Minijob in der Elternzeit

von
Jan Leichtweiß

Meine Ehefrau befindet sich zurzeit im zweiten Jahr der Elternzeit. Sie hatte ursprünglich drei Jahre bei ihrem Arbeitgeber beantragt. Nun überlegt sie, ob sie ab Januar schon mal Tageweise bei ihrem Arbeitgeber arbeiten geht, z.B. im Rahmen eines Minijobs. Soweit ich informiert bin, erwirbt sie während der Elternzeit den Rentenanspruch des durchschnittlichen Arbeitnehmers. Was würde passieren, wenn sie jetzt einen Minijob während der geplanten Elternzeit annimmt? Wie sieht dann der Rentenerwerb aus? Macht es einen Unterschied, ob sie einem ausgewiesenen Minijob nachgeht oder aber einfach nur die Arbeitszeit entsrpechende reduziert? Danke für ihre Antwort.

von
-_-

Kindererziehungszeiten erhalten seit dem 01.07.1998 für jeden Kalendermonat 0,0833 Entgeltpunkte. Dies entspricht fast 100 % des Durchschnittsentgelts. Außerdem werden nach § 70 Abs. 2 SGB 6 Kindererziehungszeiten ggf. zusätzlich zu bereits vorhandenen zeitgleichen Beitragszeiten angerechnet, jedoch zusammen nur bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_56R1

Die Kindererziehungszeit wird in der gesetzlichen Rentenversicherung unabhängig davon angerechnet, ob Beitragszeiten aufgrund einer Beschäftigung zurückgelegt werden. Die Beiträge für Kindererziehungszeiten werden vom Bund getragen.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_70R3.1

Für Zeiten eines Minijobs werden ganz normale Zuschläge an Entgeltpunkten für Arbeitsentgelt aus geringfügiger versicherungsfreier Beschäftigung nach § 76b SGB 6 ermittelt.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_76BR0

Experten-Antwort

Ein Minijob ist in der gesetzlichen Rentenversicherung grundsätzlich versicherungsfrei, der Arbeitgeber muss jedoch einen Pauschalbeitrag entrichten. Ihre Frau hat die Möglichkeit, diesen Pauschalbeitrag auf einen vollen Rentenversicherungsbeitrag aufzustocken, hierzu ist eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber nötig. Da es sich um ein komplexes Thema handelt, empfehlen wir Ihnen die Vor- und Nachteile sowie die Modalitäten dieser Beitragszahlung in einem persönlichen Beratungsgespräch zu klären.
Nun noch zu Ihrer Frage der Kindererziehungszeiten: die aus einem Minijob oder einer versicherungspflichtigen Teilzeitbeschäftigung erworbenen Rentenansprüche werden zusätzlich zur parallel liegenden Kindererziehungszeit berücksichtigt. Eine Begrenzung würde nur erfolgen wenn durch das Zusammenrechnen die Beitragsbemessungsgrenze, die dieses Jahr bei einem Jahreseinkommen von 66.000,- Euro brutto liegt, überschritten würde.