Nachträglich Rentenbeiträge für Pflege von Angehörigen erhalten

von
Faithlein

Der Beitrag ist ja schon etwas älter und der Umgangston rau, aber vielleicht mag mir doch jemand eine aktuelle Auskunft geben.

Bei der DRV habe ich gelesen: Sie pflegen Ihren Angehörigen mindestens 10 Stunden pro Woche, verteilt auf mindestens zwei Tage, in häuslicher Umgebung und das länger als zwei Monate im Jahr. Sollten Sie die geforderten 10 Stunden wöchentlich nicht durch die Pflege einer Person erreichen, kann auch die Zeit der Pflege mehrerer pflegebedürftiger Personen zusammengerechnet werden.

Von dem Thema habe ich auch erst vor Kurzem erfahren, da die Krankenkasse meines Partners für dessen Vater gleich einen entsprechenden Antrag mitgeschickt hat, nachdem Pflegegrad 3 festgestellt wurde.

Zur Situation: Meine Mutter ist seit 2006 pflegebedürftig eingestuft, seinerzeit Pflegestufe 2, seit der Reform Pflegegrad 3. Die Pflege erfolgte zunächst im Altenheim, ab 2007 über die einfache Geldleistung (mittels einer privat organisierten Pflegekraft), ab etwa 2014 als ambulante Sachleistung.

Ich selbst hatte zunächst studiert, anschließend Teilzeit (25 Stunden) gearbeitet und schließe nun seit 2017 eine Ausbildung (Vollzeit) ab.

Pflege ist ja nun nicht nur das Waschen, Ankleiden etc., sondern wie der Gesetzgeber bzw. die DRV auch vorsieht, andere zeitliche Aufwände, die so nicht durch die Pflegeleistungen abgedeckt sind. In der ganzen Zeit habe ich also allerhand für meine Mutter gemacht, seien es Einkäufe, kochen, ins Bett bringen, beim aufstehen, beim Toilettengang helfen und solche Dinge, was eben zum langen Studium, zur Teilzeitarbeit etc. führte.

Folgende Fragen stelle ich mir:
Anders als beim o.g. Fall könnte meine Mutter durchaus meinen Aufwand bezeugen, nicht detailliert, aber sie könnte zumindest bestätigen, dass ich mehr als 10 Stunden wöchentlich an mind. 2 Tagen tätig war. Wäre das ausreichend oder verlangt die Pflegekasse ganz detaillierte Aufstellungen, wann welche Leistungen erbraucht wurden? Rückwirkend erscheint es mir unmöglich, dies in irgendeiner Form zu rekapitulieren.

Nach dem Aneurysma, welches zur Pflegesituation führte, wurde ich zum gesetzlichen Betreuer für meine Mutter bestellt. Im Grunde genommen müsste ich also ohnehin stellvertretend für sie oben Genanntes unterschreiben. Hat jemand hiermit Erfahrungen? Vermutlich ist es nicht selten, dass ein pflegender Angehöriger gleichzeitig rechtlicher Betreuer ist.

Bislang galten 14 Stunden, kann man rückwirkend 10 Stunden geltend machen oder gilt: bis Ende 2016 14 Stunden, danach 10 Stunden als Minimum?

Kann man ganz grundsätzlich Ansprüche von vor 12 1/2 Jahren geltend machen oder gibt es eine Art Verjährung?

Vielleicht hat jemand auch speziell Erfahrungen als Studierender, wo es ja keine echte Arbeitszeit gibt. Hier kann ja im Grunde genommen kein Nachweis erbracht werden, dass man wöchentlich weniger als 30 Stunden damit verbracht hat. Ich habe zeitweise zusätzlich zur Pflege und neben dem Studium noch als HiWi gejobbt, zeitweise bis zu 20 Stunden wöchentlich, die nachweisbar sind, wofür auch Rentenversicherungsbeiträge gezahlt wurden. Vielleicht kann mir jemand hier also auch sagen, wie die "Uni-Zeit" gewichtet wird?

Vielen Dank im Voraus für hilfreiche Antworten. :)

von
Sonnenschein

An einer Antwort zu dieser Anfrage wäre ich auch sehr interessiert.
Bei mir ginge es um 2 Jahre rückwirkend ab Januar 2017, da mir
bisher nicht bekannt war, dass inzwischen 10 Stunden Pflege wöchentlich ausreichen.

von
Antwortsuchende

Auch mir wäre mit der Beantwortung der Frage sehr geholfen.

Kann aktuell jemand weiterhelfen?

Kann man -wie im obigen Fall beschrieben- rückwirkend Rentenpunkte geltend machen?

von
Tochter von Mama und Enkelin von Oma

Meine Mutter hat ca. 6 Jahre ihre Mutter von DO bis SON gepflegt und hat max. 30 Std. gearbeitet.
Kann sie nachträglich ihre Rentenpunkte aufstocken lassen? Es wurde damals bis heute noch nicht berücksichtigt...
Hat jemand damit Erfahrung?

von
Modi1969

Hallo,

Wie schon mehrfach geschrieben, entscheidet die Pflegekasse. Sie können gerne die Pflegesituation schriftlich bei der Pflegekasse des Pflegebedürftigen schildern und um Abführung der Beiträge ins Rentenkonto bitten. Nach Prüfung durch die Pflegekasse werden Sie dann wissen, ob Beiträge geflossen sind oder nicht.
Dass sich ein "Nachbohren" diesbezüglich lohnen kann, kann ich bestätigen. Habe schon mehrere Fälle gesehen, bei denen die Pflegekasse nach entsprechender Intervention doch noch Beiträge nachträglich ins Rentenkonto gemeldet hat (ging dann aber meistens nur um 2-4 Jahre rückwirkend, aber immerhin..). Insofern muss ich W*lfgang Recht geben...

von
Choco_bay

Verjährungsfrist

Nach § 25 Abs. 1 Satz 1 SGB IV

Die Ansprüche auf Beiträge verjähren in vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie fällig geworden sind. Bei vorsätzlich vorenthaltenen Beiträgen beträgt die Verjährungsfrist 30 Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres der Fälligkeit

Verjährungsfrist des § 25 Abs. 1 SGB IV
Die Frist des § 25 Abs. 1 SGB IV beginnt nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Beiträge fällig geworden sind. Sie endet vier Jahre später. Sofern ein Verfahren noch vor
Ablauf des Kalenderjahres der Fälligkeit endet, kommt es zu keiner Hemmung.