Möglichkeiten

von
OMA

Liebe Experten
Ich habe vor mit 60 Jahren mit 18 % Abzug in Rente zu gehen. Alle Voraussetzungen habe ich laut RV erfüllt. Bin am 7.1950 geb. Bin beim AA als arbeitssuchend gemeldet ohne Leistung. Habe einen Mann mit Pflegestufe 1 für den ich Sorgen muß. Gehe noch 2 Std. am Tag auf 400 € Basis arbeiten. Alles wurde ordnungsgemäß gemeldet. Nun bearbeitet mich das AA mit Vorstellungsgesprächen , Umschulung usw. Wie kann und soll ich mich verhalten ? Ich weiß mir keinen Rat mehr.
Vielen Dank für die Hilfe!!!

von
Schade

melden Sie sich doch ganz einfach beim AA ab - da sie im nächsten Monat 58 werden, kann doch selbst falls Sie erwerbsgemindert würden, nichts mehr anbrennen.

Wenn Sie unbedingt versichert sein wollen, gibt es beim Minijob durch den Verzicht auf die Versicherungsfreiheit Möglichkeiten.

Also ganz cool bleiben, zur nächsten Beratungsstelle gehen, und sich von niemand verrückt machen lassen.

von
OMA

OMA an Schade:
Hat man mit 58 Jahren keine Verpflichtungen mehr zum AA ? Was besagt die 58 ger Regelung ?
Danke!!!

von
Paule

Hallo OMA!

Unterschreiben Sie bei der Agentur für Arbeit die sogenannte 58er-Regelung. Damit fliegen Sie aus der Arbeitslosenstatistik raus, und brauchen sich auch nicht mehr auf Stellen zu bewerben. Sie werden in der gesetzlichen Rentenversicherung trotzdem als arbeitslos geführt.

MfG

Paule

von
Ulf

Hey Paule,
das was du da meinst gibt es seit dem 01.01.2008 nimmer!!!

Ciao

von
Schade

...und um das ganze nicht unnötig kompliziert zu machen, riet ich OMA zum Beratungsgespräch vor Ort.

Ich befürchte, dass sich ansonsten wieder ein "Rattenschwanz von Rückfragen und Mißverständnissen ergibt, die im konkreten Fall keine Rolle spielen.

von
Brille

Hallo OMA!

Seit wann hat Ihr Mann die Pflegestufe I - ist seit dem evtl. ein Verschlimmerung, d.h. mehr Pflegebedarf, eingetreten? Möglicherweise kann über einen anerkannt höheren Pflegeaufwand (MDK) für Sie auch Rentenvers.pflicht durch die Pflegekasse Ihres Mannes entstehen!

Experten-Antwort

Hallo OMA,

die 58er Regelung betraf eine Erleichterung bezüglich der Meldung bei der Agentur für Arbeit. Der Arbeitslose war weiterhin gemeldet, stand der Arbeitsvermittlung aber nicht mehr zur Verfügung, da er nicht arbeitsbereit war. Diese Zeit galt trotzdem als Anrechnungszeit in der Rentenversicherung. Diese Regelung war aber nur möglich, wenn die Arbeitslosigkeit bereits vor dem 01.01.2008 begonnen hatte und der Arbeitslose vor dem 02.01.1950 geboren ist.

Experten-Antwort

Hallo,

sollten Sie beabsichtigen, mit 60 Jahren in die Altersrente für Frauen zu gehen und dafür auch schon alle versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt haben, ist eine weitere Meldung bei der Agentur für Arbeit nicht mehr erforderlich. Ich unterstelle, dass durch die bestehende Pflegetätigkeit Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden, so dass dadurch die Voraussetzungen für eine eventuelle Erwerbsminderungsrente weiterhin gegeben sind. Eine Aufstockung des Minijobs ist dann nicht mehr erforderlich.

von
OMA

Antwort und Frage an die EXpertin!?
Durch die Pflegetätigkeit werden von meiner Seite her keine Rentenbeiträge geleistet.
Bei der KK bin ich bei meinem Mann in der Familienversicherung Versichert. Ist es Ratsam bei meinem Minijob aufzustocken wenn mich das AA nicht mehr als Arbeitssuchend führen will. Mir geht es auch darum das ich mir nichts verbaue bis zu meinem Renteneintritt.
Danke an die Expertin!!!

von
Paule

Sorry. Hatte mich mit dem Stichtag vertan.

von
Rosanna

Die Pflichtbeiträge für die Pflege werden direkt von der Pflegekasse an die RV gezahlt.

Sie müßten hierüber eigentlich eine Bestätigung der Pflegekasse haben.

Experten-Antwort

Hallo OMA,

es ist durchaus ratsam im Minijob-Verdienstbereich aufzustocken, weil dadurch jeder Monat für die Zukunft in Ihrem Versicherungsverlauf mit
einem Pflichtbeitrag belegt sein würde und keine eventuell schädliche Lücke auftreten kann.

von
M

Nicht zwangsläufig...
Das kommt auf den (durch den MdK festgelegten) zeitlichen Umfang der Pflege an.
Wenn die sagen, dass keine 14 Stunden in der Woche gepflegt wird, dann werden auch keine Beiträge gezahlt.

von
Rosanna

Ja, stimmt auch wieder... :-( Bei Pflegestufe 1 dürfte dies fast der Fall sein. Hatte das übersehen.

von
OMA

Vielen Dank für die guten Ratschläge und Infos.
Einen schönen Tag noch.

von
PUI

Ihre Anfrage beinhaltet 2 Sachverhalte, einmal die Arbeitslosenversicherung und einmal die Rentenversicherung.

Sie vollenden 2010 Ihr 60. Lebensjahr. OK. Wie kommen Sie dahin? Arbeiten Sie in dem Job so, dass Sie über 400 EURO erhalten, dann sind Sie versicherungspflichtig im Rahmen der Gleitzone. Dann haben Sie einen Job und müssen sich nicht mehr beim Arbeitsamt melden. Vorteil, es werden volle Beiträge zur Renten- und Arbeitlosenversicherung entrichtet. Sie erwerben somit einen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Wenn Sie eine Anspruch auf Arbeitslosengeld für 12 Monate erworben haben, kündigen Sie wegen Krankheit Ihr Arbeitsverhältnis und haben dann von 59 bis 60 Anspruch auf Arbeitlosengeld ohne eine Sperrfrist. Weiter zahlt das Arbeitsamt Beiträge auf Ihr Rentenkonto.

Außer diesen Anspruch haben Sie nach Ende der Lohforzhalung auch Anspruch auf Krankengeld. Erhalten Sie Krankengeld von Ihre Krankenkasse, dann zahlt auch diese vereinfacht dargestellt Beiträge an das Arbeitsamt und auf Ihr Rentenkonto.

Nun zur Rente ab 60 mit 18% Abschlägen. Setzen wir eine Jahresrente zu 100% an, dann sind 18% ca. 2 Monatsrente, welche Sie verlieren pro Jahr und dies so lange Sie leben.

Jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten die Abschläge zu minimieren. In Kürze: Sind Sie krank und können selbst nur noch unter 3 Stunden täglich arbeiten, dann können Sie Erwerbsminderungsrente z. B. ab 60 beantragen, diese bis 65 beziehen und dann eine abschlagsfreie Altersrente erhalten.

Sind Sie krank und haben noch keinen Schwerbehindertenausweis, dann beantrag Sie einen solchen beim zuständigen "Versorgungsamt" mit einem Beginndatum der Behinderung vor dem 17.11.2000. Bei den entsprechenden Versicherungsjahren erhalten Sie dann mit 60. eine abschlagsfreie Altersrente.

Beginnt der Behindertenausweis erst nach dem 16.11.2000, dann haben Sie mit 63. diesen Anspruch oder ab 60 mit 10,8% abschlägen.

Erhalten Sie keinen Schwerbehindertenausweis und keine Erwerbsminderungsrente, dann können Sie trotzdem eine Altersrente ohne Abschläge ab 60 erhalten, wenn Sie nachweisen können, dass Sie vor dem 17.11.2000 berufsunfähig oder Erwerbsunfähig waren. kann dies erst nach dem 16.11.2000 nachgewiesen werden, dann gilt wieder, mit 60 10,8% Abschläge.

Es gibt noch mehr Varianten für eine Lösung für Sie. Die o. a. Vorschläge sollten nur die Umsetzungsmöglichkeiten erweiternd darstellen. Die Umsetzung obliegt bei Ihnen. Es kommt vor allem hier auf die Hilfe Ihrer behandelnden Ärzte oder Fachärzte an, die Ihnen entsprechende Atteste erstellen.

Die aus der Pflege an die RV zu zahlenden Beiträge erhöhen wohl noch geringfügig Ihre Rentenansprüche, ebenso Ihre derzeitige Tätigkeit, führen aber nie dazu, dass Sie Ihre Rentenabschläge ermäßigen, danach ist eine Lösuung zu richten.

Es sind alles sehr einfache Lösungen und Lösungen, welche sich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen bewegen.

von
Heinerich

@Pui

"Jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten die Abschläge zu minimieren. In Kürze: Sind Sie krank und können selbst nur noch unter 3 Stunden täglich arbeiten, dann können Sie Erwerbsminderungsrente z. B. ab 60 beantragen, diese bis 65 beziehen und dann eine abschlagsfreie Altersrente erhalten.
"

Das stimmt leider nicht. Der bei der ersten Rente festgestellte Abschlag bleibt Lebenslang erhalten, also auch bei einer späteren Altersrente!!

MfG