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Nachträgliche Zahlungen von Beiträgen zur Rentenversicherung durch den Arbeitgeber möglich?

von
prosan

Ich bitte um Eure Hilfe bei folgender Fragestellung:

Am 1. Oktober 1996 trat eine Neuregelung bezüglich der Rentenversicherungspflicht für berufstätige Studenten in Kraft.

Ich habe ab 1995 bei einem Arbeitgeber neben dem Studium gearbeitet, wobei ein Arbeitsvertrag mit einem Stundenumfang nach Bedarf bestand. Ich habe regelmäßig dort gearbeitet, zumeist auch mehr als 20 Stunden pro Woche. Zur Gesetzesänderung wollte ich mich freiwillig pflichtversichern, doch ich stieß auf Widerstand beim Arbeitgeber, der wohl seinen Anteil an den Rentenversicherungsbeiträgen einsparen wollte. Also stellte ich meinerseits keinen Antrag. Danach folgten jeweils kurze Zeiten der Nichtbeschäftigung, einmalig sogar die Beendigung der Tätigkeit für mehr als 3 Monate. Bei Wiederaufnahme beim gleichen Arbeitgeber verlangte dieser weiterhin die Studienbescheinigung und meldete mich nicht zur Rentenversicherung an. Erst seit 2002 werden nunmehr Beiträge entrichtet, da es Veränderungen in der Unternehmensführung gab. Ich bin auch heute noch in diesem Unternehmen beschäftigt.

Ich würde nun gerne wissen, ob ich meinen Arbeitgeber nachträglich verpflichten kann, Beiträge für die Jahre von 1996 bis 2002 zu entrichten, zumal dieser sich jahrelang einen Vorteil durch die Nichtzahlung verschafft hat. Die Deutsche Rentenversicherung gibt mir fernmündlich die Auskunft, dass dieses nachträglich nicht möglich sei. Der Arbeitgeber kann sich auf einen Vertrauensschutz berufen.

Stimmt das? Das wäre ja irgendwie unfair?

von
Ossi

Hallo,
Sie können Ihren Arbeitgeber nicht verpflichten Beiträge nachzuzahlen.Das könnte nur der Betriebsprüfdienst Ihres Rentenversicherungsträgers nach einer erfolgten Betriebsprüfung.

von
Schade

... und dann wird der AG einwenden, dass Ansprüche vor 2003 verjährt sind.

Experten-Antwort

Sehr geehrte/r prosan,
Sie schreiben Sie sind noch in dem Unternehmen beschäftigt.
Insofern würde ich eine gütliche Vorgehensweise fahren.
Zunächst sollten Sie bei der Deutschen Rentenversicherung einen Antrag auf Kontoklärung stellen und die vakanten Zeiten und Sachverhalte genauestens erläutern und Belegen.
Schreiben Sie zusätzlich in den Antrag, dass Sie bitten der Angelegenheit auf den Grund zu gehen. Sollten Sie einen Bescheid bekommen, in dem die Sache nicht ausgeklärt ist, legen Sie Widerspruch gegen den Bescheid ein.
Wichtig sind wirklich genaue Angaben und lückenlose Belege.
Mit freundlichem Gruß

von
prosan

Vorab vielen Dank für die ausführlichen Antworten.

Verstehe ich Sie richtig, dass mein Arbeitgeber auch nachträglich für Zeiträume vor 2002 freiwillig Beiträge entrichten könnte? Oder ist eine Nachversicherung nur dann möglich, wenn diese Zeitspanne noch als Ausbildungszeit im Rahmen des Studiums anerkannt wird? Ich habe bis 2004 studiert und gearbeitet. Was muß ich hier bei der Kontenklärung beachten?

Vielen Dank schon mal jetzt für Ihre Bemühungen.

von
Skaraveos

Guten Tag,

ich bin seit mehrere Jahre in einem Sportverein beschäftigt (ca. 20 Sdt. die Woche). Mein Arbeitgeber hatte immer gemeint, dass ich Freiberufler bin und dadurch nicht sozialversicherungspflichtig. Er hat gegen der Forderung der Sozialversicherungsträger geklagt. Am Anfang dieses Jahres hat das Landessozialgericht die Klage des Arbeitgebers abgewiesen und mit seinem Urteil für einen Angesteltenarbeitsverhältnis entschieden.
Nun muss der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge nachträglich zahlen.
Ist der Arbeitgeber für die nachträgliche Zahlung verpflichtet auch den Arbeitnehmeranteil zu zahlen?