Muss ich zum Arbeitsamt? - Kurzzeitig Arbeitslos ohne Bezüge

von
L. Horst

Hallo zusammen.

Ich war bis Mitte Januar diesen Jahres Student, habe ab Mitte Januar eine Arbeit angetreten und nun aber zum 24.02. gekündigt.
Ich rechne damit in den nächsten 3-6 Monaten einen neuen Job zu finden.
Meine Frage ist, ob ich mich arbeitssuchend melden MUSS und inwieweit es meine Rente beeinflusst wenn ich es nicht tue?
Ich habe mich beim Arbeitsamt erkundigt und erfahren, dass ich keinerlei Bezüge erhalten würde. Ich wäre also arbeitssuchend ohne Bezüge.
Mein Problem mit einer Meldung beim Arbeitsamt ist, dass die mir unter Umständen Auflagen bei der Jobsuche machen werden, oder Angebote geben, die mir nicht weiterhelfen. Als Ingenieur in einem ganz speziellen Bereich kann mir das Arbeitsamt ohnehin nicht helfen und ich habe bereits Gesprächstermine für einen neuen Job. Was diese "Lücke" in der Rentenversicherung genau bedeuten?
Ich hoffe, ich konnte meine Frage einigermaßen umschreiben. Kurz gesagt: Lohnt sich der Aufwand mit dem Arbeitsamt oder ist eine so kleine Lücke in der Rentenversicherung zu verschmerzen / auszugleichen.
Beste Grüße
L. Horst

von
Ana

Zitiert von: L. Horst

Ich rechne damit in den nächsten 3-6 Monaten einen neuen Job zu finden.

Vorsicht, das dachte ich auch mal, beim Umzug wegen Jobwechsel des Ehemannes. Wollte mich erst orientieren in der Stadt und passenden Job selber suchen. Wurde dann ziemlich teuer, weil es doch länger dauerte als erwartet und Krankenkasse in der Zeit selbst zu zahlen war. Und bei der Erwerbsminderungsrente jetzt hätten die 8 Monate auch noch ein bisschen was gebracht.

von
W*lfgang

> Meine Frage ist, ob ich mich arbeitssuchend melden MUSS

Hallo L. Horst,

nein, 'müssen' müssen Sie nicht, dazu kann Sie keiner zwingen.

Es gibt Extrem-Situationen, wo solche 'Lücken' dann einen Rentenanspruch verhindern können. Ana sprach es richtig an, bei der EM-Rente kann schon mal ein Monat 'Lücke' dazu führen, dass trotz voller EM kein Rentenanspruch besteht, weil die vor dem EM-Fall liegen Zeiten eben genau wegen dieser Lücke dazu führen können, dass die versicherungs-/beitragsrechtlichen Voraussetzungen für diese Rentenart nicht erfüllt sind.

Ansonsten hängt von diesen vielleicht 6 Monaten Alo-Meldung nicht wirklich der spätere Rentenanspruch ab. Die mitwirkende (wie Sie zutreffend sagen, das Arbeitsamt 'fordert'!) Alo-Zeit kann im niederen Cent/EUR-Bereich Einfluss auf die spätere Rente haben, mehr nicht - bei einer 'plötzlichen' EM-Rente sieht das schon wieder etwas anders aus, das findet sich spürbar im mtl. Rentenbetrag wieder.

Rat: wenn Sie sich absolut sicher sind, dass die Zeit bis zum Jobbeginn nur kurz ist, dann auf die Alo-Meldung verzichten. Ansonsten morgen zur BA latschen und anmelden.

Gruß
w.

von
L. Horst

Vielen Dank erstmal für die Antworten.
Nach W*lfgangs Beitrag erscheint es mir so, als hätte ich die Thematik bisher richtig verstanden:
Auf meine spätere Rente (so ich denn bei unserem maroden System überhaupt bekomme) wirkt sich eine kurzezeitige Lücke kaum aus.
Zum näheren Verständnis. Eine EM-Rente bekommt man, wenn ich jetzt vor Ablauf der 35 Arbeitsjahre arbeitsunfähig würde, richtig? Auf diese würde sich eine Lücke stärker auswirken, da die Anrechnungszeiten ja viel kürzer sind. Ok.

Was sich mir nach wie vor nicht erschließt: Wie kann eine Zeit, die (wenn ich mich arbeitssuchend melden würde) zwar angerechnet wird, in der aber weder das A-Amt noch ich in die Rentenvers. einzahle, dazu führen, dass meine Rentenansprüche höher sind, als wenn ich nicht a-suchend gemeldet bin und genauso niemand einzahlt?

Ich habe mir jetzt für mich die Frist gesetzt, dass, wenn ich nach Ablauf von zwei Monaten keine neue Stelle in Aussicht habe, ich dann zum A-Amt gehe.

Es geht auch weniger um den Aufwand dort vorstellig zu werden, als vielmehr die Sorge, was dann daraus für Pflichten entstehen.
Als ich mich beim A-Amt/Jobcenter informierte, wurde mir zum einen bewusst, dass mir die Dame auf meine Fragen bzgl. Anrechnungszeiten und Auswirkungen auf Rente und GKV garkeine Auskunft geben konnte. Und zum anderen wird man dort direkt als "Schnorrer" hingestellt (obwohl ich ja eh nichts bekäme) und damit gedroht, man "müsse dann auch Pflichten erfüllen", wenn man a-suchend ohne Bezüge gemeldet wäre und ich "müsste dem Arbeitsmarkt dann auch zur Verfügung stehen" und dergleichen.
Das A-Amt kann mir bei der Jobsuche definitiv nicht helfen, die Bewerbungen laufen bereits und ich möchte die Suche ohne Reinreden vom A-Amt abschließen.
Das ist so der Hauptgrund, warum ich mich dagegen wehre.

Mit bestem Dank für weitere Antworten
L. Horst

Experten-Antwort

Hallo, L. Horst,

eine Meldung bei der Agentur für Arbeit würde bewirken, dass rentenrechtliche Zeiten im Versicherungskonto dokumentiert würden. Diese Zeiten würden sich allerdings nicht rentensteigernd auswirken. Für eine spätere Altersrente würden diese Zeiten lediglich als rentenrechtliche Zeiten für die Altersrente für langjährig Versicherte oder schwerbehinderte Menschen mitzählen.
Es ist davon auszugehen, dass der Erwerbsminderungsschutz durch entsprechende Pflichtbeitragszahlung noch nicht aufgebaut wurde, so dass dieser auch mit den Zeiten der Arbeitslosigkeit nicht entstehen kann bzw. aufrecht erhalten werden kann.
Sofern Sie keine Leistungen von der Agentur für Arbeit zu erwarten haben, wäre eine Meldung dort verzichtbar.

von
Klaus-Dieter

" habe ab Mitte Januar eine Arbeit angetreten und nun aber zum 24.02. gekündigt."

Jahrelang studieren und dann nach 4 Wochen die 1. Arbeitsstelle gleich wieder kündigen. Hats " Dem feinen Herrn " nicht gefallen oder was war los ? Jetzt erstmal 3-6 Monate arbeitslos. Ist ja auch egal. Eilt ja alles nicht so. Daddy bezahlts wohl schon. Da fehlen einem echt die Worte.

.

von
Elli

Zitiert von: Klaus-Dieter

" habe ab Mitte Januar eine Arbeit angetreten und nun aber zum 24.02. gekündigt."

Jahrelang studieren und dann nach 4 Wochen die 1. Arbeitsstelle gleich wieder kündigen. Hats " Dem feinen Herrn " nicht gefallen oder was war los ? Jetzt erstmal 3-6 Monate arbeitslos. Ist ja auch egal. Eilt ja alles nicht so. Daddy bezahlts wohl schon. Da fehlen einem echt die Worte.

Es gibt ja hier immer wieder selbstgerechte und überhebliche Ekelpakete, die - ohne Einzelheiten zu wissen - solcherleii Gülle verzapfen.
Da sollte ich Klaus-Dieter mal lieber um sein eigenes Leben kümmern.

von
L. Horst

Wow...dass man hier mit solchen Antworten rechnen muss hätte ich nicht gedacht.
Ehrlich gesagt kann ich darüber nur den Kopf schütteln und mich wundern wieviel Verachtung manche Menschen anderen, die sie überhaupt nicht kennen, gegenüber in sich tragen.