Nachversicherung wurde nicht aufgeschoben - gibt es noch Möglichkeiten einzugreifen?

von
polly

Liebes Service-Team,

Im Jahr 2013 habe ich meine Ausbildung beendet, während dieser war ich Beamtin auf Widerruf. Danach bin ich für 7 Monate als Angestellte tätig gewesen, mein AG hat mich automatisch nachversichert und nicht auf die Möglichkeit des Aufschubs hingewiesen.
Nach der Tätigkeit als Angestellte bin ich bei einem anderen AG als Beamtin auf Probe ernannt worden, mittlerweile bin ich Beamtin auf Lebenszeit.

Durch die Nachversicherung habe ich m.E. meine Pensionsansprüche aus der Ausbildungszeit in der Beihilfe verloren, durch die kurze Nachversicherung ist mir ein Nachteil entstanden.
Besteht die Möglichkeit, die Nachversicherung rückgängig zu machen, insb. da ich nichts von der Möglichkeit eines Aufschubs wusste?

Falls nein, hätte ich überhaupt einen Rentenanspruch aus der nachversicherten Zeit, schließlich war diese nicht sehr lange. (nachversicherte Zeit: 3 1/2 Jahre Ausbildung + 7 Monate Beschäftigung als Angestellte)

Besteht die Möglichkeit, diese Zeit wieder in der Beihilfe zu berücksichtigen? Falls nein, wäre es für mich vorteilhafter, die Beiträge in der RV jetzt auszahlen zu lassen, falls möglich?

Als weitere Info: ich bin Beamtin in BW.

Über eine Rückmeldung freue ich mich sehr.

Liebe Grüße

von
W*lfgang

Zitiert von: polly
Durch die Nachversicherung habe ich m.E. meine Pensionsansprüche aus der Ausbildungszeit in der Beihilfe verloren,
polly,

wieso Beihilfe? ..."in der Beihilfe verloren". Beihilfe ist das eine, Pensionsansprüche das andere - Sie meinen wahrscheinlich auch, das Ihre ruhegehaltsfähigen Dienst jetzt nach der Nachversicherung geringer ausfallen/die Pension entsprechend kleiner ausfällt.

Dürfte nicht der Fall sein, da auch die früheren Beamtenzeiten - trotz Nachversicherung - weiterhin zu den ruhegehaltsfähigen Dienstzeiten angerechnet werden. Ihre Versorgungsdienststelle kann Ihnen das erklären.

Insofern dürfte beamtenrechtlich kein Schaden entstanden sein, parallel sind Rentenzeiten entstanden. Aus diesen haben Sie (noch) keine Ansprüche, dafür wären 60 Monate Mindestversicherungszeit erforderlich - die Sie sogar durch freiwillige Beiträge bis dahin auffüllen können. Über das 'lohnt sich das?' machen Sie sich heute keine Gedanken/erst im Pensions-/Rentenalter.

> und nicht auf die Möglichkeit des Aufschubs hingewiesen.

Gibt es den überhaupt noch, den Aufschub (ganz früher mal 2 Jahre) ? Ich meine, das in Ihrem Fall gar keine Aufschubmöglichkeit bestanden hat, da eine versicherungspflichtige Beschäftigung bestand und eine weiter Beamtentätigkeit bei Beginn gar nicht in Sicht war.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo polly,

in der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt die Mindestversicherungszeit für einen Rentenanspruch 60 Monate.

Grundsätzlich können nur Beiträge erstattet werden, die Sie selbst mit gezahlt haben.

Nachversicherungsbeiträge können nicht erstattet werden.

Bei Fragen zu Ihren Pensionsansprüchen wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Versorgungsdienststelle.

von
Polly

Vielen lieben Dank für die rasche Rückmeldung auf meine Fragen.

Darf ich nochmal eine kleine Nachfrage stellen?
Meine Ausbildungszeiten sind nun ja in der Rentenversicherung über die Nachversicherung berücksichtigt.
Angenommen, ich bleibe bis zum Rentenalter Beamtin - erhalte ich dann, keine Rente für diese, da die 60 Monate Beitragszeit (insgesamt) nicht vorhanden sind? Innerhalb der Beihilfe sind diese Zeiten auf Grund Nachversicherung wohl auch nicht mehr aufgeführt - ich werde mich hier aber nochmals beim Beihilfeträger erkundigen. Es wäre schon schade, wenn diese Ausbildungszeit (fast vier Jahre) nicht in der Beihilfe berücksichtigt werden und in der Rentenversicherung zwar berücksichtigt sind, aber nicht zu einem Rentenanspruch führen.
Über eine kurze Bestätigung meiner Annahme oder Mitteilung, wie sie die Lage andernfalls einschätzen, freue ich mich.
Vielen lieben Dank!
Herzliche Grüße,
Polly

von
W*lfgang

Zitiert von: Polly
Darf ich nochmal eine kleine Nachfrage stellen?
Polly,

aber ersetzen Sie (endlich) den Begriff Beihilfe durch Pensionsansprüche/ruhegehaltsfähige Dienstzeiten. Beihilfe ist Krankenhilfe/Teil-Übernahme der Behandlungskosten - hat mit den Zeiten gar nichts zu tun!

> Innerhalb der Beihilfe sind diese Zeiten auf Grund Nachversicherung wohl auch nicht mehr aufgeführt

...Sie haben meine Antwort nicht besonders aufmerksam gelesen ;-) Ausbildungszeiten können nach wie vor als Pensionszeiten berücksichtigt werden, auch wenn Sie in der DRV nachversichert worden sind.

> Meine Ausbildungszeiten sind nun ja in der Rentenversicherung über die Nachversicherung berücksichtigt. Angenommen, ich bleibe bis zum Rentenalter Beamtin - erhalte ich dann, keine Rente für diese, da die 60 Monate Beitragszeit (insgesamt) nicht vorhanden sind?

Das ist richtig. Ohne Mindestversicherungszeit von 60 Monaten in der DRV = kein Rentenanspruch. Dieser ließe sich über eigene freiwillige Beiträge auf 60 Monate auffüllen ...lesen auch dazu meinen ersten Beitrag - herjeh, so leseresistend kann Frau doch nicht sein ;-)

Gruß
w.