Nach Antrag auf EM neue Diagnose dazu

von
Andre

Hallo
Ich habe einen Antrag auf volle EM gestellt und war bei zwei Gutachtern. Die Krankenkasse will mich jetzt in eine psychosomatische Reha schicken.
Nun war ich gestern im CT wegen neuen unerträglichen Schmerzen. Da wurde ein neuer Bandscheibenvorfall gefunden.
Muss ich diesen Befund, wenn er mir vorliegt, an die Rentenversicherung schicken und was mache ich mit der Reha? Mit solchen Schmerzen macht die wenig Sinn. Sollte ich nicht Rehafähig sein, wird das Krankengeld dann trotzdem eingestellt?

Experten-Antwort

Hallo Andre,

natürlich sollten Sie den neuen Befund an den Rentenversicherungsträger nachreichen - er stützt ja Ihren Antrag auf Erwerbsminderungsrente.
Hinsichtlich der Krankengeldzahlung sollten Sie sich an Ihre Krankenkasse wenden - eine verbindliche Aussage kann ich dazu nicht machen. So wie ich den § 51 SGB V lese, darf die KK das KG jedoch nur einstellen, wenn Sie den Reha-Antrag nicht stellen. Eine Verschiebung der Reha aufgrund einer (ärztlich festgestellten!) aktuellen Reha-Unfähigkeit sollte keinen Wegfall nach sich ziehen. Aber wie gesagt: Bitte mit KK klären....

von
Herz1952

Hallo Andre,

die KK darf die Zahlung von KG auch nicht einstellen, wenn Sie die Reha ablehnen.

Die Kassen wollen damit in erster Linie Geld sparen und hoffen, dass die RV dafür die Kosten übernimmt.

Ich hatte einen (fast) gleichen Fall, bei dem der Patient eine Reha machen sollte, obwohl der Facharzt des Patienten nicht informiert war, ja sogar ärgerlich über die Krankenkasse, als er es erfuhr. Er war Facharzt in einer Tagesklinik, in der der Patient behandelt wurde.

Der Reha-Vorschlag der Krankenkassen kommt auch nicht von deren eigenen medizinischen Dienst, sondern von Verwaltungsangestellten. Diese haben nicht mal die geringste Ahnung, welche Art von Rehe dem Patienten nützt.

In diesem geschilderten Fall, war allerdings der Patient schon vorher in der gleichen Art von Reha, die ihm aber aufgrund seiner Art der "Verhaltensstörung" mehr geschadet hat. Es war eine Psychotische Sache, bei der Verhaltenstherapie kaum nützt, sondern durch Medikamente behandelt werden muss.

Natürlich meinen es die Mitarbeiter auch dem Patienten gut. Aber sie wissen nicht was sie tun. Hier funktioniert auch der Datenschutz zumindest teilweise, denn der medizinische Dienst der Kasse hätte es aufgrund des vorherigen Reha Berichtes wissen müssen, dass die vorgeschlagene Reha falsch ist.

Es kann natürlich sein, dass Ihnen eine psychosomatische Reha Ihnen nützt. Sie können das auch mal mit Ihren Fachärzten besprechen.

Gute Besserung

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