"Mütterrente" beantragen und familienversichert bleiben über Renterehegatten möglich?

von
Daniel

Folgende Situation:

Ehemann (73) ist Renter und erhält derzeit eine Rente von ca. 900€. Ehefrau (70) ist derzeit familienversichert und war noch nie selbst erwerbstätig und damit folglich auch schon immer nur familienversichert über den Ehegatten.

Bisher hat die Ehefrau daher auch noch nie eigene Rentenansprüche geltend gemacht. Mit der neuen "Münterrente II" erreicht sie jedoch mit 2 vor 1992 geborenen Kindern 5 Rentenpunkte und hätte somit ab 2019 einen Anspruch auf ca. 160.15 €.

Weitere Einnahmequellen existieren nicht, auch keine Grundsicherung.

1.) Kann die Ehefrau die "Mütterrente II" beeantragen und weiterhin familienversichert bleiben? Die Formulierungen der Krankenkassen sind hier leider für themenfremde nicht ganz leicht zu verstehen.

2.) Des Weiteren noch die Frage wie eine Beantragung einer solchen Rente ablaufen muss? Welche Formulare werden benötigt um die sogenannte "Mütterrente" zu beantragen.

Reichen die Formulare R0100 + V800 von der Deutschen Rentenversicherung aus?

Danke im Voraus für Ihre Antworten.

von
Schade

Die beiden Formulare reichen und zusätzlich noch den V0810.

Damit wird die Krankenkasse informiert die dann wohl entscheiden wird dass die Frau in die KV der Rentner kommt und von den ca 160 noch ca 11% für KV und PV abgehen.

Ansonsten dürfte sich KV technisch nichts ändern, die behält ihre ganz normale "AOK Karte". Ist dann halt dort Rentnerin und nicht mehr familienversichert - aber das entscheidet eh die Kasse

von
BVB

Zitiert von: Schade

Ansonsten dürfte sich KV technisch nichts ändern, die behält ihre ganz normale "AOK Karte".

Falsch!
Als Rentnerin ändert sich die Versicherten-Status-Kennzahl die auf der GKV-Karte gespeichert ist.
Und somit bekommt sie eine neue Karte mit geänderter Kennzahl.

von
Daniel

Danke für die schnellen Antworten. Wenn ich das richtig verstehe, ensteht für die Frau kein Nachteil durch die neue eigene Versicherung. Statt über den Ehegatten familienversichert in der Pflichtversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung zu sein, ist sie dann vorausichtlich selbst pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung der Krankenkasse. Lediglich die die neue Rente würde dann um ca. 11% geschmälert werden.

von
Schade

@Daniel, genau so ist es

@BVB, es ist natürlich ganz wichtig dass die Dame künftig wenn die Kasse auswertet wir oft jemand Schnupfen hat, bzw. das Bein bricht, als Rentnerin gezählt wird und nicht als familienversichert.

Aber das (solche Feinheiten) dürfte den Rentner im allgemeinen und die Fragestellerin im besonderen nicht die Bohne interessieren.

von
Auch Rentner

Zitiert von: Schade

Aber das (solche Feinheiten) dürfte den Rentner im allgemeinen und die Fragestellerin im besonderen nicht die Bohne interessieren.

Also mich interessiert so etwas schon!

Experten-Antwort

Sie sollten die Mütterente bei dem zuständigen Rentenversicherungsträger mit den bereits erwähnten Vordrucken R0100 und V800 beantragen.

Über die Krankenversicherung der Rentner entscheidet dann alleinig die zuständige Krankenkasse. Wenn Sie dieses vorab rechtssicher wissen möchten, wenden Sie sich an die zuletzt zuständige gesetzliche Krankenkasse und geben dabei an, wann Sie die Rente beabsichtigen zu beantragen.

MfG

von
Claus

Falls bisher im Versicherungskonto der Dame wirklich noch keine Kindererziehungszeiten gespeichert sind, sollte sie sich gut überlegen, ob sie die Rente tatsächlich erst ab 01.01.2019 in Anspruch nehmen möchte.

Im Rahmen eines sozialrechtlichen Herstellungsanspruchs wäre dann auch noch ein rückwirkender Rentenbeginn 01.01.2015 möglich.

Zwar müsste sie für 12 Monate freiwillige Mindest-Beiträge zahlen, würde aber eine Nachzahlung von rund 5000 Euro erhalten - sicher ein gutes Geschäft!

von
Daniel

Wegen der Krankenversicherung wird vorher angefragt werden. Ich denke das ist der beste Weg.

Bisher wurden nie Rentenansprüche geltend gemacht, insofern dürfen auch noch keine Kindererziehungszeiten gespeichert sein.

Wie muß man das mit dem Rückwirkenden Rentenbeginn zum 01.01.2015 den formal richtig angehen?

Danke und Gruß Daniel

von
W*lfgang

Zitiert von: Daniel
Bisher wurden nie Rentenansprüche geltend gemacht, insofern dürfen auch noch keine Kindererziehungszeiten gespeichert sein.

Wie muß man das mit dem Rückwirkenden Rentenbeginn zum 01.01.2015 den formal richtig angehen?

Danke und Gruß Daniel

Hallo Daniel,

ganz einfach. Im Rentenantrag wird der Rentenbeginn 01.01.2015 gewählt und die Option für die Nachzahlung freiwilliger Beträge zur Erfüllung der erforderlichen Mindestversicherungszeit allein aus Gründen der Kindererziehung gewählt.

Geht selbst ausgefüllt per Papiervordruck oder/besser in jeder Antragsstelle via Online-Antrag direkt zur DRV ...Termin absprechen, alles Weitere erledigt sich dann von selbst.

Gruß
w.

von
W*lfgang

Zitiert von: Daniel
Weitere Einnahmequellen existieren nicht, auch keine Grundsicherung.

Ergänzend:

Das sieht dann für 2 Personen mit nur 900 € im Monat äußerst sparsam aus. Vielleicht hilft hier doch mal der Gang zum Sozialamt (wenn nicht grad auf der 'hohen' Kante noch abbaubares Vermögen ist) ...die würden dann glatt die Nachzahlung für die Mütterrente übernehmen, wenn die leistungspflichtig werden würden :-)

Gruß
w.

von
Daniel

Zitiert von: W*lfgang
Zitiert von: Daniel
Weitere Einnahmequellen existieren nicht, auch keine Grundsicherung.

Ergänzend:

Das sieht dann für 2 Personen mit nur 900 € im Monat äußerst sparsam aus. Vielleicht hilft hier doch mal der Gang zum Sozialamt (wenn nicht grad auf der 'hohen' Kante noch abbaubares Vermögen ist) ...die würden dann glatt die Nachzahlung für die Mütterrente übernehmen, wenn die leistungspflichtig werden würden :-)

Gruß
w.

Danke für die weiteren Informationen.

Es ist in der Tat nicht viel Geld, allerdings Wohnen die Eltern auch ganz mietfrei in der Einliegerwohnung des ältesten Kinds.

von
Daniel

Hallo zusammen,

lange hats gedauert, aber endlich gab es eine Antwort von der Rentenversicherung. In den Schreiben steht drine, dass meine Mutter berechtigt ist freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung nachzuzahlen. Also alles so wie weiter oben beschrieben.

Jetzt nur noch zum Verständnis für mich.

Bei Zahlung der Beiträge bedeutet das eine rückwirkendende Auszahlung, d.h. da es bis Anfang 2019 für 2 vor 1992 geborene Kinder nur 4 Rentenpunkte gab, muss 1 (1 Rentenpunkt) Jahr nachgezahlt werden? Also gibt es von 2015 bis Anfang 2019 die Rente für 5 Rentenpunkte.

Für ab 2019 erhöht sich das Ganze dann auf 6 Rentenpunkte und es gibt ein paar Euro mehr?

Habe ich das soweit richtig verstanden?

Danke und Gruß Daniel

von
KSC

Ja das passt so, sobald die Nachzahlung verbucht ist kann der Rentenbescheid rausgehen und die laufende Rente plus die Nachzahlung wird angewiesen.

Und dann haben Sie die 12 gezahlten Beiträge mit einem Schlag verfünffacht.

Ist doch prima.....

von
Max4.0

Hallo Daniel,

bei meiner Mutter lief's genauso. Hat mehrere Monate gedauert, es waren sogar letztlich 1.000 € mehr als erwartet wg. der Rückzahlung ab 01.01.2015 und dann noch fast das ganze Jahr 2019, was ja auch noch verrechnet wurde. Wir haben dann zügig die etwa 1.000 Euro an Pflichtbeiträgen nachgezahlt, dann hat es noch mal gedauert, bis dann die Zahlung kam. Wurde erst zurückgehalten wg. etwaiger Erstattungsansprüche, die es nicht gab. Und dann musste noch das Verhältnis Witwenrente:Mütterrente geprüft werden. Letztlich der ganze Vorgang von Mai bis Mitte November. Und jeden Monat ca. 156,00 Euro mehr ab Dezember 2019.
Ob es jetzt für 2020 noch mal mehr gibt, weiß ich gar nicht. Aber damit sind wir jetzt ohnehin hochzufrieden. Ist schon nett, wenn im Nachhinein jetzt die Leistungen als Mutter gewürdigt werden.
Bin dann auf den nächsten Bescheid gespannt.

von
Daniel

Danke für eure schnellen Antworten. Dann läuft das soweit erstmal alles. Super.