Nach Reha immernoch keine besserung. Was nun?

von
Sven

Mein Problem sieht wie folgt aus.

Ich hatte mitte letzten Jahres einen Unfall im Haushalt. Dabei Brach ich mir einen Mittelfussknochen. Sofort wurde ich zu einem Notfallarzt verbracht der mir den Fuss in eine Gipsschiene legte. Nach 6 Wochen sollte alles vorbei sein.
Nach drei Wochen gab es noch immer keine Besserung. Ich bekam eine Sprunggelenksschiene... (welche aber nicht den gebrochenen Knochen stabilisierte) ... zur Unterstützung. Der Arzt meinte damals man könne es mit einer Operation regeln, aber er rate mir davon ab. Also weiter konservative Behandlung. nach weiteren 3 Wochen trat immernoch keine Besserung ein und der Arzt meinte ich könne den Fuss trotzdem belasten und langsam "Joggen" gehen. Doch aufgrund meiner ständigen Schmerzen war daran nicht zu denken. Ich verbrachte noch längere Zeit damit auf den Arzt meines "vertrausns" zu hören. Ein Fehler denn nach mittlerweile 3 Monaten sagte er nur man müsse nun abwarten ob Pseudathrose entsteht. Mittlerweile bekam ich ein starkes Schmerzmittel ohne das die ständigen Schmerzen nicht mehr zu ertragen waren. Zwischenzeitlich entschloss ich mich Reha- und Rentenantrag zu stellen. Auch stellte ich einen Antrag beim Amt für soziale Angelegenheiten auf den G-Schein. Der Gutachter fragte mich bei der Begutachtung ob ich denn nicht schon versucht hätte arbeiten zu gehen. Ich muss dazu sagen das ich in einem Sicherheitsunternehmen angestellt bin und dort 8-12 Stunden ohne Pause im Stehen arbeiten muss sowie Sporttests zu absolvieren habe - 1000 Meter auf Asphalt in 7 Minuten laufen.
Ich besuchte noch andere Ärzte bis ich mich schliesslich dazu entschloss die OP machen zu lassen. Im Dezember wurde mein Rentenantrag abgelehnt, mit der Begründung ich könne in diesem Zustand locker 7 Stunden arbeiten. Ich legte Widerspruch ein.Dies war mitte Dezember 2007. Im Januar wurde mir von einer neuen Ärztin mitgeteilt der Fuss hätte sich mit der Schraube gut zusammen gefügt und ich könne im Februar wieder arbeiten gehen. Mitte Januar kam plötzlich ein Schreiben der IKK ich hätte die Rente bewilligt bekommen und die DRV sei nun zuständig für die Zahlungen. Dies stellte sich als Falschmeldung der DRV heraus. Also wurde die IKK darüber informiert und sie stritten ab den letzten Auszahlschein je bekommen zu haben. Nach zig Telefonaten gaben sie zu den Schein doch zu haben. Also eineglatte Lüge. Ende Januar trat ich dann die plötzlich bewilligte Reha an. In der Reha wurde ich nicht untersucht oder auch nur ansatzweise nach meinem Krankheitsbild behandelt. Ich bekam eine Starke Schwellung am Fuss und hatte stechende Schmerzen. Daraufhin beschloss ich nun zum Notarzt zu gehen. Dort wurde fest gestellt das der Knochen immernoch kein Wachstum zeigt und ich schon wieder auf Pseudathrose zusteuere. Diese Reha musste ich nach 7 Therapietagen nach Anraten des Notfallarztes unter Schmerzen abbrechen.Der Chefarzt meinte ich könne ja trotzdem da bleiben und ein wenig Kühlen und an den Anwendungen teilnehmen. Ansonsten könne ich mich ja dort ins Bett legen. Der Arzt hat mich keine Minute untersucht und einfach abgeschoben.

Während der Reha kam noch ein Brief vom Amt für soziale Angelegenheiten, das der Antrag abgelehnt sei da ich weder eine Ausreichende Behinderung habe und auch noch keine 6 Monate Krank sei. Mal überlegen! Juni 2007 bis Februar 2008.... ich bin im neunten Monat krank. Nun bin ich auch in psyochologischer Behandlung da ich den ständigen Stress mit den Ämtern, Ärzten und meinen Schmerzen nicht ohne Hilfe bewältige.

Nachdem ich nun die Reha abgebrochen habe und bei den Ämtern Widerspruch eingelegt habe. Kann die Rentenversicherung immernoch ablehnen wenn keine Aussicht auf Besserung besteht? Kann man von mir eine erneute OP verlangen, die mich nur weiter belasten könnte und ein eventueless Gesundheitsrisiko darstellt? Ich bin Arbeitsunfähig aus der Reha entlassen. Gilt dies auch gleichzeitig als Erwerbsunfähig?

Mir kommt es vor als würden IKK und DRV nur abkassieren und nichts für den treuen Zahler tun.

von
Antonius

Arbeitsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Erst wenn Sie nicht mehr dazu in der Lage sind, auf dem ALLGEMEINEN Arbeitsmarkt mindestens drei Stunden täglich zu arbeiten, sind Sie vollständig erwerbsgemindert und bei einem Leistungsvermögen zwischen drei und sechs Stunden täglich teilweise erwerbsgemindert.
Sollten Sie vor 1961 geboren sein, käme für Sie eventuell eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit in Frage. Ansonsten können Sie auf jede Tätigkeit des ALLGEMEINEN Arbeitsmarktes verwiesen werden. (Wie z.B. Telefonist oder Pförtner etc. !)

MfG

von Experte/in Experten-Antwort

In punkto Rente kann ich von hier nur sagen, dass Sie das Widerspruchsverfahren abwarten müssen.
Zu dem Durcheinander Ihres gesundheitlichen Werdegangs kann ich leider nichts sagen.

von
`Sven

Aber was habe ich nun für Rechte und wer stellt die Erwerbsunfähigkeit fest? Und vor allem wie lange hat die entsprechende Stelle Zeit dies festzustellen?

Und wenn eine Reha nicht erfolgreich verlaufen ist, bzw man musste sie aus gesundheitlichen Gründen abbrechen? Kommt man dann nich automatisch in Rente?

von
Plopp

Hallo Sven,

nein, man bekommt eben nicht automatisch eine Rente.
Bitte lesen Sie nochmal den Beitrag von Antonius durch.
Weiterhin würde ich auch den Widerspruchsbescheid abwarten. Es dauert halt alles seine Zeit.
Arbeitsunfähig ist jeder mal. Erwerbsgemindert (voll oder teilweise), das ist eine ganz andere Baustelle.

Ein Tipp vielleicht noch:
Reichen Sie der DRV noch eine ärztliche Bescheinigung über Ihre Psychotherapie nach, das könnte auch noch wichtig sein, falls Sie das nicht schon beim Antrag angegeben haben.

Ich wünsche Ihnen gute Besserung und starke Nerven.

Plopp

von
Antonius

"........wer stellt die Erwerbsunfähigkeit fest ? Und vor allem wie lange hat die entsprechende Stelle Zeit dies festzustellen ?"

Der medizinische Dienst des Rentenversicherungsträgers ermittelt zunächst aufgrund der vorliegenden medizinischen Befundberichte Ihr Restleistungsvermögen. Anschließend wird geprüft, ob die festgestellten Einschränkungen eine Erwerbsminderung im rentenrechtlichen Sinn darstellen. Zeitvorgaben, in denen eine Entscheidung getroffen werden muss, gibt es nicht. Sollte Ihr Widerspruch abgewiesen werden, bleibt Ihnen nur noch der Klageweg und der kann erfahrungsgemäß mehrere Jahre dauern. Vielleicht sollten Sie sich professionelle Unterstützung bei einem Sozialverband holen. (www.sovd.de oder http://www.vdk.de)
Sind Sie sich denn ganz sicher, dass es auf dem freien Arbeitsmarkt keine Tätigkeiten gibt, die Sie trotz Ihrer gesundheitlichen Einschränkungen ausüben könnten ? Der RV-Träger ist auch für berufliche Rehabilitationsmaßnahmen zuständig und nicht nur für Renten !

MfG

von
uwe

Da in Ihrem Fall die Gehfähigkeit vermindert ist, sollte noch folgender Aspekt zur Betrachtung gelangen:
"Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts gehört zur Erwerbsfähigkeit auch das Vermögen, eine Arbeitsstelle aufzusuchen (vgl. BSG Urteil vom 28. August 2002, Az. B 5 RJ 12/02 m. w. N."

Sie finden ein Urteil zu fiesem Thema unter
"http://www.sozialticker.com/forum/ftopic11278.html"

von Experte/in Experten-Antwort

Ich verweise auf die Beiträge von "Plopp" und "Antonius".

von
Rosanna

Folgendes zur Wegefähigkeit:

Steht einem Gehbehinderten KEIN Kfz zur Verfügung, ist entscheidend für die Wegefähigkeit, ob die eingeschränkte Gehfähigkeit ausreicht, um den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz ggfls. unter Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zurückzulegen.

Das BSG hat generell die Fähigkeit, Entfernungen von über 500 Meter zurücklegen zu können, für erforderlich gehalten. Das bedeutet, dass mind. 4 x täglich - auch unter Verwendung von Hilfsmitteln wie Gehstützen etc. - eine Wegstrecke von über 500 Metern mit zumutbarem Zeitaufwand (15 Min. sind zumutbar, bei 20 Min. wäre diese Grenze überschritten) zu Fuß zurückgelegt werden kann und 2 x tgl. öffentliche Verkehrsmittel während der Hauptverkehrszeiten benutzt werden können.

Grundsätzlich sind alle Möglichkeiten, einen Arbeitsplatz zu erreichen, als gleichwertig erachtet worden (z.B. Mitfahren im Kfz eines Kollegen).

Im Widerspruchsverfahren sollte man ggfls. die Umstände der Wegefähigkeit geltend machen und prüfen lassen.

MfG Rosanna