Minijob + freie Mitarbeit

von
Lauschangriff

Guten Tag,
jemand hat einen Minijob und zusätzlich für zwei Monate als freier Mitarbeiter gearbeitet. Eigentlich war geplant mit beiden Jobs nicht über 400€ kommen. Leider ist es einen Monat nun passiert und das Einkommen liegt bei knapp 470€. Muss nun für den einen Monat in die Rentenversicherung eingezahlt(November) werden? Wenn ja, wie funktioniert das?!

von
Lauschangriff

P.s.: Die freie Mitarbeit war eine unterrichtende Tätigkeit in einer KITA

von
W*lfgang

Zitiert von: Lauschangriff

Guten Tag,
jemand hat einen Minijob und zusätzlich für zwei Monate als freier Mitarbeiter gearbeitet. Eigentlich war geplant mit beiden Jobs nicht über 400€ kommen. Leider ist es einen Monat nun passiert und das Einkommen liegt bei knapp 470€. Muss nun für den einen Monat in die Rentenversicherung eingezahlt(November) werden? Wenn ja, wie funktioniert das?!

Hallo Lauschangriff,

ist eigentlich Sache des/der Arbeitgeber, die 'ich' gegenseitig über die bestehenden (Mini-)Jobarbeitsverhältnisse informiert habe - und die bei Überschreiten des Grenzwertes (400 EUR) im selben Monat eine einfache Änderungsmeldung zu machen haben ...und natürlich entsprechende Beiträge zu allen Sozialsystemen einbehalten/abzuführen haben.

Die so genannte kurzfristige Beschäftigung bis zu 2 Monaten (mit unbegrenztem rentenversicherungsfreiem) Verdienst greift hier nicht, da eine Überschneidung mehrerer Mini-Jobs vorliegt.

Sie können sich auch an die Krankenkasse als Einzugsstelle der Sozialversicherungsbeiträge wenden, wenn die Arbeitgeber Probleme haben, diese Konstellation zu lösen. Nachfragen auch hier möglich:
http://www.aok-business.de/foren/expertenforum/baum-anzeigen.php?fid=1

Gruß
w.

von
Lauschangriff

leider war der Arbeitgeber des Minijobs nicht informiert, da mir nicht bewusst war, dass diese das Wissen müssen?!
Folgen dann Konsequenzen für den Arbeitgeber?

von
Lauschangriff

die Dozententätigkeit/freie Mitarbeit lief nicht über Steuernr., sonder über ID-Nr., falls das relevant ist...

von
-_-

Zitiert von: Lauschangriff

Jemand hat einen Minijob und zusätzlich für zwei Monate als freier Mitarbeiter gearbeitet. Muss nun für den einen Monat in die Rentenversicherung eingezahlt (November) werden?

Versicherungspflichtig sind selbständig tätige Lehrer und Erzieher, die im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit regelmäßig keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen. Das gilt jedoch nur, wenn das Arbeitseinkommen 400 EUR überschreitet. Arbeitseinkommen ist der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit. Einkommen ist als Arbeitseinkommen zu werten, wenn es als solches nach dem Einkommensteuerrecht zu bewerten ist. Als monatlicher Verdienst wird das Arbeitseinkommen eines Kalenderjahres, geteilt durch 12 zu Grunde gelegt, wenn die selbständige Tätigkeit während des gesamten Kalenderjahres ausgeübt wurde (VRA 1/79, 9; BSG 19.04.1978 in BSGE 46, 112). Wurde die selbständige Tätigkeit nicht während des gesamten Kalenderjahres ausgeübt oder ist die Einhaltung der Verdienstgrenze nur für einen Teil des Kalenderjahres zu prüfen (z. B. wegen des Beginns der Altersrente im Laufe eines Kalenderjahres oder wegen Vollendung des 65. Lebensjahres bzw. im Rahmen einer Einkommensanrechnung nach den §§ 96a, 97 313 SGB 6), ist der für die Prüfung maßgebende Verdienst zu ermitteln, indem das ab bzw. zu dem maßgebenden Zeitpunkt tatsächlich erzielte bzw. aus dem jährlichen Arbeitseinkommen anteilig errechnete Einkommen durch die Anzahl der entsprechenden Kalendermonate geteilt wird; angebrochene Monate zählen in diesem Fall als volle Monate. Eine Saldierung mehrerer Einkommen ist nur innerhalb derselben Einkommensart zulässig. Ergibt sich dabei als Arbeitseinkommen aus mehreren selbständigen Tätigkeiten insgesamt ein Verlust, ist bei der Prüfung der Hinzuverdienstregelung das Arbeitseinkommen lediglich mit 0,00 EUR anzusetzen.

Das Arbeitseinkommen und das Bruttoentgelt aus dem Minijob (abhängige Beschäftigung) werden nicht zusammengerechnet. Aus beiden Einkommen dürfen je 400 EUR erzielt werden.

Beachten Sie die Meldepflicht nach § 190a SGB VI!
http://bundesrecht.juris.de/sgb_6/__190a.html
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_190AR0
Vordrucke:
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_190AR2.2&a=true

Die Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung beraten Sie. Einen Termin können Sie selbst buchen:
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/de/Navigation/Beratung/Online_node.html

oder telefonisch:
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/de/Navigation/Beratung/beratungsstellen/Yellowmap_node.html

von
W*lfgang

Hallo Lauschangriff,

> leider war der Arbeitgeber des Minijobs nicht informiert, da mir nicht bewusst war, dass diese das Wissen müssen?!

Tja, Arbeitnehmerpflichten und ...Unwissenheit schützt vor ...

> Folgen dann Konsequenzen für den Arbeitgeber?

Für die beteiligten Arbeitnehmer kann es sogar billiger werden, statt den Pauschalabgaben aus den Mini-Jobs. Ich denke, die werden davon eher profitieren, nur die regulären Abgaben zu zahlen.

Für Sie kommen eher ein paar EUR Nachzahlung auf Sie zu. Lässt sich aber schlecht einschätzen, gerade in Verbindung mit Krankenkassenbeiträgen - wenn Sie freiwillig versichert in der gesetzlichen Krankenkasse waren - kanns auch für Sie unterm Strich günstiger werden. Zu bedenken ist auch, ob Ihr Jahreseinkommen nun plötzlich die Versicherungsfreigrenze von 4800 überschreitet - meine geringen Kenntnisse darüber enden. Sie könnens so laufen lassen - bis es im Rahmen betriebsbedingter Prüfungen 'auffliegt' oder es gleich mit der Krankenkasse klären.

Ein schlauer Rat Mehrwissender wird morgen sicher folgen ...

Gruß
w.

von
Lauschangriff

Danke erstmal.
Also Beiträge kommen dann wohl nicht auf mich zu. Ich werde mich nochmal informieren, ob ich mich für die zwei Monat überhaupt noch nachträglich melden muss.
Danke bis hierhin.

Experten-Antwort

Ich empfehle Ihnen, Kontakt mit der Minijob-Zentrale aufzunehmen:
minijob@minijob-zentrale.de
bzw. dort tel. Erkundigungen unter unter
01801 200 504
(Festnetzpreis 3,9 ct/Min;
höchstens 42 ct/Min aus Mobilfunknetzen) oder
0355 2902-70799
einzuholen

von
Knut Rassmussen

1. Arbeitnehmerzeiten und Zeiten der Selb ständigkeit werden nicht addiert.

2. Zeiten einer Selbständigkeit von unter 3 Monaten sind keine auf Dauer angelegte Selbständigkeit und eine solche wird sozialrechtlich nicht erfasst!