Minijob

von
Jürgen

Ich hab da mal ne Frage,
hat jeder Minijobber Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und danach evtl. Anspruch auf Krankengeld? Und wie ist das mit dem bezahlten Anspruch auf Urlaub?

von
Falsches Forum

Hier geht es um Rentenfragen.

von
Schade

ja, das Lohnfortzahlungsgesetz gilt auch für Minijobber.

Zumindest in der Theorie.

In der Praxis befürchte ich, dass jemand der seinen AG deswegen verklagt, zwar vom Arbeitsrichter Recht bekommt, diesen Minijob aber recht schnell durch Kündigung verliert....(ein Kündigungsgrund zu finden dürfte easy sein...

von
Schiko.

Auch sie haben es verdient eine antwort zu erhalten .Kommt
hinzu, für sie und andere hier ist eine aussage viel wichtiger
als der dauerbrenner" falsches forum"

a) bei unverschuldeter arbeitsunfähigkeit wegen krankheit
muss der arbeitgeber bis zu sechs wochen
lang entgeltfortzahlung in höhe des ihm zustehenden regel-
mäßigen arbeitsentgelt leisten.

b) Es entsteht kein eigenständiger krankenversicherungsan-
spruch.

c) Der arbeitgeber hat bezahlten erholungsurlaub für mindestens
-in der regel- vier wochen zu gewähren.

Gehe davon aus, sie meinen den minijob bis höchstens 400 euro mtl.
zulässig. Hier zahlt ja der arbeitgeber für kranken, rentenversicherung
und steuer insgesamt 30% aus 400, aber auch aus geringeren beträgen,
mindestens aber für euro 155 monatlich.

M fG.

von
-_-

Arbeitgeber haben gegenüber ihren Arbeitnehmern eine Reihe von arbeitsrechtlichen Pflichten zu erfüllen. Dies gilt auch für Minijobs.

Der Arbeitgeber muss beispielsweise

* bei unverschuldeter Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit bis zu sechs Wochen lang Entgeltfortzahlung an den Arbeitnehmer in Höhe des ihm zustehenden regelmäßigen Arbeitsentgelts leisten,
* bei Schwangerschaft im Rahmen der Regelungen des Mutterschutzgesetzes der Minijobberin während der Zeit von Beschäftigungsverboten sowie der Zeit der Mutterschutzfristen Entgelt fortzahlen
* dem Arbeitnehmer bezahlten Erholungsurlaub gewähren und zwar mindestens für die Dauer des gesetzlich vorgeschriebenen Urlaubsanspruchs (in der Regel vier Wochen),
* für die Arbeitszeit, die wegen eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, das Arbeitsentgelt fortzahlen und
* Kündigungsfristen beachten. Soweit im Arbeitsvertrag keine anderen Regelungen getroffen wurden, kann das Arbeitsverhältnis von beiden Parteien mit einer Frist von vier Wochen zum 15. des Monats oder zum Monatsende gekündigt werden.

Das Gesetz über den Nachweis der für ein Arbeitsverhältnis geltenden wesentlichen Bedingungen, das sog. Nachweisgesetz, verpflichtet den Arbeitgeber, dem Arbeitnehmer spätestens einen Monat nach Beginn des Arbeitsverhältnisses eine Niederschrift über die wesentlichen Arbeitsbedingungen auszuhändigen. Der Nachweis gilt für alle Arbeitnehmer, es sei denn, dass sie nur zur vorübergehenden Aushilfe von höchstens einem Monat eingestellt werden. Die Niederschrift muss mindestens folgende Angaben enthalten:

* Name und Anschrift der Vertragsparteien
* Beginn (bei befristeten Arbeitsverhältnissen auch die voraussichtliche Dauer) des Arbeitsverhältnisses
* Arbeitsort (ggf. Hinweis auf verschiedene Arbeitsorte)
* Kurze Charakterisierung bzw. Beschreibung der zu leistenden Tätigkeit
* Zusammensetzung, Höhe und Fälligkeit des Arbeitsentgelts (einschließlich Zuschläge, Zulagen usw.)
* Vereinbarte Arbeitszeit
* Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs
* Kündigungsfristen
* Allgemeiner Hinweis auf geltende Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen

Wichtig: Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, Minijobber zu Beginn ihrer Beschäftigung über die Möglichkeit der Beitragsaufstockung durch den Arbeitnehmer zu informieren!

Die Nachweispflicht entfällt, wenn dem Arbeitnehmer ein schriftlicher Arbeitsvertrag ausgehändigt worden ist, der die durch das Nachweisgesetz geforderten Angaben enthält.

Nachlesbar unter: http://www.minijob-zentrale.de/nn_10956/DE/1__AN/8__arbeitsrecht/InhaltsNav.html?__nnn=true

von
-_-

Genau! Deshalb lesen Sie dazu http://www.minijob-zentrale.de/nn_10956/DE/1__AN/8__arbeitsrecht/InhaltsNav.html?__nnn=true
Auch da geht es um Rentenfragen. Doch die Minijob-Zentrale hilft trotzdem. Wir auch!

von Experte/in Experten-Antwort

Ein Mini-Job-Arbeitsverhältnis ist wie eine "normales" Arbeitsverhältnis anzusehen; mit allen Vor- und Nachteilen. Das einzige was nicht darunter fällt ist die Zahlung von Krankengeld von der KK. Darauf hat man leider keinen Anspruch. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass der AG den Mini-Jobber schriftlich darauf hinweisen muss, dass man "Aufstocken" kann (auf die Versicherungsfreiheit in der RV verzichten kann).

von
Jürgen

Herzlichen Dank an alle Trotzdemantworter.
MfG Jürgen