Muss ich mich arbeitslos melden trotz beantragter EMR und bevorstehenden Aufhebungsvertrages

von
Otto

Hallo
Nach lang andauernder Erkrankung und mehreren Reha würde mir von allen Seiten geraten eine EMR vorübergehend befristet in Anspruch zu nehmen .Nun hat die lange Erkrankung dazu geführt das mein Beschäftigungsverhältnis zerrüttet und nur noch mittels eines Aufhebungsvertrages abgeschlossen werden kann .Nun wurde mir trotzdem erstmal eine Ablehnung der EMR von der Rentenversicherung zugestellt obwohl meine Erwerbsminderung klar attestiert wurde . Ich Frage mich nun wie geht es für mich weiter mein Aufhebungsvertrag wird im nächsten Monat wohl gezeichnet , Rentenablehnung wurde wiedersprochen , muss ich mich nun wenn der Aufhebungsvertrag greift Arbeitslos melden ? Steh dem Arbeitsmarkt ja eigentlich garnicht zur Verfügung !? Woher bekomme ich dann mein Geld zum Leben ?

von
Ulli

Unterzeichnest du den Aufhebungsvertrag bekommst du in der Regel 12 Wochen Sperre von der AfA, deshalb ist das eine unkluge Entscheidung.
Ist das Krankengeld tatsächlich schon verbraucht?

Ist das Krankengeld zuende, erhältst du noch Minimum 12 Monate Alg1 nach Nathlosigkeitsregelung, auch wenn der Arbeitsvertrag noch läut.

Hast du schon eine Reha gemacht und ein aussagekräftiges Rehagutachten zu deiner Leistungsfähigkeit
? Wenn nicht wäre das ein sinnvoller erster Schritt

von
Otto

Zitiert von: Ulli
Unterzeichnest du den Aufhebungsvertrag bekommst du in der Regel 12 Wochen Sperre von der AfA, deshalb ist das eine unkluge Entscheidung.
Ist das Krankengeld tatsächlich schon verbraucht?

Ist das Krankengeld zuende, erhältst du noch Minimum 12 Monate Alg1 nach Nathlosigkeitsregelung, auch wenn der Arbeitsvertrag noch läut.

Hast du schon eine Reha gemacht und ein aussagekräftiges Rehagutachten zu deiner Leistungsfähigkeit
? Wenn nicht wäre das ein sinnvoller erster Schritt

Reha würden schon mehrere gemacht ,bei der letzten hat der Rentenversicherungsträger diese vorzeitig abgebrochen weil nicht rehafähig und die Belastung den Gesundheitszustand weiter gefährdet hat .Bin seit Januar 2018 durchweg krank .

von
Silvia

Hallo
Ich würde an ihrer Stelle in der jetzigen Situation auch keinem Auflösungsvertrag zustimmen, vielmehr weiterhin NAHTLOS im Krankenstand verbleiben und vor allem umgehend der Ablehnung zum EM-Rentenantrag fristwahrend schriftlich widersprechen!

Dazu Akteneinsicht bei der DRV nehmen, um zu erlesen/ersehen, was zur Ablehnung führte, um den Widerspruch daraufhin aufbauen zu können.
Sich dazu ggf. einen rechtlichen Beistand nehmen!

Weiterhin auf jedenfall in (fach)ärztlicher Behandlung bleiben, um zur Dokumentation auch aktualisierte Befunde etc. zu erlangen und diese zum Nachweis ihres angeschlagenen Gesundheitszustand vorlegen zu können.

Sie haben Anspruch auf ALG I (die Nahtlosigkeitsregelung), solange es ihre persönlichen Anspruchsvoraussetzungen es hergeben und über ihren Rentenantrag noch nicht rechtskonform entschieden wurde (Widerspruchs- ggf. Klageverfahren).

Alles Gute und viel Erfolg
Silvia

von
Ulli

Wenn du erst seit Januar 18 krank bist, dann kann dein Krankengeld noch gar nicht zuende sein.
Kurz vor Ende des Krankengelds bekommst du eine Auffoderung der Krankenkasse dich bei der AfA zu melden bezüglich der Nathlosigkeitsregelung.
Die aber, wie erwähnt, stark gefährdet ist, wenn du den Auflösungsvertrag unterschreibst.
Kommt natürlich darauf an, ob die Höhe der Abfindung, die du dadurch bekommst, das bei weitem deckt. Das musst du dir ausrechnen.
Sollte dein Arbeitgeber weiterhin Druck machen bezüglich Auflösungsvertrag bist du in der sicheren Verhandlungsposition und kannst das finanziell für dich lukrativ aushandeln, lass ihn nicht so billig davon kommen ;-) , denn du wirst viele Nachteile durch so einen Auflösungsvertrag haben.

Experten-Antwort

Hallo Otto,

da Sie nach eigenen Angaben weiterhin arbeitsunfähig sind, ist primär die Krankenkasse Ihr Ansprechpartner. Erkundigen Sie sich also bei Ihrer Krankenkasse, ob und ggf. wie lange Sie noch Anspruch auf Krankengeld haben (höchstens bis zu 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren; Krankengeldbezugszeiten in 2017 und 2016 könnten also ggf. eingerechnet werden).

Wenn sie keinen Anspruch auf Krankengeld mehr haben, sollten Sie sich an die Agentur für Arbeit hinsichtlich eines Anspruchs auf Arbeitslosengeld wenden. Falls bei Ihnen Erwerbsminderung noch strittig ist (Ihre Schilderung war diesbezüglich nicht ganz eindeutig), kann trotz bestehender Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Arbeitslosengeld nach der sogenannten Nahtlosigkeitsregelung bestehen.

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