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Nachweis von Zeiten der Krankheit

von
Münstermann

Hallo,
seit 2011 war ich nicht mehr versichert bei der Krankenkasse, weil ich die Beiträge nicht bezahlen konnte. Wegen Scheidung flog ich aus der Familienversicherung raus. Einnahmen hatte ich keine, weil ich krank war und bin. Neben Krebs, Leberzirrhose, Verschlüsse etc. wurde dies vom VA mit 90 % anerkannt.
Wenn, dann konnte ich einen Arzt privat aufsuchen. Da ich keine Einkünfte hatte und auch kein Hartz IV bezog hat mich meine Ex-Ehefrau ernährt und Unterkunft gegeben.
Krankschreibungen gab es deshalb keine.
Lange Zeit war ich nur bettlägerig.
Nun habe ich einen Rentenantrag gestellt, weil man mir sagte, das ich, wenn der Rentenversicherungsträger feststellt, das ich Erwerbsunfähig bin, Grundsicherung für Rentner bekommen kann, selbst wenn die RV keine Rente zahlt.

Im Zuge dieses Rentenantrages soll ich nun meine Krankheitszeiten "nachweisen".
Wie könnte ich diesen Nachweis erbringen? Habe nur von den Privatbehandlungen Berichte aber sonst nichts.

Wäre für eine Hilfe dankbar, weil ich auch wieder eigenes Geld haben möchte. Hartz IV wurde übrigens abgelehnt, weil ich ja nach eigenen Angaben nicht arbeitsfähig sei und die Grundsicherung für Rentner zahlt erst, wenn ich den Nachweis der RV habe.
Alles nicht besonders prickelnd. Danke für die Hilfe. Gruß Harald

von
W*lfgang

Hallo Münstermann,

wenn Sie sagen, dass Sie erst seit 2011 nicht mehr krankenversichert sind, stimmt da was nicht. Seit 2007/8 besteht Krankenversicherungszwang, unabhängig davon, ob Sie in der Lage sind, die Beiträge zu zahlen - eine 'Grundversorgung' ist seitens der KK aufrecht zu erhalten. Auch heute noch ist die letzte Krankenkassen (egal ob gesetzlich oder privat), verpflichtet, Sie wieder aufzunehmen. *)

Im Rentenantrag wurde nach der letzten Krankenkasse gefragt. Den 'Nachweis' dafür erbringen Sie, in dem Sie die Frage einfach beantworten: KK XYZ, familienversichert über Ehegatten/Vorname/Name/GebDatum. Sofern Sie davor/in den letzten 25 Jahren noch bei anderen KK versichert waren, fangen Sie an zu überlegen, welche das waren.

*) Ausnahmen sind im SGB 12 (Sozialhilfe, Grundsicherung ...) geregelt. Wenn Sie Grundsicherung oder 'nur' Sozialhilfe erhalten, ist aus Ihrer Sicht die Art der Krankenversicherung eh egal - Sie erhalten die erforderlichen Hilfsmaßnahmen, die Kosten tragen andere.

Gruß
w.

von
Münstermann

Zitiert von: W*lfgang

Hallo Münstermann,

wenn Sie sagen, dass Sie erst seit 2011 nicht mehr krankenversichert sind, stimmt da was nicht. Seit 2007/8 besteht Krankenversicherungszwang, unabhängig davon, ob Sie in der Lage sind, die Beiträge zu zahlen - eine 'Grundversorgung' ist seitens der KK aufrecht zu erhalten. Auch heute noch ist die letzte Krankenkassen (egal ob gesetzlich oder privat), verpflichtet, Sie wieder aufzunehmen. *)

Im Rentenantrag wurde nach der letzten Krankenkasse gefragt. Den 'Nachweis' dafür erbringen Sie, in dem Sie die Frage einfach beantworten: KK XYZ, familienversichert über Ehegatten/Vorname/Name/GebDatum. Sofern Sie davor/in den letzten 25 Jahren noch bei anderen KK versichert waren, fangen Sie an zu überlegen, welche das waren.

*) Ausnahmen sind im SGB 12 (Sozialhilfe, Grundsicherung ...) geregelt. Wenn Sie Grundsicherung oder 'nur' Sozialhilfe erhalten, ist aus Ihrer Sicht die Art der Krankenversicherung eh egal - Sie erhalten die erforderlichen Hilfsmaßnahmen, die Kosten tragen andere.

Gruß
w.

Stimmt, aber die AOK hatte mir gesagtr, das ich keine Leistungen beziehen kann.
Um die Frage im Rentenantrag geht es nicht. Der RV hat mir ein Formular geschickt, in dem ich einen Nachweis über Fehlzeiten bei der Rente über meine Erkrankung schicke.

Unsere ARGE hat abgelehnt weil ich nach eigenen Angaben voll Erwerbsgemindert sei und nur für Arbeitsfähige Hartz IV bezahlt wird.

Grundsicherungsamt zahlt erst wenn ich den Rentenantragsbescheid vorliegen habe.

Bin also krank, ohne Einnahmen und KANN mich nicht freiwillig krankenversichern.

von
Nahla

Wieso sind Sie dann nicht beim Sozialamt gewesen? Sie müssten doch dann Anspruch auf die "normale" Sozialhilfe haben...

von
W*lfgang

Zitiert von: Münstermann
Der RV hat mir ein Formular geschickt, in dem ich einen Nachweis über Fehlzeiten bei der Rente über meine Erkrankung schicke.
, das ist ein anderes Problem, was mit Ihrer Krankenversicherung erst mal nichts zu tun hat ...hier geht es um den Nachweis von Versicherungszeiten - eben die Lücken, die man Ihnen aufgelistet hat, um diese Zeiten mit entsprechenden Nachweisen als Rentenzeiten anerkennen zu können. Können Sie in diesem Fall leider vergessen, da 'private' Erkrankungen keine Rentenzeiten sind - es mangelt grundsätzlich schon am 'Beweis' für diese Zeiten, um sie als so genannte Anrechnungszeiten in Ihr Rentenkonto einbauen zu können. Die EM-Rente als solche wird daher scheitern ...das Sozialamt/Grundsicherung wird ein extra Verfahren zur Feststellung der EM einleiten müssen.

Nebenbei, die ARGE - heißt inzwischen Jobcenter - wäre solange/weiter für Sie zuständig, bis EM seitens DRV oder via Sozialamt tatsächlich festgestellt worden ist.

Bei Ihnen ist einiges aus dem Ruder gelaufen, das wir hier nicht aufarbeiten können. Einfachster Rat: nehmen Sie sich einen Anwalt/Sozialrecht, beantragen Prozesskostenbeihilfe und lassen die 'Vergangenheit' und ZUKUNFT mal glatt ziehen, was Ihre Leistungsansprüche gegen diverse Behörden betrifft.

Gruß
w.

Experten-Antwort

1. Anrechnungszeiten
Grundsätzlich können Fehlzeiten in Ihrem Versicherungskonto, in denen Sie wegen Krankheit arbeitsunfähig gewesen sind oder Leistungen zur medizinischen Rehabilitation bzw. zur Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Rehabilitation) erhalten haben, auch Anrechnungszeiten sein.
Nach dem 25. Lebensjahr ist es allerdings erforderlich, dass eine (in der Rentenversicherung) versicherte Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit unterbrochen worden ist. Die Unterbrechungslücke darf nicht mehr als einen Kalendermonat umfassen. Dennoch ist es wichtig, alle Krankheitszeiten zu melden. Auch solche, die nicht als Anrechnungszeit berücksichtigt werden können. Denn die zunächst "nicht anerkannten" Krankheitszeiten können als "Überbrückungszeiten" dazu führen, dass die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente erfüllt werden können.
Als Nachweis von Krankheitszeiten gelten jede Bescheinigung/Attest oder Befundunterlage Ihrer behandelnden Ärzte, welche Ihnen eine Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Hierzu zählen auch Unterlagen über Krankenhausaufenthalte und über Rehamaßnahmen anderer Träger (z. B. Berufsgenossenschaft, Arbeitsamt oder Jobcenter).

2. Erwerbsminderungsrente
Damit die Deutsche Rentenversicherung feststellen kann, ob Ihr Leistungsvermögen so abgesunken ist, dass eine geregelte Arbeit nicht mehr möglich erscheint und folglich Erwerbsminderung vorliegt, ist Ihre Mitarbeit bei der Rentenantragstellung notwendig. Es genügt allerdings, auf den Ihnen ausgehändigten Vordrucken möglichst umfassende Angaben zu machen, indem Sie beispielsweise alle Ihre gesundheitlichen Beschwerden und Leiden sowie alle Ihre behandelnden Ärzte auflisten.
Zu den entsprechenden Vordrucken ( meist der R 210 und der R 215-Selbsteinschätzungsbogen-) müssen Sie zunächst keine eigenen Atteste oder Befundberichte beifügen. Es genügen hier Ihre möglichst gründlichen (und ggf. handschriftlichen) Angaben.

3. Hinsichtlich der Krankenversicherung sollten sich mit einer Krankenkasse in Verbindung setzen.