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Mit 63 Jahren in Rente auch ohne 35 Beitragsjahre

von
Mike

Meine Frau ist Jahrgang 1964 hat bisher 16 Jahre gearbeitet,10 Jahre unseren Sohn erzogen und ist zur Zeit in einer geringfügigen Beschäftigung ohne 7,5 % Eigenanteil.
1. Frage : Gilt Kindererziehung als Beitragsjahre.
2. Frage: Kann Sie ohne 35 Beitragsjahre mit 63 in Rente gehen (Abschlag 14,4%)
3.Frage: Kann man nachträglich die 7,5% der geringfügigen Beschäftigung zu einem späteren Zeitpunkt nachzahlen, um auf die Beitragsjahre zu kommen.

Vielen Dank für die Beantwortung der 3 Fragen

von
no name

Um es kurz zu machen:

Ohne 35 Jahre Wartezeit zu haben, kann ihre Frau nicht mit 63 in Rente gehen. (Altersrente wg. Alo oder nach ATZ und Altersrente für Frauen ist bis dahin abgeschafft und die anderen vorzeitigen Alterrenten verlangen 35 Jahre Wartezeit)

Kindererziehungszeiten sind Beitragszeiten für die ersten drei Lebensjahre eines Kindes, wenn das Kind nach dem 31.12.1991 geboren wurde.
Wurde das Kind schon vor 1991 geboren, wird 1 Jahr Kindererziehungszeit als Beitragszeit angerechnet.

Die ersten 10 Lebensjahre eines Kindes werden als Berücksichtigungszeiten anerkannt (KEINE Beitragszeit, zählt aber mit für die 35-Jahre-Wartezeit)

Ein Verzicht auf die Versicherungsfreiheit ist nur mit Wirkung für die Zukunft abzugeben.

Experten-Antwort

Zu 1) Ja. Für die Zeiten der Erziehung eines Kindes bis zu dessen drittem Lebensjahr werden sogen. Kindererziehungszeiten - im Regelfall der erziehenden Mutter - gewährt. Diese Zeiten stehen den Pflichtbeitragszeiten (etwa aus Beschäftigung) gleich und werden für alle Wartezeiten für eine Rente (so auch für die 35 Jahre) berücksichtigt.

Gleiches (anrechenbar auf Wartezeit von 35 Jahren) gilt auch für die sogen. Kinderberücksichtigungszeiten, die bis zum 10. Lebensjahr des erziehenden Kindes gewährt werden können.

Zu 2) Nein. Die Altersrente für langjährig Versicherte kann Ihre Frau - nach derzeit geltender Rechtslage - mit 63 Jahren und den maximalen 14,4 % Abschlag beanspruchen - wenn Sie im Zeitpunkt des Rentenbeginns auch die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt hat.

Mit den derzeit nur 26 anrechenbaren Jahren für die Wartezeit der Altersrente für langjährig Versicherte wird dies nicht möglich sein.
Zwar ermitteln sich auch aus Zeiten einer geringfügig versicherungsfreien Beschäftigung Wartezeitmonate, nur sind dies im Falle eines 400 Euro Jobs auf ein Jahr gerechnet nur knapp 4 Monate.....

Bei einem sogen. Verzicht auf die Versicherungsfreiheit wären indes aktuell (bei Aufnahme der geringf. BV ab Juli 2006) nur 4,9 % vom Arbeitnehmer aufzustocken um den vollen RV Beitrag und damit Versicherungspflicht zu erhalten. Dann gilt ein Monat dieser Beschäftigung auch als ein Monat für die Wartezeit.

Zu 3) Nein. Solch ein Verzicht ist indes nur für die Zukunft beim jeweiligen Arbeitgeber möglich. Nähere Infos dazu finden sich i.Ü. auch hier http://www.minijob-zentrale.de/nn_10182/DE/1__AN/2__aufstockungRente/navNode.html__nnn=true

Eine spätere Nachentrichtung von (freiw.) Beiträgen für rentenrechtliche Zeiten ist ledigl. Im Falle der Nichtanerkennung von Schulausbildungszeiten zwischen 16 und 17, vgl. § 207 Sozialgesetzbuch VI. Dies müsste zum einen bei Ihrer Ehefrau zutreffen, zum anderen dies bis zu deren 45. Lebensjahr beim zust. RV Träger beantragt werden.

Wird die Wartezeit von 35 Jahren bis 63 bzw. danach nicht erfüllt, so kann Ihre Frau - nach derz. geltender Rechtslage - erst mit 67 Jahren die Regelaltersrente beanspruchen.

Über Möglichkeiten der Inanspruchnahme einer sogen. Erwerbsminderungsrente kann sich Ihre Frau im Fall der Fälle in einer unserer Auskunfts und Beratungsstellen beraten lassen.

MfG

von
Mike

Die 3 Frage ist noch offen.

Kann meine Frau dann mit aktuell 26 Beitragsjahren, die restlichen 9 Jahre von Ihrer geringfügigen Beschäftigung nachzahlen (7,5 % der Jahressumme).
Ist die Nachzahlung auch noch kurz vor Rentenbeginn möglich ?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Experten-Antwort

Wie dies bereits in der ersten Antwort zu Ziffer 3 geschrieben wurde: Nein.

Wurde indes eine Verzichtserklärung gegenüber dem AG abgegeben, so behält dieser grundsätzlich mit Wirkung des Verzichts die zusätzlichen Beiträge ein und führt diese ab.

Für einen erst Jahre später erfolgten Verzicht für die Vergangenheit besteht kein Raum, ebenso wenig für die Abgabe einer Verzichtserklärung zum jetzigen Zeitpunkt mit Aufschub der Zahlung der Aufstockungsbeiträge in die Zukunft.

MfG

von
Schiko..

Kleine ergänzung, der experte
hat ja um 15:27 fachmän-
nisch schon darauf hingewiesen, es sind 4,90 %
eigenleistung, somit 19,60
die monatlich zu verrechnung
gelangen.
Diese 4,90 % gelten z.B. auch
aus nur 310 euro mtl. Mit verlaub, um 15:44 sprechen sie wieder von 7,5% aus der
jahressumme.15% und 4,90%
ergeben doch 19,90% gesamtbeitrag.

Oder meinten sie doch was
ganz anderes?

MfG.