Nachgeschobene Aufforderung Reha-Antrag durch Krankenkasse

von
Dispositionsgegner

Bin erst kurz im KG-Bezug und habe weil ich so schnell wie gesundheitlich möglich wieder voll arbeiten kann, bei der DRV einen medizinischen stationären Reha-Antrag gestellt. Die Reha wurde mit Bescheid bewilligt. Da die Reha nicht wie von mir beantragt auch genehmigt wurde habe ich hiergegen Widerspruch eingelegt mit dem Zusatz:
"Sofern die Krankenkasse mein Dispositionsrecht einschränken möchte, bitte ich dies aufgrund des jetzigen Widerspruchs abzulehnen".
Nachdem mein Widerspruch laut Einschreibesendungsbeleg bei der DRV eingegangen ist, hat die Krankenkasse erst hiernach eine Woche später mir ein Anhörungsschreiben wegen des nachträglichen nachgeschobenen Dispositionsrecht zugesandt und dies auch nach mir der DRV mitgeteilt.
Da ich den Sachverhalt der DRV mitgeteilt habe, aber noch keine Antwort erhalten habe, welche Erklärungen ich noch ohne der Zustimmung der Krankenkasse gegenüber der DRV abgeben darf (Antragsrücknahme, Wunsch- und Wahlrecht der Klinik, Ablehnung Verrentung usw.) kann mir vielleicht jemand aufgrund des geschilderten Sachverhalts sagen, ob mein genannter Zusatz im Widerspruchschreiben das nachgeschobene Dispositionsrecht der Krankenkasse aushebelt?

von
Schade

Sie eröffnen doch einen klassischen "Nebenkriegsschauplatz".

Wenn Sie damit rechnen demnächst wieder arbeiten zu können (das schreiben Sie!), warum sollte dann die DRV den Antrag in einen EM Antrag umdeuten wollen?

Kann es sein dass wieder mal rein taktische Spielchen laufen sollen? Oder ist es das typische Wochenend Spiel um Theorien auszubreiten?

von
Dispositionsgegner

An Schade:
Da wir uns zum Glück seit langem in Friedenszeiten befinden und ich nicht ein Reichsbürger oder Querdenker bin, bitte ich mir unterstellten und mir unbekannten "Nebenkriegsschauplatz" zu erklären. Hierbei bitte ich zu berücksichtigen, dass ich versehentlich geschrieben habe, dass ich danach wieder voll arbeiten kann und das natürlich heissen muss, ich danach hoffe wieder voll arbeiten zu können. Da ich kein Arzt bin kann ich natürlich das kann nicht feststellen sondern nur Hoffnungen äussern. Die von Ihnen genannte explizite Umdeutung habe ich in der Aufzählung genannt! Es gibt noch andere Einschränkungen die ich genannt habe.
Ich erwarte eine sachgerechte Antwort von anderen fachwissenden Usern die mit Krieg wie Schade nichts am Hut haben.
Vielen Dank

von
KK

Was das Duspositionsrecht der Krankenkasse angeht sollten Sie doch besser in einem Forum der Krankenkasse klären.

https://www.krankenkassenforum.de/

von
Schade

Im Sprachgebrauch wird "Nebenkriegsschauplatz" verwendet wenn jemand Probleme in den Raum stellt, die momentan zwar da sein könnten aber im Vergleich zum Hauptthema zweit- oder drittrangig sind.

Hauptthema sollte m.E. sein dass Sie die Reha nutzen und bestmögliche Erfolge zu erzielen um bald wieder arbeiten zu können.

Nicht mehr und nicht weniger habe ich ausgesagt/damit gemeint.

Mit Krieg hat das nichts zu tun, da haben Sie mich missverstanden (oder falsch verstehen wollen?)

von
Dispositionsgegner

an KK:
Wenn doch die Krankenkasse in ihrem Anhörungsschreiben die Vorschrift der Rentenversicherung derart nennt" Ein solcher Antrag gilt nach § 116 Abs.2 SGB VI als Antrag auf Rente, wenn... dann ist das mit dem genannten Paragrafen eine Vorschrift der RV und nicht der KK. Dadurch müsste ich doch aufgrund dieser Vorschrift in diesem Forum richtig sein, zumal ich den Reha-Antrag bei der RV gestellt habe, von dieser den Bewilligungsbescheid erhalten habe gegen den ich auch bei der RV Widerspruch eingelegt habe. Da mir die KK mit Einschränkungen in meiner Entscheidungsfreiheit mit dem Entzug des KG gedroht hat, da wende ich mich in dieser Angelegenheit nicht an eine KK wegen der Vorschrift der RV.

von
KK

Zitiert von: Dispositionsgegner
an KK:
Wenn doch die Krankenkasse in ihrem Anhörungsschreiben die Vorschrift der Rentenversicherung derart nennt" Ein solcher Antrag gilt nach § 116 Abs.2 SGB VI als Antrag auf Rente, wenn... dann ist das mit dem genannten Paragrafen eine Vorschrift der RV und nicht der KK. Dadurch müsste ich doch aufgrund dieser Vorschrift in diesem Forum richtig sein, zumal ich den Reha-Antrag bei der RV gestellt habe, von dieser den Bewilligungsbescheid erhalten habe gegen den ich auch bei der RV Widerspruch eingelegt habe. Da mir die KK mit Einschränkungen in meiner Entscheidungsfreiheit mit dem Entzug des KG gedroht hat, da wende ich mich in dieser Angelegenheit nicht an eine KK wegen der Vorschrift der RV.

Das Dispositionsrecht und die Folgen kommen aber von der Krankenkasse und nicht von der Rentenversicherung.
Haben Sie sich § 116 Abs. 2 SGB VI mal durchgelesen? Steht da etwas von Dispositionsrecht?

von
Dispositionsgegner

an KK:
dann lesen Sie mal im Rechtsportal der RV unter SGB VI: § 116 SGB VI Besonderheiten bei Leistungen zur Teilhabe sowie die darunterstehende Anlage 1: Grundsätze der RV-Träger zum Dispositionsrecht des Versicherten. Also für KK Pech gehabt nur ein Gesetz zu lesen. Empfehle für Sie eine Weiterbildungsveranstaltung zu besuchen, um auch die laufende Sozialrechtsprechung kennen zu lernen. Viel Erfolg.

Experten-Antwort

Liebe Teilnehmende am Forum,
bitte beachten Sie die Netiquette im Sinne eines respektvollen Miteinanders. Ich habe unangemessene und nicht sachbezogene Beiträge entfernt.
Allen einen guten Start in die Woche!
Ihr Admin

Experten-Antwort

Hallo Dispositionsgegener,

sofern ein Versicherter von sich aus bereits einen Antrag auf medizinische Leistungen zur Rehabilitation gestellt hat, kann die Krankenkasse das Dispositionsrecht nachträglich einschränken. Das heißt, dass über den Antrag, der vom Versicherten aus eigener Initiative gestellt wurde, nicht mehr ohne Zustimmung der Krankenkasse zurückgenommen werden kann. Die nachträgliche Einschränkung des Dispositionsrechts erfolgt, indem die Krankenkasse die Aufforderung zur Antragstellung nachschiebt.
Da die Reha nicht wie von Ihnen beantragt auch genehmigt wurde, haben Sie Widerspruch eingelegt.
Hinsichtlich dieses Widerspruchs empfehlen wir Ihnen die Kontaktaufnahme mit Ihrer Krankenkasse , um weitere Auskünfte zum Gestaltungsrecht zu erhalten und die weitere Vorgehensweise abzusprechen.

von
KK

Zitiert von: Experte/in

Hallo Dispositionsgegener,

Hinsichtlich dieses Widerspruchs empfehlen wir Ihnen die Kontaktaufnahme mit Ihrer Krankenkasse , um weitere Auskünfte zum Gestaltungsrecht zu erhalten und die weitere Vorgehensweise abzusprechen.

Also doch KK!

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