Nachweislich falsches Gutachten - Was nun?

von
Nahla

Die Frage ist doch wohl eher, von wann ist denn dieses Gutachten und bis wann hat das SG Zeit gegeben, um die Klage zurückzunehmen???

Es wäre ja auch vielleicht eine Möglichkeit, zum GA eine Stellungnahme abzufassen, dann detailliert alle Auswirkungen der gesamten Erkrankungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft (darum geht es dem Gericht nämlich), also Tagesablauf, Schmerzkalender, Entwicklung der eigenen Gesundheit, Auswirkungen auf "normale" Tätigkeiten und Hobbies aufzuschreiben und alles zusammen mit der Stellungnahme an das Gericht zu senden und um erneute Prüfung bzw. die Begutachtung durch einen anderen GA zu bitten...

von
Anni

@Nahla, das ist doch mit Sicherheit geschehen, wenn sie kämpfte um ein neues Gutachten. Bei mir ist es echt so,dass das Gericht mich sogar zwingt, meinen Zustand umfassend darzustellen. Ich muss jede einzelne Äußerung der Gegenseite und der Ärzte kommentieren, und man gibt mir nur vier Wochen Zeit jedesmal . Anfangs wurde ich auch deutliich hingewiesen auf meine Mitwirkungspflicht.

Sicher bin ich mir aber, dass das Gericht von sich aus ermitteln muss ! Und wenn es das nicht getan hat , dann ist Beschwerde der richtige Weg .

von
Nahla

Eine Beschwerde ist fast immer möglich. Ob sie wirklich hilfreich ist, mag dahingestellt sein.

Der schnellere Weg dürfte immer noch die Rücknahme der Klage sein, dann gibt es kein rechtskräftiges Urteil, was in einem weiteren Verfahren herangezogen werden kann.

Und dann in sechs Monaten einen erneuten Antrag stellen mit dem Fokus auf Depression, Migräne und den durch die orthopädischen Befunde verursachten Schmerzen.

Auch im erneuten Verfahren kann dann die Erwerbsminderung rückwirkend festgestellt werden.

von
Janina M.

Hallo Anni,
ich möchte die Diskussion hier nicht öffentlich weiterführen, da weitere Details Hinweise auf meine konkrete Person geben könnten.
Wenn du privat mit mir Kontakt aufnehmen möchtest, schick bitte eine Mail mit dem Betreff "Rentenforum" an die im Impressum von alltagsmagazin.de genannte Mailadresse. Die Redakteurinnen leiten mir das dann weiter.
MfG Janina

von
Achill

Auf dieses Gutachten der DRV berufen schön und gut, aber trotzdem sind in den medizinischen Unterlagen auch die Befunde vorhanden die IHRE Ärzte ausgestellt haben. Somit liegen diese Befunde auch dem SG vor.

Ich rate Ihnen auch die Klage zurück zu nehmen und in einem halben Jahr mit aktuellen Befunden einen neuen Antrag zu stellen, geht unter umständen sogar schneller als auf die abgelehnte Klage Berufung einzulegen. (ist vor allem auch billiger)

von
lala

Hallo,

sie haben leider noch nicht geschrieben in welchem Jahr Sie geboren sind. Sollten Sie nach dem 01.01.1961 geboren sein, dann können Sie auf den allgemeinen Arbeitsmarkt verwiesen werden. Sie könnten zum Beispiel den Job eines Pförtners an der Nebenpforte ohne Publikumsverkehr ausüben. Und ich vermute einfach mal, dass sie das noch mindestens 6h am Tag könnten, denn so schwierig ist es nicht einen Knopf zu bedienen. Wenn man krank ist oder schwerbehindert, dann heißt es nicht automatisch, dass man auch erwerbsgemindert ist. Und immer dran denken, "ich kann nicht" wohnt meistens in der "Ich will nicht"-Straße.

von
Herz1952

Hallo Janina M.

aufgrund meiner Erfahrungen empfehle ich Ihnen einen neutralen Renten- und Sozialrechtsberater, der möglichst auch bei Gericht (Landgericht) zugelassen.

Diese Leute haben allerdings einen Stundensatz von 240,-- Euro, den sie meines Erachtens auch verdienen. Zwar können sie am Gutachten direkt nichts ändern, sie haben aber reichlich Erfahrung mit ähnlichen Fällen und "gehen ran wie Blücher".

Diese Berater klären Sie auch über Ihre Chancen auf. Vielleicht finden Sie sogar Formfehler oder können auch Ärzte auf eine richtige Formulieren hinweisen. Ärzte wissen leider vieles nicht oder scheuen sich vor der Arbeit.

Ich hatte selbst einen Fall, bei dem ich das Attest für die Krankenkasse selbst verfassen musste, weil ganz wichtige Dinge gefehlt haben.

Zur Zeit "arbeite" ich mit einem Arzt zusammen, den ich auf eine Möglichkeit hingewiesen habe, wie eine Epilepsie Patienten das richtige Medikament von der Kasse erstattet bekommt, obwohl es durch einen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss durch die GKV nicht mehr erstattungsfähig ist.

Viel Erfolg

von
Herz1952

Stundensatz ca 120 Euro (denke immer noch an die gute alte DM)(smile)

von
Herz1952

Mein Wahlspruch lautet:

Alle sagten: "Das geht nicht". Dann kam einer der wusste das nicht und hat es gemacht.

Ist allerdings geklaut aus dem "Tibiakopf-Bruch-Forum".

Scheint aber erfolgversprechend. (smile)

von
Janina M.

Hallo lala,
ich wohne ganz sicher nicht in der „ich will nicht“-Straße. Wenn Sie den gesamten Thread gelesen hätten, wäre Ihnen das auch klar. Wenn das so wäre, hätte ich den Antrag schon viel eher gestellt und nicht damit gewartet, bis es gar nicht mehr geht.

Hallo Herz1952,
danke für den Hinweis, der uns auf eine Idee gebracht hat. Mein Anwalt hat bereits um eine Fristverlängerung gebeten, in der Hoffnung, dass inzwischen der Bescheid zum GdB kommt. Dafür hat das Sozialamt in den letzten Wochen neue Befunde abgefordert, die wir uns schicken lassen werden. Mit diesen will er die RS-Vers. zum Einlenken bewegen, damit wir die Klagen weiter verfolgen können, denn es geht nicht nur um eine EM, sondern wir klagen parallel auch auf eine BU gg. meine private Versicherung. Hinsichtlich der BU ist aus dem orth. Gutachten eindeutig ersichtlich, dass eine solche vorliegt. In der BU-Police ist keine Verweisungsklausel, was auch den Hinweis von lala auf „den allgemeinen Arbeitsmarkt“ ad acta legt.

Die Reaktionen des Gerichts sind in beiden Fällen identisch. Mein Anwalt schätzt ein, dass eine volle BU und zumindest eine hälftige EM gerechtfertigt wären. Wenn es dafür keine Grundlage gäbe, würde er mir das so nicht sagen, denn er muss faktengebunden über das vorliegende Prozessrisiko aufklären. Meine behandelnden Ärzte schätzen durchweg ein, dass der GdB-Antrag mit mehr als 50 Prozent durchgehen müsste. Dann werde ich eine Mitgliedschaft beim Behindertenverband abschließen und mich ergänzend von deren Experten unterstützen lassen. Das dürfte wohl der beste Weg sein.

MFG Janina

von
Anni

Janina, es tut mir leid, aber dieser Anwalt erzählt ihnen Unfug . Der GdB hat nichts zu tun mit einem Rentenantrag. Es gibt keinen Grund, auf einen GdB zu warten, das erhöht die Chancen natürlich nicht. Ich habe z. B. einen GdB von 90 und Gehbehinderung, aber das heisst nicht, erwerbsunfähig zu sein .

Wenn der Anwalt sonst auch so arbeitet, dann sollten sie besser alle Schriftwechsel genauestens selber durcharbeiten. Geltend machen müssen Sie nämlich ganz anderes . Bei solchen unsinnigen anwaltlichen Aussagen fragt man sich, ob der sie vorher gut vertreten hat.....Ich hatte auch recht, habe es heute nachgefragt, das Gericht ist verpflichtet, selber zu ermitteln . Die dürfen sich nicht allein berufen auf ein Gutachten des Antragsgegners. Auch da scheint ihr Anwalt nicht gerade aktiv gehandelt zu haben ? Der Beschwerdeweg wäre vollkommen richtig, wenn ein Gericht sich nicht an Richtlinien hält ( So ganz mag ich das nicht glauben ) : Also hier stimmt irgendwie gar nichts zusammen, und ich rate sehr, sich nicht ständig auf andere zu verlassen. Gesetzestexte durcharbeiten, ( dann wüssten sie, wie unbedeutend der GdB ist ) ,Richtlinien angucken( beim GdB wüssten Sie dann , dass die weitaus meisten angegebenen Beschwerden gar keinen GdB auslösen ) usw. .

Hilft ja alles nichts, und ob es nun besser ist, zurückzuziehen oder durchzuziehen, mag man verschieden sehen . Aber mit einem Anwalt, der soooo hilft, ist alles verloren .

von
Rentnerin

Zitiert von: Janina M.

Hallo Herz1952,
danke für den Hinweis, der uns auf eine Idee gebracht hat. Mein Anwalt hat bereits um eine Fristverlängerung gebeten, in der Hoffnung, dass inzwischen der Bescheid zum GdB kommt. Dafür hat das Sozialamt in den letzten Wochen neue Befunde abgefordert, die wir uns schicken lassen werden. Mit diesen will er die RS-Vers. zum Einlenken bewegen, damit wir die Klagen weiter verfolgen können, denn es geht nicht nur um eine EM, sondern wir klagen parallel auch auf eine BU gg. meine private Versicherung. Hinsichtlich der BU ist aus dem orth. Gutachten eindeutig ersichtlich, dass eine solche vorliegt. In der BU-Police ist keine Verweisungsklausel, was auch den Hinweis von lala auf „den allgemeinen Arbeitsmarkt“ ad acta legt.

Die Reaktionen des Gerichts sind in beiden Fällen identisch. Mein Anwalt schätzt ein, dass eine volle BU und zumindest eine hälftige EM gerechtfertigt wären. Wenn es dafür keine Grundlage gäbe, würde er mir das so nicht sagen, denn er muss faktengebunden über das vorliegende Prozessrisiko aufklären. Meine behandelnden Ärzte schätzen durchweg ein, dass der GdB-Antrag mit mehr als 50 Prozent durchgehen müsste. Dann werde ich eine Mitgliedschaft beim Behindertenverband abschließen und mich ergänzend von deren Experten unterstützen lassen. Das dürfte wohl der beste Weg sein.

MFG Janina

Sie geben sich kämpferisch und das ist gar nicht mal schlecht, wenn es denn auch Aussicht auf Erfolg hat.
(das wünsche ich Ihnen gerne)

Allerdings, und so las ich Ihre bisherigen Informationen, ist das Sozialgericht bereits zu einem für sich abschließendem Ergebnis gekommen und legt Ihnen fairerweise die Klagerücknahme nahe.

Ihre RS-Versicherung hat Ihnen auch keine weitere Deckungszusage mehr offeriert, da sie den weiteren Verlauf als nicht erfolgversprechend einstuft.

Ihr Anwalt könnte bei Gericht noch ein Gutachten nach § 109 SGG einfordern, was kostenmäßig zunächst zu Lasten von Ihnen als Kläger zu tragen ist.

Die "zündende Idee" Ihres Anwalts kann ich nicht Folge leisten, auf die "neuen Befunde" zu warten, die bezüglich der Feststellung zum GdB eingefordert wurden, da Sie weiter oben erklärten, dass alle dem Gericht vorliegenden Befunde aktuellen Datums seien.

Was erhoffen Sie sich somit nun von den Befunden der Ärzte, die gegenüber dem Amt für Soziales zur Ermittlung/ Feststellung ihres Gesundheitszustands aufgefordert wurden eine gesundheitliche Stellungnahme abzugeben?

Es sind mit angrenzender Wahrscheinlichkeit die gleichen behandelnden Ärzte, die sich dem SG gegenüber bereits über Ihren Gesundheitszustand geäußert haben und man somit auch annehmen kann, dass die an das Amt für Soziales erfolgte Befunderhebung keine wesentlich neue Erkenntnis zu Tage bringt.

Auch bei dieser Befunderhebung um den GdB läuft es nicht auf die einzelnen Diagnosen hinaus, sondern den "Funktionseinschränkungen", die dauerhaft mit Funktionsstörungen einhergehen werden.

Ihre orthopädischen und weitere Diagnosen haben Sie bereits im einzelnen hier veröffentlicht und mir fällt es schwer daran zu glauben, dass, so wie es Ihre Ärzte einschätzen, ein GdB 50 (+) Anerkennung finden wird.
(Es würde mich aber freuen, wenn man Ihre Leiden mit einem GdB angemessen dotieren würde)

Ich erkläre es Ihnen, warum ich Zweifel habe:

Die Beurteilung der Schwere Ihrer Migräne und die Anerkennung und Schwere der Depression bieten m. E. einzig allein Chancen, den GdB über einen Grad von 50 zu stellen.

Diese beiden Diagnosen hätten aber bereits auch Relevanz bei der Beurteilung zur Anerkennung der Erwerbsminderung und auch BU finden müssen, wenn sie dokumentarisch nachgewiesen von ausgeprägter Natur wären und eine dauerhafte Funktionsstörung im Alltag damit einher ginge.

Der von Ihnen bezeichnete "Behindertenverband" nennt sich richtigerweise "Sozialverband" (z.B. der VDK oder der SoVD).

Meine persönlichen Erfahrungen mit einem solchen Verband sind eher negativer Natur.
Hätte ich auf diesen gehört, wäre ich baden gegangen.

Ich habe mich, so gut es ging, fachlich eingelesen und das Widerspruchsverfahren alleine durchgezogen und mich erst im Klageverfahren anwaltlich vertreten lassen.

Ich wünsche Ihnen von daher mehr Glück mit einem solchen Verband.

Wünschenswert wäre es, wenn Sie von Ihrem Anwalt kompetent betreut und vertrauensvoll beraten würden.

Fälle wie Ihrer (Kampf um Anerkennung EM und BU) werden bei "Krank ohne Rente.de" täglich besprochen und vielen wurde mit Rat und Tat durch Erfahrungswerte geholfen.

Alleine um ähnliche Fälle wie Ihre nachzulesen würde es sich lohnen, einen Blick hineinzuwerfen.

Alles Gute auf Ihrem Weg und ein glückliches Händchen wünscht Rentnerin

von
Herz1952

Zum Trost,

50 % der Anträge werden erfahrungsgemäß abgelehnt. Bei Widerspruch oder Klage verfahren werden 30 weitere % anerkannt. Dies ist leider nur Statistik.

Außerdem entscheidet nicht der Rechtspfleger.

Zwar ist normalerweise der SB-Ausweis nicht für die Rente maßgebend. Aber es könnte durchaus sein, Dass aus dem B e s c h e i d die eine oder andere Krankheit anders bewertet wird, als sie die RV sieht. Da wäre evtl. ein Ansatzpunkt zum "einhaken" gegeben. Ein Rechtsanwalt für Sozialrecht müsste schließlich auch seine Erfahrungen haben.

Ich hatte zwar keinerlei Schwierigkeiten mit der Rente durchzukommen. Aber ein Bekannter hatte mit dem gleichen RV-Berater den ich hatte, seine Rente nach Ablehnung durchsetzen können.

Es ist schon ein "Kreuz" mit den Gutachtern. Keine Ahnung aber davon viel. Siese müssen ja nicht mit Ihren Krankheiten leben und vor allem nicht arbeiten. Diese haben auch keine Ahnung, dass sie durch eine Kleinigkeit die Menschen ins soziale Abseits bringen können. Das hat mir mein Berater damals gesagt.

von
Janina M.

Hallo Forumsschreiber,
diese Studie hier ist sicher für viele von Ihnen interessant:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/fruehrente-psycho-gutachten-ist-glueckssache-a-509153.html

Bei einem gezielt von Fachleuten konstruierten Fall haben gerade einmal 4 von 22 Gutachtern eine korrekte Einschätzung vorgenommen.

Offenbar bin ich an einen der 18 anderen GA geraten, denn der Diagnoseschlüssel F45.1 ist beim Nachweis organischer Ursachen schlichtweg falsch, was aber weder die Versicherungen noch das SG interessiert, obwohl gerichtsverwertbare BEWEISE dafür vorliegen.

Eine Möglichkeit, Röntgengeräte zu beschummeln, gibt es nämlich nicht. Das und nichts Anderes meinte ich auch mit dem Hinweis auf subjektive und objektive Diagnosen in einem meiner vorherigen Posts.

MfG Janina

von
Anni

Hallo Janina,
Sie tun sich einfach keinen Gefallen mit der Verweigerung der Realitäten. Rente ( GdB ebenfalls ) gibt es nicht, nur weil sie einen Befund haben, der mit Röntgengerät nachweisbar ist !!! Verzteihung, aber wenn Sie bei Gericht genauso argumentiert haben, ist mir klar, warum die ihnen zur Rücknahme raten. Ihr Anwalt allerdings muss es besser wissen.

Es geht um die Frage, welche Funkitonsdefizite sie haben. Ich z. B. habe u. a. einen Bandscheibenvorfall am Hals. Das als solches sagt gar nichts aus . Wenn aber Nerven eingeklemmt sind, wenn es ständig zu Nervenentzündungen und starken Schmerzen kommt, wenn ich den Hals nicht mehr drehen kann, dann könnte es sein, dass das für meine Rente eine Rolle spielt . (Wobei man allein deshalb natürlich auch noch nicht komplett arbeitsunfähig ist . ) So müssen Sie es bei sich auch verstehen. Ob sie Verschleiß der Lendenwirbelsäule haben lt. Röntgenbild, ist ziemliich uninteressant. Aber wie lange können sie sitzen , das wäre z. B eine Frage, die wichtig ist .

von
Herz1952

Sie haben im Prinzip recht @Anni.

Aber meistens interessiert sich der Gutachter nicht einmal daran, dass beim Sitzen Schmerzen entstehen und sagt, dass doch 4 Stunden zumutbar sind.

Nicht jedes Röntgenbild begründet eine Einschränkung, weil der "Defekt" die Schmerzen und Einschränkungen nicht begründen kann.

Dass allerdings die Gutachterin sagt: vollschichtig, ohne Einschränkung, darüber "schweigt des Sängers Höflichkeit".

Eine Möglichkeit sehe ich noch für @Janina. Die Depression. Aber ich möchte Ihr nicht wünschen, dass diese so stark ist, dass sie deswegen nicht mehr arbeiten kann.

Außerdem ist dies ein sehr weitläufiger Begriff und eine gesicherte Diagnose kann Monate, wenn nicht Jahre dauern.

Aber wenn jemand so viel Krankheiten und Einschränkungen hat, kann daraus eine "massive, reaktive Depression" entstehen, die sich noch verstärken kann oder "endogen" werden kann.

von
Janina M.

Hallo Forumsschreiber,
danke Herz1952! Sie haben es auf den Punkt gebracht. Durch die Skoliose in der LWS ist z.B. der Ischiasnerv permanent eingeklemmt. Laufen und Stehen sind schmerzfrei nur für wenige Minuten möglich. Das Röntgenbild BEWEIST nur, dass es so ist. Ähnlich ist es mit dem Audiogramm, welches den NACHWEIS für die Ohrgeräusche bringt, von denen die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt wird.
Die gesicherte Diagnose Depressionen besteht bei mir schon seit Mitte der 1990er Jahre. Ich habe mir lange Zeit (auch gegen die Schmerzen) mit Autogenem Training beholfen, muss aber schon seit 15 Jahren durchgängig Medikamente nehmen. Die Depressionen wurden durch Traumata (deshalb der Hinweis auf die EKA-Therapie – Erklärungen gibt es bei NACOA Deutschland) verursacht. Sie haben sich in den letzten Jahren so verstärkt, dass meine behandelnde Psychologin u. A. Störungen des formalen Denkens bescheinigt hat.
Deshalb, Anni, kann auch keine Rede von „Verweigerung der Realitäten“ sein. Die GA verweigert die Anerkennung der Realität, nicht ich. Sie erklärte mich hinsichtlich der Traumata und der von mir zu tragenden Folgen der Straftaten Dritter wörtlich für „unglaubwürdig“, obwohl ich ihr für alles z.B. Gutachten, Fotos, amtliche Dokumente etc. vorgelegt habe.
Das Schlimmste daran ist, dass die trotz der Nachweise erfolgte Darstellung als „unglaubwürdig“ die Depressionen noch zusätzlich verstärkt hat. Wenn ich nicht gute Freunde hätte, die über Jahrzehnte hinweg viele Dinge persönlich miterlebt haben, und die mir immer wieder bestätigen, dass meine Gefühle und Erinnerungen den Tatsachen entsprechen, hätten mich die dadurch entstandenen Zweifel schon längst zerstört. Über solche Konsequenzen denken die GA nicht einmal ansatzweise nach. Traurig, aber wahr.
Mit freundlichen Grüßen Janina

von
Herz1952

Janina,

das ist ja das Problem, dass wir Kranken unser Empfinden nicht auf die Ärzte übertragen können. Außerdem kenne ich Menschen, die kein oder nur wenig Schmerzempfinden haben, dazwischen gibt es jede Menge Varianten. Es gibt nicht nur Schwarz/Weis, es gibt jede Menge Graustufen.

Mir ist neulich der Gedanke durch den Kopf gegangen, dass Kranke in einer Diktatur durch Gesunde leben. Für Kranke gelten auch andere Ratschläge wie für Gesunde. Wenn man 2 Krankheiten hat und befolgt die Ernährungsregel der einen, kann dies sein, dass es für die andere Erkrankung das reine Gift ist.

Nach den Verschreibungsrichtlinien der Krankenkassen muss der Patient nachweisen, dass er "unschuldig" ist ("stringente Diät"). Einem mutmaßlich kriminellen muss zuerst die Schuld nachgewiesen werden, bevor er verurteilt wird.

Bei zwei stringenten Diäten kann man schon sterben, aber wenigstens gesund ernährt.(smile).

von
Anni

Hallo Janina,
Letzter Versuch: es geht kein Stück darum, ob sie etwas erlitten haben, sondern darum, ob sie arbeiten könnten.

Wenn sie weiter kommen wollen,dann müssen sie z. B. wissen, welche Leistungseinschränkungen bez. Ischiasnerv der Gutachter festgelegt hat. Und hat ein psychiatrisches Gutachten stattgefunden ? Wenn nein, hat ihr Anwalt das bei Gericht beantragt ? Haben Sie eine stationäre Reha gemacht mit welchem Ergebnis ?
Alles andere mag zwar persönliches Leid darstellen, aber darum geht es eben nicht. Auch nicht um die Frage ob Sie Krankheiten haben sondern wie wirken die sich aus auf ihren Alltag ? Haben sie z. B. eine Haushaltshilfe, wer macht Einkäufe,wenn Sie nicht einmal stehen können ? Pflegestufe ? Wie viel Antidepressiva nehmen sie, wie sind sie zum Gutachter hingekommen usw. Hat ihr Anwalt sich da engagiert und Belege erbracht ? Nein, ich meine nicht die Diagnosen !

Und weshalb Sie nicht reagieren auf den dringenden Hinweis, Ihr Anwalt redet Mist, wenn er meint, ein GdB würde irgendwas ändern ? Vermutlich verbockt der noch mehr, aber Sie ignorieren das komplett ?

von
Herz1952

Anni,

eigentlich können nur Gegengutachten helfen, die dem "offiziellen" Gutachten widersprechen.

Ich habe aufgrund meines Berufes schon vieles erlebt in dieser Hinsicht.

Der eine Gutachter sieht das so, der andere wiederum anders. Auch was die Arbeitsfähigkeit betrifft. Ohne entschiedene Gegenwehr ist da nichts zu machen.

Ich musste schon Widersprüche gegen die Rentenversicherung (Beitragspflicht) einlegen. Abgelehnt mit den gleichen Argumenten wie vorher. Da gibt sich erst einmal keiner die Mühe, das neu zu beurteilen. Erst eine Lohnsteuerprüfung konnte mir "helfen". Die Beitragspflicht war in diesem Fall abhängig von der Lohnsteuerpflicht.