Mitteilungspflicht eines EMR Status an den Arbeitgeber?

von
Rosanna

Hallo Neptun,

selbstverständlich wird bei einer Anfrage nach dem Hinzuverdienst GRUNDSÄTZLICH nicht nach den Stunden gefragt.

Etwas anderes ist es aber, wenn im Rentenverfahren ein Leistungsvermögen von 3 - 6 Std. festgestellt wird UND der Versicherte einen Teilzeitarbeitsplatz (das ist es ja wohl bei 20 Stunden!) innehat. DANN gibt es nämlich nicht die volle EM-Rente (Arbeitsmarktrente), sondern nur die teilweise Rente. Und wenn im bisher ausgeübten Beruf das LV auch bei 3 - 6 Std. liegt, muß sogar beim Arbeitgeber nachgefragt werden, ob der Versicherte einen Teilzeitarbeitsplatz inne hat oder ihm ein solcher angeboten werden kann (§ 8 TzBfG).

Soweit ich mich erinnern kann, hat @Hobbyoptimierer auch noch keinen Rentenantrag gestellt. In diesem muß dann von ihm die tgl. Arbeitszeit angegeben werden (in der Anlage B).

Und noch was - den Begriff ERWERBSUNFÄHIG gibt es seit 2001 nicht mehr!

MfG Rosanna.

von
Wolfgang

> Und noch was - den Begriff ERWERBSUNFÄHIG gibt es seit 2001 nicht mehr

Hallo Rosanna,

nunja, wenn frau weit genug im SGB VI (§ 236a Abs. 3) blättert, schon ;-)) Allerdings stolpert man über den Begriff auch schon vorher.

Gruß
w.

von
Rosanna

Hallo Wolfgang,

im § 236 a SGB VI geht es ja auch darum, ob der/die Versicherte berufs- oder erwerbsunfähig NACH DEM AM 31.12.2000 (!) geltenden Recht ist! Ab 2001 gibt es diesen Begriff aber nicht mehr, und nur das hatte ich geschrieben. :-))

MfG Rosanna.

von
neptun

Hallo Rosanna,

danke für die Ausführungen, aber es war mir bekannt.
Ich gebrauchte das Wort "erwerbsunfähig", um Realist darauf hinzuweisen, daß es eben nur "erwerbsgemindert" heißt und damit zulässigerweise eben eine Teil-EM-Rente mit Hinzuverdienst oder eine volle EM-Rente mit Hinzuverdienst gibt.

Außerdem ging es um die Bemerkung, daß jemand nicht voll erwerbsgemindert sein kann, wenn er mehr als 3 Stunden täglich arbeitet, um den Hinzuverdienst zu erreichen, wenn sein Stundenlohn niedrig ist.
Einen Nachweis muß derjenige nicht erbringen, daß er auf Kosten seiner Gesundheit arbeitet, weil die DRV eben normalerweise nicht an seinen geleisteten Stunden interessiert ist.

Also bitte meinen Text in dem Zusammenhang lesen, in dem ich ihn geschrieben habe.

LG Neptun

von
Rosanna

Hallo Neptun,

ich habe Ihren Beitrag schon im Gesamten gelesen. Ich möchte mich mit Ihnen auch weder streiten noch rumdiskutieren.

Sie schrieben an @Realist:

"...erwerbsgemindert heißt nicht automatisch erwerbsunfähig. Daher auch Teil-EM-Renten. Daher auch ein möglicher Hinzuverdienst." und

"Der Wortlaut in den Bestimmungen ist vollkommen klar. Es geht um Hinzuverdienstgrenzen, nicht um Arbeitsstunden."

Diese Aussage trifft einfach nicht SO zu, @Realist hat das schon richtig erfaßt!

@Hobbyoptimierer IST übrigens kein Rentner, sondern er beabsichtigt, einen Rentenantrag zu stellen. Und da ist es schon relevant, WIE VIELE STUNDEN er täglich arbeitet, wie sein Leistungsvermögen eingestuft wird, etc. Und wenn H.O. 20 Std. arbeiten kann, erhält er u.U. auch bei einem LV von unter 3 Std. tgl. keine volle, sondern nur eine teilweise EM-Rente.

@Realist und auch ich haben NICHTS anderes gesagt!

Wird einmal eine EM-Rente bezogen, werden diese Daten SELTEN hinterfragt. Im Rentenverfahren ist das aber etwas anderes.

Ansonsten habe ich bereits genügend Ausführungen zu diesem Thema gemacht. Ich mag jetzt nimmer ... :-))

MfG Rosanna.

von
HO

Hallo Rosanna,

ich möchte Sie loben. Sie lesen sehr präzise und merken sich auch offenbar verschiedenste Sachverhalte der Schreiber hier. Respekt!

Ich habe am Mittwoch einen Termin beim VdK. Da stelle ich nochmal die Frage, ob es sinnvoller ist, meinen EMR Antrag VOR meinem Arbeitsbeginn am 1.7. (also noch während meiner Krankschreibung) oder erst WÄHREND meiner 20h/Woche Tätigkeit zu stellen.

von
Rosanna

Hallo HO,

danke für das Kompliment. Ich versuche, Antworten zu geben, die Hand und Fuß haben. Es ist nun mal niemandem geholfen, wenn irgendetwas schön geredet wird. Wenn dabei auch manchmal mein Temperament mit mir durchgeht und ich vielleicht etwas direkter werde. Nebenbei bleibe ich auch realistisch - wie der User mit diesem Namen. :-))

Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim VdK. "Dort werden Sie geholfen."

Es wäre schön, wenn Sie anschließend im Groben berichten, wie das Gespräch verlaufen ist.

MfG Rosanna.

von
neptun

Hallo Rosanna,

die DRV prüft das Leistungsvermögen unabhängig von der bisher geleisteten Arbeitszeit, eben weil dieses teilweise oder vollständig aufgehoben sein kann, oder auch nicht. Da folgt dann die Ablehnung. Da ist der Wunsch von HO erst mal unerheblich.

So gibt es auch die Fälle, wo nach Bewilligung der vollen EM-Rente Widerspruch eingelegt werden muß, um nur die Teil-EM-Rente nach Intervention zu erreichen und den Teilzeitarbeitsplatz zu erhalten.

HO kann sicher auch seinen Antrag mit dem Wunsch an die DRV nach 20 Stunden je Woche Arbeitszeit versehen.

Realist hat seine Aussage gerade aber unter der Prämisse nach voller Erwerbsminderung gemacht. Und da ist der Hinzuverdienst maßgeblich und nicht die dafür erforderliche Stundenzahl.

@Und wenn H.O. 20 Std. arbeiten kann, erhält er u.U. auch bei einem LV von unter 3 Std. tgl. keine volle, sondern nur eine teilweise EM-Rente.

Objektiv gesehen ist dieser Satz falsch. Entweder liegt das LV unter 3 Std. tgl., oder eben darüber.
Was HO letztlich gerne möchte und machen wird ist erst nachrangig von dieser Entscheidung der DRV zu sehen.

Ich möchte in der Sache genau bleiben.

LG Neptun

von
HO

Hallo neptun,

danke für die weitere Erläuterung.

Tja, die Sache wird noch etwas komplizierter. Ich werde auf jeden Fall beim Antrag eine 4h/Tag Tätigkeit als möglich reinschreiben.

Tatsächlich schätze ich (und einige Ärzte) es aber so ein, dass ich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weniger 3h arbeiten kann. Da meine Stelle jedoch HEIMARBEIT beinhaltet und sich dies mit meiner Erkrankung gut vereinbaren lässt bin ich in dieser Stelle mehr 3h leistungsfähig.

Ich werde berichten, was dabei rauskommen wird.

Die einzige Entscheidung vor der ich noch stehe ist, den Antrag jetzt während Krankschreibung oder erst ab Juli wenn ich (heim)arbeite abzugeben.

von
Rosanna

Hallo Neptun,

ich finde, Sie machen die ganze Sache noch komplizierter, als sie eh schon ist.

Ihr Zitat: "So gibt es auch die Fälle, wo nach Bewilligung der vollen EM-Rente Widerspruch eingelegt werden muß, um nur die Teil-EM-Rente nach Intervention zu erreichen und den Teilzeitarbeitsplatz zu erhalten."

In der Regel ist dies so nicht der Fall. Wenn das LV feststeht UND es bekannt ist, dass der Versicherte einen Teilzeitarbeitsplatz innehat UND die tgl. Arbeitszeit bekannt ist, wird je nachdem, WAS er noch arbeiten kann, erst gar keine volle EM-Rente, sondern eine teilweise EM-Rente gewährt.

Da spielen so viele Faktoren eine Rolle, die INDIVIDUELL im Rentenverfahren geprüft werden müssen, so daß bei der Frage von H.O. nur auf die häufig vorkommendsten Sachverhalte eingegangen werden kann. Und die Frage war ja ursprünglich nur, ob H.O. seinem Arbeitgeber über die Rentenantragstellung bzw. den Rentenbezug Bescheid geben soll/muss!

"Und wenn H.O. 20 Std. arbeiten kann, erhält er u.U. auch bei einem LV von unter 3 Std. tgl. keine volle, sondern nur eine teilweise EM-Rente."

Sie sagen, dies ist falsch.
WAS daran falsch sein soll, kann ich leider nicht erkennen. Ich bin der gleichen Auffassung - allgemein gesehen.

Fakt ist: Ein Rentenantrag ist kein Wunschkonzert. Jetzt lassen wir´s am Besten ruhen und warten ab, was bei dem Gespräch mit dem VdK und letztendlich beim Rentenverfahren herauskommt. Vielleicht wird uns H.O. darüber berichten.

MfG Rosanna.

von
Rosanna

Hallo H.O.,

genau das wollte ich eigentlich vermeiden: dass alles noch komplizierter wird.

Sie schreiben, dass Sie zur Zeit krankgeschrieben sind. Je nachdem, ob und wie lange Sie schon KG erhalten, wird die KK Sie evtl. auch zur Reha-Antragstellung auffordern. Dann sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.

Besprechen Sie dies am Besten alles mit dem VdK.

Es git soooo viele Fallkonstellationen, dass niemand hier im Forum genau das für Sie Spezielle und Passende wissen kann! Also, machen Sie sich nicht verrückt, warten den Termin beim VdK ab.

MfG Rosanna.

von
neptun

Hallo HO,

normalerweise wird der Zeitpunkt der Antragstellung auch als Zeitpunkt für die Bewilligung angesetzt. Nur bei einem eindeutig in der Vergangenheit liegenden Ereignis, das zur EM führte, wird wohl davon abgewichen.

Eine EM-Rente auf Zeit wird erst ab dem 7. Monat gezahlt. Eine Rente auf unbestimmte Zeit wird vom ersten Tag an gezahlt.

Das Antragsverfahren wird sicher 2-4 Monate dauern. Mit Widerspruch kann es leicht ein Jahr werden.

Grundsätzlich gilt Reha vor Rente und die Entscheidung, ob Du diese genießen darfst, trifft die DRV.

Dies wären so die Prämissen, die mir einfallen, unter denen Du Dich nun entscheiden kannst für den Zeitpunkt der Antragstellung.

LG Neptun

von
neptun

Hallo Rosanna,

@Wenn das LV feststeht UND es bekannt ist, dass der Versicherte einen Teilzeitarbeitsplatz innehat UND die tgl. Arbeitszeit bekannt ist, wird je nachdem, WAS er noch arbeiten kann, erst gar keine volle EM-Rente, sondern eine teilweise EM-Rente gewährt.

Wie Sie schreiben: Wenn das Leistungsvermögen festgestellt wurde (WAS er noch arbeiten kann), wird danach die Rente im Umfang bestimmt. Dies ist relevant.
Nicht relevant ist die Arbeitszeit, die jemand in seinem Job bisher geleistet hat (Wenn das LV feststeht UND es bekannt ist, dass der Versicherte einen Teilzeitarbeitsplatz innehat UND die tgl. Arbeitszeit bekannt ist).

So kann man auch aus Teilzeit eine volle EM-Rente bekommen. Ich habe eine.

Die Einschätzung von HO ist selbst, daß er wohl für den allgemeinen Arbeitsmarkt ein aufgehobenes Leistungsvermögen hat. Da muß die DRV ihm schon entgegen kommen, seinen Wunsch erfüllen, damit er diesen speziellen Arbeitsplatz weiter wahrnehmen kann und es wahrscheinlich keine Probleme mit dem Hinzuverdienst geben wird. Ein Selbstgänger ist das nicht und daher mein Satz: So gibt es auch Fälle ...

LG Neptun

von
Rosanna

..."normalerweise wird der Zeitpunkt der Antragstellung auch als Zeitpunkt für die Bewilligung angesetzt. Nur bei einem eindeutig in der Vergangenheit liegenden Ereignis, das zur EM führte, wird wohl davon abgewichen."

Hallo Neptun,

lassen Sie´s doch lieber bleiben. Ihre obige Aussage stimmt doch überhaupt nicht! Es ist MEISTENS umgekehrt der Fall. Wenn eine AU vorliegt, ist in mindestens 90 % der Fälle der Eintritt der AU der Leistungsfall. Bei einer längeren ALO bei Antragstellung z.B. kann schon mal das Antragsdatum als Leistungsfall herhalten, sofern sich kein anderer LF bestimmen läßt.

..."Eine Rente auf unbestimmte Zeit wird vom ersten Tag an gezahlt."

WIE BITTE? Der Rentenbeginn richtet sich nach § 99 Abs. 1 SGB VI:

Eine Rente wird von dem Kalendermonat an geleistet, zu dessen Beginn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. WENN DIE RENTE BIS ZUM ENDE DES 3. Kalendermonats nach Eintritt des Leistungsfalles beantragt wird. Bei späterer Antragstellung beginnt die Rente ab dem KM, in dem sie beantragt wird.

Wie Sie mit diesen Aussagen H.O. helfen wollen, entzieht sich meiner Kenntnis.....

von
Realist

Ich danke der Userin "Rosanna" für ihre kompetenten Ausführungen und gönne dem User "Neptun" das (hoffentlich) letzt Wort, auch wenn mich seine Ausführungen nicht so recht überzeugen können!

von
HO

Hallo,

der Tenor des Gesprächs beim VdK war, dass es wohl im Falle einer vollen EMR unproblematisch sei, tatsächlich 20h/Woche zu arbeiten. Aber wirklich sicher war man sich da auch nicht.

von
Rosanna

Hallo H.O.,

???? War das Alles? Ist aber nicht so dolle!

Am besten lesen Sie nochmal meinen obigen Beitrag an Sie vom 27.5., 9:41. Hier ging es darum, ob Sie derzeit KG beziehen. Je nachdem müssen Sie ja sogar zunächst einen Reha-Antrag stellen.

Andernfalls müssen Sie für sich entscheiden, wann Sie den Rentenantrag stellen wollen. Eigentlich können Sie den Rentenantrag dann auch erst stellen, wenn Sie die Teilzeitbesch. bereits aufgenommen haben.

Sind Sie aber UNBEDINGT auf eine zumindest teilweise EM-Rente (finanziell) angewiesen, sollten Sie gleich den Antrag stellen. Denn das Rentenverfahren wird sich u.U. ja auch noch in die Länge ziehen.

Sie wissen ja so oder so nicht, ob Ihnen eine Rente bewilligt oder abgelehnt wird. Und jetzt haben wir schon fast Juni; viel Zeit zum Überlegen bleibt meiner Meinung nach nicht mehr!

MfG Rosanna.

von
HO

Hallo Rosanna,

danke der Nachfrage. Ja, wirklich wissend war die Beratung nicht - wenn auch bemüht. REHA bzw. AHB habe ich bereits August/September 2007 gehabt (Träger DRV Bund). Angewiesen bin ich auf die Rente vorerst nicht, da ich doch ein sparsamer Geselle bin und somit Vorräte habe.

Das Thema kompliziert sich noch etwas, da mein potenzieller Arbeitgeber gerne den Eingliederungszuschuss (ich habe GdB 80) von der AfA beziehen würde. Nun frage ich mich, was die AfA sagt, wenn ich denen mitteile, dass ich einen EMR Antrag gestellt habe. Fällt dann der Eingliederungszuschuss flach?

von
Realist

Davon können Sie ganz gewiss ausgehen! Für Bezieher einer Erwerbsminderungsrente gibt es definitiv keine Eingliederungszuschüsse mehr!
Warum auch? Wer Rente bezieht kann doch angeblich nicht mehr (voll) arbeiten!

von
Rosanna

Also ich denke auch, dass der Eingliederungszuschuss dann wegfällt (wäre übrigens schon ein Grund mehr, Ihrem Arbeitgeber über eine evtl. Rentenantragstellung zu berichten! Es kristallisiert sich hier einiges immer mehr heraus!). Ganz genau weiß ich das aber nicht. Ihr Arbeitgeber kennt doch aber die Bedingungen, inwieweit ein Anspruch auf den E.-Zuschuss besteht. Ihren AG sollten Sie evtl. mal danach fragen.

Also ich persönlich würde an Ihrer Stelle wirklich nochmal darüber nachdenken, ob ein Rentenantrag wirklich sooo sinnvoll ist...

Wenn Sie ab 07/2008 die Heimarbeit mit 20 Std. anfangen, und irgendwann aus gesundheitlichen Gründen WIRKLICH NICHT MEHR (so viel) ARBEITEN KÖNNEN, wäre es evtl. besser, erst dann einen Antrag zu stellen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und eine richtige Entscheidung.

MfG Rosanna.