist,

dies bezieht sich auf den Bezug von Alo-Geld I, Alo-Geld II oder Krankengeld. Also wenn der tatsächliche Zahlbetrag einer Sozialleistung geringer ist als das zugrundezulegende Einkommen des Vorjahres, dann ist der tatsächliche Zahlbetrag für die Mindesteigenbeitragsberechnung zu nehmen. Das gilt aber NUR wenn man schon im maßgeblichen Vorjahr arbeitslos oder krank geworden ist!

von
bAV - Spezialist

@ doch 60,--€

Frage : wo steht das ?
Frage : wie kann sich das mit dem gleicheitsgrundsatz / gleichbehandlung vertragen???

Danke für evtl. Aufklärung....

von
bAV - Spezialist

Hallo frau zweiineins,

meines erachtens ist das elterngeld weder beitragspflichtiges einkommen oder lohnersatzleistung; somit irrelevant zur beitragsermittlung -
also. null einkommen oder alg => mindesteigenbeitrag!
Gruß

von
nicht 60,-€

Gleichheitsgrundsatz in der Hinsicht, dass IMMER das Vorjahr maßgebend ist.

Und das steht hier:
http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/nn_18798/DRVB/de/Inhalt/Formulare__Publikationen/Info-Broschueren/Alle_20Broschueren,lv2=18842.html

in der Broschüre: "Von Ansparphase bis Zulage" auf Seite 18, Frage Nr. 26

Gesetzliche Grundlage kann uns ggf. der Experte benennen.

von
bAV - Spezialist

@ nicht 60,-- €

sorry, aber auch in dieser Broschüre fehlt mir rechtsverbindliche quelle, auch der beste experte kann sich irren ( natürlich auch ich !) - daher möchte ich schon wissen welche rechtsgrundlage dafür grundlage ist - meine grundlage ist wenigstens das einkommenssteuergesetz...

Gruß

von Experte/in Experten-Antwort

Nach § 86 Abs. 1 S. 2 ESTG beträgt der Mindesteigenbeitrag ab 2008 4% der Summe der in dem Sparjahr vorangegangenen Kalenderjahr erzielten beitragspfllichtigen Einnahmen bzw. der bezogenen Besoldung (höchstens 2100,00 Euro jährlich im Jahr 2008, § 10a Abs. 1 S. 1 ESTG). Dieser Betrag wird vermindert um die Zulage(n) aus §§ 84/85 ESTG (Grund-/Kinderzulage). Ist der Sockelbetrag (=60,00 Euro)höher als der oben berechnete Mindesteigenbeitrag (§ 86 Abs. 1 S. 2 ESTG), ist der Sockelbetrag als Mindesteigenbeitrag zu leisten (§ 86 Abs. 1 S. 5 ESTG).

von
aber

ja, ja, aber wie ist denn nun der §86(2)Satz2EStG zu verstehen?

von
zweiineins

Leider bin ich nun immer noch nicht schlauer, muß ich den Beitrag nun also aus meinem 2007er Einkommen, aus dem geringeren Erziehungsgeld in 2008 berechnen oder nur den Sockelbetrag bezahlen?
Ich denke mal, dass ich wohl nicht die Einzige mit derartiger Fallkonstellation sein kann? ;-)

von Experte/in Experten-Antwort

Meine 1. Antwort gilt weiterhin. D.h. Sie müssen mindestens 4 % der im Jahr 2007 (= dem Sparjahr vorangegangenem Jahr) erzielten beitragspflichtigen Einnahmen der Berechnung des Mindesteigenbeitrags zugrunde legen. Von diesem Betrag werden Ihre Zulagen für das Jahr 2008 (Kinderzulage/Grundzulage)abgezogen. Den Sockelbetrag zahlen Sie erst im Jahr 2009, da Sie dann im vorangegangenen Jahr (2008) keine beitragspflichtigen Einnahmen hatten. Elterngeld ist nicht beitragspflichtig.

Antwort für "Aber":
Der § 86 Abs. 2 S. 2 ESTG ist so zu verstehen: z.B. bei Bezug von Arbeitslosengeld II oder einer Entgeltersatzleistung wie Krankengeld sind beitragspflichtige Einnahmen nicht die Leistungen selbst, sondern z.B. bei Krankengeld 80 % des der Leistung zugrunde liegenden Arbeitsentgelts. Sollten diese beitragspflichtigen Einnahmen höher sein als die Krankengeldleistung/Arbeitslosengeldleistung selbst, ist das niedrigere Krankengeld/Arbeitslosengeld der Berechnung des Mindesteigenbeitrags zugrunde zu legen. Dadurch wird der Betroffene besser gestellt, mus niedrigere Beiträge für Riester aufwenden, als wenn man hier die tatsächlichen beitragspflichtigen Einnahmen zugrunde legen würde.

von
Einer

Sie können Ihren Eigenbeitrag der Höhe nach frei bestimmen. Ist der Beitrag geringer als der Mindesteigenbeitrag, bekommen Sie nur die anteilige Zulage. Riester ist freiwillig. Wer die max. Förderung bekommen will, muss die Spielregeln akzeptieren.

von
zweiineins

@Einer,
vielen Dank für Ihre Antwort, mir ist klar, dass ich einen bestimmten Beitrag zahlen muss, um die volle Zulage zu erhalten. Darum geht es ja eben. Und leider kenne ich die Spielregeln eben nicht so genau, deshalb frage ich hier nach und versuche eine richtige Auskunft zu bekommen. Und das bedeutet ja wohl nicht, dass ich nicht gewillt bin, die Spielregeln zu akzeptieren.

von
Aber

Dankeschön!

von
Letztendlich

Da Eltern- bzw. Erziehungsgeld nicht zu den im § 86 Abs 3 Entgeldersatzleistungen zählt, ist hier das Vorjahreseinkommen heranzuziehen. Als kleiner Trost mag gelten, das auch im auf die Erziehungszeit folgenden Jahr, in dem Entgelt erzielt wird, nur der Sockelbeitrag zu entrichten ist. "Damit ist die Waage dann wieder ausgeglichen"