mit 60 rente, schwerbehindert 50%, grundsicherung bekommt man welche wenn man vorübergehend im ausla

von
piomaus

hallo,
mein lebensgefährte hat ein grösseres problem, er ist jetzt mit 60 in rente gegangen, er ist schwerbehindert 50 %, er kann öfters für ein paar monate nach ungarn zum fischen zu einem bekannten kostenlos. jetzt hat er die grundsicherung beantrag, weil er eine sehr, sehr niedrige rente hat. sie ist ihm jetzt nur für einen monat gezahlt worden. ich verstehen es einfach nicht, die kosten, wie strom, miete u. heizung u. lebensunterhaltungskosten laufen doch weiter. man sagte ihm, weil er im moment im ausland wäre bekommt er nichts. ist das richtig. kann ich einfach nicht verstehen, weil er braucht ja weiterhin das geld. jetzt soll er, wenn er wieder zurück ist, einen neuen antrag stellen. ich habe aber im internet gelesen wörtlich
"entscheidend für den anspruch auf grundsicherung ist, dass der antragssteller seinen "gewöhnlichen aufenthalt" in deutschland hat.
können sie mir vielleicht weiterhelben. vielen dank.

von
Carlo

Er kann pro Jahr 17 Wochen Ortsabwesendtheit beantragen,ist er länger weg entfallen seine Ansprüche.

von
Realist

Wenn sich Ihr Lebensgefährte tatsächlich MONATELANG in Ungarn aufhält, sollte er vielleicht dort Grundsicherungsleistungen beantragen! In Deutschland Sozialhilfe beanspruchen und im Ausland billig leben passt nämlich nicht unbedingt zusammen!

von
piomaus

antowort auf realist:
vielen dank für ihren beitrag aber er ist nur vorübergehend im ausland, d.h. ca. 8 wochen u. ausserdem ist das leben dort genauso teuer wie bei uns, wahrscheinlich nicht richtig informiert oder?

von
Schade

und wieso soll der deutsche Staat per Grundsicherung dafür aufkommen, dass der gute Mann monatelang in Ungarn fischen gehen kann?

Das Anspruchsdenken scheint mir da schon enorm zu sein.
Eine riesige Ungerechtigkeit oder gar eine Zumutung kann ich da nicht erkennen.

von
Realist

Nun, immerhin wird er von seinem Freund kostenlos beherbergt - schrieben Sie jedenfalls - und selbstgefangene Fische können sehr schmackhaft sein!

von
Wolfgang

Hallo piomaus,

Ihr Lebensgefährte hat doch (hoffentlich) Widerspruch gegen den (ablehnenden) Grundsicherungsbescheid eingelegt ?!! ...und sich das mit dem 'gewöhnlichen Aufenthalt näher begründen zu lassen. Eine Legaldefinition (gesetzliche Regelung) gibt es dazu nämlich nicht, nur gerichtliche Auslegungen. Das Grundsicherungsamt wird dann möglicherweise in Erklärungsnot kommen.

Google: dauernder Aufenthalt, gewöhnlicher Aufenthalt (analog Wohnsitz), da finden Sie schon.

Gruß
w.
PS: diverse Blockwartmeinungen andere User können unbelesen ignoriert werden ;-)

PPS: Grundsicherung ...Prozesskostenhilfe wäre der nächste Schritt, um seine Rechte durchzusetzen

von
tischtennispiomaus

hallo wolfgang,
endlich einmal eine klare antwort u. nicht zynische bemerkungen dass tut einem schon gut, dass
man ernst genommen wird u. nicht nur blah, blah. ich werde es so weitergeben. ich finde es auch nicht korrekt, wenn man ca. 2 monate nicht zu hause ist u. rentner ist u. schwerbehindert, dass man da nicht in einen urlaub fahren soll u. immer zu hause bleiben muss, schliesslich ist er ja nicht arbeitssuchend. er hat sein leben lang gearbeitet u. schwer u. wenn er eingeladen wird, warum sollte er es nicht wahrnehmen. würde ich auch machen. seine unkosten, wie miete etc. läuft ja weiter.
vielen dank für die netten worte. tischtennispiomaus

von
Rosanna

Also ganz von der Hand zu weisen sind die Beiträge von @Schade und Realist trotzdem nicht.

Natürlich muß kein Altersrentner den Rest seines Lebens nur in seiner Bude hocken! Aber wenn ich wüßte, dass eben nur für einen gewissen Zeitraum, den ich im Urlaub/Ausland verbringe, Grundsicherungsleistungen gezahlt werden, würde ich mich auch dran halten.

Man kann im Leben einfach nicht immer alles haben. Und wenn wie Sie sagen Ihr Lebensgefährte eine sehr, sehr niedrige Rente erhält (das ist sowieso relativ zu sehen!), muß er es sich halt 3 mal überlegen, ob er sich den mehrwöchigen Aufenthalt in Ungarn leisten kann. Es ist ja nicht nur mit der kostenlosen Beherbergung abgetan.

Ein Beschäftigter, der ein niedriges Einkommen hat, und vielleicht noch eine Familie davon unterstützen muß, kann auch nicht grad so wochenlang in Urlaub fahren. Oder sollte er dann für diese Zeit auch Sozialhilfe beantragen?

Sofern Sie evtl. sogar mit Ihrem Lebensgefährten zusammenwohnen und sich die lfd. Kosten teilen, verstehe ich die Entscheidung des Grundsicherungsamtes erst recht.

Nicht dass Sie mich falsch verstehen. Ich gönne JEDEM, ob Rentner oder Beschäftigter, einen Urlaub. Aber wenn er dann auf Kosten der Allgemeinheit geht(GruSi-Leistungen werden schließlich über Steuergelder finanziert), fehlt mir ehrlich gesagt das Verständnis.

MfG Rosanna.

Experten-Antwort

Definiert wird der Begriff "gewöhnlicher Aufenthalt" in § 30 SGB 1. Gemaß § 30 Abs. 3 S. 2 SGB 1 hat jemand seinen gewöhnlichen Aufenthalt dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht nur vorübergehend verweilt. Wenn das Grundsicherungsamt die Leistung eingestellt hat, wird dies schon geprüft worden sein. Sie sollten dann, nachdem Sie Ihren Aufenthalt wieder im Inland haben, den Antrag erneut stellen.

von
Wolfgang

Zum vertieften Nachlesen mit Beispielen/Erläuterungen:

http://rvliteratur.bfa.de/bfa/xtention_index.htm

Durchklicken über
- RH-SGB
- SGB I
- § 30

Gruß
w.

von
piomaus

vielen dank für das rege interesse habe im internet recherchiert da steht
"Entscheidend für den Anspruch auf Grundsicherung ist, dass der Antragssteller seinen "gewöhn-
lichen Aufenthalt" in Deutschl. hat. Dabei ist es nicht wichtig, dass man dauerhaft an einem
Ort wohnt, es muss aber auf jeden Fall erkennbar sein, dass man seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland hat.
außerdem habe ich in erfahrung gebracht, dass es nur gerichtsurteile darüber gibt u. keinen aussagbaren §. er lebt ja nicht von sozialhilfe sondern hat sein leben lang hart gearbeitet u. ist krank geworden. 50 %. er hat ja seine rente eben halt nicht so viel. er ist nicht wie manche arbeitslose die hartz iv bekommen u. nicht mehr arbeiiten wollen. warum sollte er im rentenalter nicht einmal für ein paar wochen woanders sein. ich finde eine grundsicherung steht jedem zu der ein niedriges einkommen oder eine niedrige rente bekommt, warum soll man sich als rentner wie ein arbeitsloser abmelden, das finde ich unsinnig. dafür ist er ja in rente

von
Wolfgang

> außerdem habe ich in erfahrung gebracht, dass es nur gerichtsurteile darüber gibt u. keinen aussagbaren §.

Richtig 'mäuschen' ...über den Zeitumfang gibt es in der Tat nur auslegende urteile - und die aus den oben genannten gelten für das gesamte SGB (bis auf die dort aufgeführten Ausnahmen), also auch Grundsicherung. Nur Mut, jenseits moralischer Bewertungen ...die eh nur ein subjektiver Ratgeber ohne Wert sein können.

Gruß
w.