Nachversicherung

von
Leipziger

Ich bin Beamter und werde auf eigenen Wunsch in Kürze aus dem Beamtenverhältnis ausscheiden. Die gesetzlichen Regelungen zur Nachversicherung sind mir geläufig.Ich finde jedoch, dass die Nachversicherung mit dem "Beamtenbrutto" ungerecht ist, da dieses bedeutend niedriger ist als das Bruttoentgelt eines vergleichbar eingruppierten Angestellten. Weiß jemand ob in Deutschland schon mal ein gerichtliches Verfahren anhängig war, in dem sich jemand gegen diese gesetzliche Regelung gewehrt hat und wenn ja, wie es ausgegangen ist?

von
Müller

Wenn Sie es ungerecht finden, dann bleiben sie halt Beamter.

Ein gerichtliches Verfahren ist mir diesbezüglich nicht bekannt.

von
Heinerich

Hallo,

zwas ist das Brutto niedriger als bei einem Angestellten auf der gleichen Position, jedoch haben Sie in der Zeit, wo Sie Beamter waren keine RV-Beiträge zahlen müssen.

Bei der Nachversicherung zahlt Ihr Dienstherr die Beiträge insgesamt (auch Ihren eigentlichen Anteil). Von daher gesehen ist es fraglich, ob es überhaupt eine Benachteiligung ist und ein Gerichtsverfahren erfolgsversprechend wäre.

MfG

von
Schiko.

Vielleicht doch noch zur aufklärung ein paar daten
und fakten.

Sie meinen also, es ist ohne weiteres möglich nach beendigung
des beamtenverhältnisses für vergangene jahre in die rentenversicherung
beiträge nachzuzahlen um später neben der pension auch rente
zu erhalten.

Will überhaupt nicht auf die die gesetzliche zulässigkeit ihres vo-
habens eingehen, zumindest aber ein paar rentenwahrheiten darlegen.

Der durchschnittsverdiener des jahres 2007 mit ca. 29.400, somit monatlich
2.450 hat monatlich als eigenleistung 243,78 beitrag aufzubringen. Er be-
bekommt- gerechnet vor der großen erhöhung von 0,54%- hierfür einen
entgeltpunkt für 2007 gutschrieben, dies sind 26,13 euro.
Vermutlich meinen sie aber, wenn sie als beamter nur 2.000 brutto verdient hätten sollten es auch 26,13 rentenzuwachs sein für die nachzahlung ???
Für monatlich 79,90 mindesbeitrag bekommen 4, 27 rentengutschrift.
Zahlen sie aber den beitrag von 19,90% aus monatlich 5.250 müssen
sie monatlich 1.044,75 euro aufbringen als möglichen höchstbeitrag
bis zur jahreshöchstgrenze von 63.000. Dadurch erwerben sie 2,1429 EP.
x 26,13 euro 55.99 rentenwert, ab 1.7.2007 56,29 rentenwert.
Hierzu gibt es kein verfahren, pension und rente sind eben zwei ver-
schiedene paar stiefel, dies ist vom gesetzgeber so festgelegt.

Vielleicht nennen sie beträge und schildern fakten wie sie sich die
rente vorstellen.

Mit freundlichen Grüßen.

von
sab

Ihre Unterstellungen werden immer schlimmer.

Zitat: "Sie meinen also, es ist ohne weiteres möglich nach beendigung
des beamtenverhältnisses für vergangene jahre in die rentenversicherung
beiträge nachzuzahlen um später neben der pension auch rente
zu erhalten."

Wenn man aus dem Beamtenverhältnis ausscheidet und nachversichert wird, erhält man eben keine Pension mehr!!!!!!!!

von
sab

Im übrigen kann man sich auch nicht aussuchen, ob man nachversichert werden will, dies ist gesetzlich geregelt!

von
Mitleser

schiko, schiko
lange Zeit habe ich große Stücke auf Sie gehalten. Aber mitunter schießen Sie mit Ihren Behauptungen gewaltig über das Ziel hinaus.
Reden ist Silber, schweigen ist Gold.

von
Schiko.

Was leute von mir halten
ist mir an sich egal.

Begreife aber wirklich nicht was sie mit ihrer
bemerkung meinen?

Da sehen sie wie dumm ich doch noch bin.

von
Pariser

So langsam wird ER

alt unser SCHIKO...

Er hat halt seine

Beamten in das

Herz geschlossen...

T`ja die Bayern...

Nur gut, dass es die

PAULI gibt, die die

alten SÄCKE mal

aus(f)schüttelt!

Herzliche Grüße

Pariser

von
Schiko.

Prima, wußte ich nicht.
Warum nicht gleich, dies er-
klärt jetzt auch die fragestellung.

Danke schön!

von
Schiko.

Danke, dies meinte ich doch auch. Wusste nur
nicht, dass pension hin-
fällig wird.

von
Selina II

Hallo Leipziger,
ich kenne leider auch kein Verfahren diesbezüglich wäre aber sehr froh wenn endlich mal ein Beamter ein solches Gerichtsverfahren anstreben würde.
Denn auch ich finde die Form der Nachversicherung sehr ungerecht.
Sollten Sie entsprechende Urteile dennoch ausfindig machen können würde ich mich sehr freuen wenn sie mir Bescheid geben könnten.
Sofern sich Ihre Nachversicherung noch vermeiden lässt würde ich wirklich überlegen ob es sich lohnt. Vergessen Sie auch nicht dass sie als nachversicherter Rentenempfänger später keine gesetzliche Krankenversicherung über Ihre Rente erhalten können - somit eine private KV aus eigener Tasche (100%) bezahlen müssen- ggf. mit Einstiegsalter 67 in immenser Höhe!

von
Michael1971

Probieren Sie es mit diesem Beschluß.

http://www.bverfg.de/entscheidungen/rk20000302_2bvr150899.html

von Experte/in Experten-Antwort

Ob in diesen Fällen jemand den Rechtsweg bestritten hat ist uns nicht bekannt.
Wir empfehlen Ihnen sich diesbezüglich mit dem Bundessozialgericht in Verbindung zu setzen.

von
Leipziger

Ich glaube, Sie wissen nicht wirklich wovon Sie reden

von
Schiko.

Doch, dies will ich ihnen erklären. Zugegeben, habe wenig
ahnung vom beamtenrecht, freue mich immer wieder durch
nicht fundierte darstellungen das richtige zu erfahren.

War in der tat der meinung, wird ein beamter freiwillig
arbeiter, angestellter oder sogar rentner bleiben ihm die
beamtenjahre für die spätere pension, neben den rente
erhalten. Selbstverständlich unter berücksichtigung von 60%
kürzungsbetrag für die rente.
Natürlich für die pension nicht 71,75 % des letzten gehalts-
bezuges, sondern nach , um ein beispiel zu nennen, 25 dienst-
jahren statt 71,75 % 44,84 %.

Dem ist nicht so, dies habe auch ich als spätzünder inzwischen
begriffen.
Der beamtendienstherr, durchaus verständlich, hat also als aus-
gleich für die entgangenen 25 jahre an die rentenkasse nachträglich
die vollen versicherunmgsbeiträge der vergangenen 25 jahre ab-
zuführen. Verständlicherweise als ersatz, für die erworbene pension, die ja nicht zur verrechnung gelangt.
Jetzt ist mir auch die anfrage verständlich, dies kann ja für den früheren
beamten sich nachteilig auswirken.
Angenommen das bruttogehalt in den 25 jahren war 2.000 monatlich
werden auch nur für dieses einkommen beiträge abgeführt. Bezogen
auf den durchschnittsverdiener des jahres 2007 nur 24.000 somit in
2007 nur eine rentenanrechnung von ( 0,8163 EP. x 26,13) 21,33 euro
rentengutschrift.
Der durchschnittsverdiener aber erhält bei 29.400 immerhin 26,13,
und da meinte der anfragende ob dies gerecht ist weil halt 21,33 weniger
sind als 26,13. Glaube dies nicht, will es auch nicht bewerten sicher auch
ungerecht, weil der beamte brutto weniger hatte als ein durchschnitts-
verdiener und er weniger erhält.
Ihre flapsige bemerkung passt zum heutigen stammtischgespräch, von 7 teilnehmern waren 3 beamte anwesend.
Der schwiegersohn eines mit 90 jahren verstorbenen lehrers erzählte,
seine ehefrau, tochter des verstorbenen, erhält für zwei monate pension?
Ein anderer beamter verneinte dies, und erklärte erklärte sogar,
stirbt der beamte, erhält die witwe- im gegensatz zum rentner - nur mehr
für 2 monate die bezüge in höhe des verstorbenen.
Vermute, herr leibziger sie sind fachmann und können aufklärend wirken.
Vielleicht können sie auch meine auslassungen allgemeiner art deuten.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Echo

Es ist relativ, was ungerecht ist!

Angenommen, die Nachversicherung würde mit dem Verdienst eines entsprechenden Angestellten durchgeführt, zahlen Sie dann auch die entsprechenden Steuern nach???

von
Selina II

Hallo Echo,
was meinen Sie damit „zahlen Sie die Steuern nach?“

Durch die Steuertabelle B wird m.E. doch der unterschiedliche Brutto-Bezug ausgeglichen? Könnten Sie Ihre Aussage bitte näher begründen?

Ich persönlich finde folgendes Beispiel ungerecht:

Beamter, Nettogehalt 1600 Euro ( ca. 2200 Euro brutto abzgl. 400 Euro Steuern, abzgl. 200 Euro Krankenversicherung).
Angestellter/Arbeiter, Nettogehalt 1600 Euro (2670 Euro Brutto abzgl. Pauschalierte 40%)

Entgeltpunkte Beamter pro Jahr bei Nachversicherung:
26400 / 29400 = 0,8979

Entgeltpunkte Angestellter pro Jahr
32040 / 29400 = 1,0897

10 Jahre gleiches Netto bedeutet demnach
beim nachversicherten Beamten: 234,62 Euro monatliche Rente

und beim Angestellten 284,73 Euro

Das sind monatlich 50 Euro mehr. Im Monat – und das bei nur 10 Jahren Arbeit ...

Näher darauf eingehen wer jetzt wie viel in die Sozialkassen eingezahlt hat usw. möchte ich nicht da das die Grenzen sprengen würde – wie oben schon erwähnt müsste ich ja sonst beim nachversicherten Beamten um einiges mehr an Euro für die private KV von der Rente abziehen.

Also ich persönlich finde das hört sich nicht nur relativ gesehen ungerecht an, sondern eindeutig ungerecht.
Gleicher Verdienst sollte gleiche Rente bedeuten. Und da mich als Mensch das Netto auf meinem Konto interessiert und kein Brutto ...