Minijob Pauschalsteuer

von
ottoca

Ist es korrekt, dass mein Arbeitgeber die 2 % Pauschalsteuer mir von meinem Minijobverdienst einbehält, wenn nicht , wie kann ich am besten dagegen vorgehen?Was ist die ges. Grundlage ?

von
Schiko.

Die grundlage für die zwei prozent ist der gesetzes text.

Vor jahren wurde einfach der stundenlohn vermindert
und somit bekam der arbeitgeber steuer und abgaben
die er allein bezahlte herein.

Tatsächlich, es ist zulässig von den dreißig prozent die
zwei prozent steuer vom brutto zu kürzen, dagegen aber
nicht die lohnnebenkosten .

Mit freundlichen Grüßen

Experten-Antwort

Hallo ottoca,
das Arbeitsentgelt von Minijobbern ist stets steuerpflichtig. Die Lohnsteuer kann pauschal oder nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte erhoben werden. Im Falle der pauschalen Besteuerung ist der Arbeitgeber Steuerschuldner. Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, die Steuer auf den Arbeitnehmer umzulegen. Der pauschal versteuerte Lohn bleibt in jedem Fall bei der persönlichen Einkommenssteuerveranlagung unberücksichtigt.

von
Schiko.

Bei einem minijob bis 400
gibt es keine merkmale nach
der steuerkarte, da die
steuerkarte der arbgeber nicht
erhält.

MfG.

von
Wolfgang

Ihre Frage ist arbeitsrechtlicher und erst im zweiten Schritt steuerrechtlicher Natur.
Die Frage ist also, darf Ihr Arbeitgeber arbeitsrechtlich zulässigerweise die pauschale Steuer von Ihrem Gehalt einbehalten. Antwort: Ja. Arbeitsrechtlich sieht es für Sie schlecht aus:

Das Bundesarbeitsgericht (Urteil v. 5.8.1987) hat entschieden, dass ein Arbeitgeber im Innenverhältnis den Arbeitnehmer mit pauschaler Lohnsteuer belasten darf. Als Arbeitnehmer haben Sie nämlich ein Wahlrecht, Sie können (Achtung Schiko.!) die Lohnsteuerkarte (Achtung Schiko.: das hat sich seit 1987 nicht geändert!) vorlegen, um nach den persönlichen Merkmalen versteuert zu werden. Damit - so das Gericht - stehen Sie nicht schlechter als ein Arbeitnehmer, bei dem die Steuer nicht pauschal berechnet werden kann. Alternativ können Sie die pauschale 2%-ige Besteuerung bei einem Mini-Job beantragen und damit in Ihrem Fall wählen, dass die pauschale Steuer im Innenverhältnis von Ihnen getragen wird.

von
Schiko.

Es ging von vorne herein nur um den klassischen minijob.

Hier zahlt der arbeitgeber die 30 % und steuerrechtlich wird
dem arbeitnehmer das einkommen nicht dazugeschlagen.
Gestattet ist jedoch, der arbeitgeber vermindert um die steuer den
auszahlungsbetrag. Der AN. kann diesen betrag aber auch nicht in die
seine steuerberechnung mit einbeziehen bei zusätzlichen einkommen

Statt den minijob kann es auch geringer normalverdienst auf steuer-
karte sein, bei vierhundert fällt ja nach steuerklasse I oder III über-
haupt keine steuer an.

So wollte ich dies ausdrücken.

Barbara graf, meine §§§§ ist nicht so mein ding.
Da sind sie mir, lieber wolfgang, auch andere,meilen-
weit voraus.

Mit freundlichen Grüßen.

von
ottoca

Danke für die Infos..eine Zusatzfrage:wenn die Steuerkarte vorgelegt wird, hat man dann die Möglichkeit, über den Lohnsteuerjahresausgleich die vom AN gezahlten Steuern zurückerstattet zu bekommen ?

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