Nachwuchs - parallel BAV und Riester?

von
Dabs

Ehepaar, beide um die 40, beide sog. Besserverdiener.
Sie: freiw. GKV, bisher BAV durch Brutto-Entgeltumwandlung,
er: PKV,Riester-Vertrag.
Demnächst kommt nun Nachwuchs (Mutterschutz, Elterngeld, Elternzeit), daher gibt es kein Brutto-Entgelt um die BAV zu bedienen.
Die Planung für sie ist: 1 Jahr aussetzen, 1 Jahr Teilzeit, dann voraussichtl. wieder Vollzeit.
Mehrere Fragen:
1. Ist es sinnvoll die Brutto-Entgeltumwandlung in der BAV durch private Einzahlungen weiterzuführen,
oder wäre es günstiger eine Betragsfreistellung einzuleiten?
Eine Freistellung reduziert die auszuzahlende Leistung am Ende der Laufzeit, daher wäre doch eine private Einzahlung günstiger, oder?
- Angesichts der Riester-Zulagen von jährlich 154+300=545 überlegen wir einen Vertrag mit Fonds-sparplan abzuschließen.
Aber rentiert es sich für die Frau zusätzlich zur BAV noch privat zu riestern?

Vielen Dank!

von
Maria L.

Hallo,

noch gut 20 Jahre Zeit bis zur Rente und Besserverdiener: ====> AKTIENFONDS!!! In älteren Beiträgen von mir können Sie mehr Informationen zum Thema freies Ratensparen in Aktienfonds finden, z.B.

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In BAV-Verträge sollten gesetzlich krankenversicherte niemals privat einzahlen, denn für die doppelte KV-/PV-Pflicht bei Auszahlung gilt: einmal BAV, immer BAV. D.h. Ihre Beiträge, die Sie aus dem Nettoeinkommen bezahlen, werden dreimal für KV-/PV herangezogen (dreimal der halbe Beitragssatz - pi mal Daumen). Natürlich kann es sein, daß in 25 Jahren eine Kopfpauschale gilt und keine prozentuale Beteiligung mehr, aber die derzeitige Regelung ist so. Alternative: Wechsel in die PKV.

Ich würde heute auch mit Entgeltumwandlung keine BAV mehr machen - unflexibel bei Arbeitgeberwechesel und doppelte Beitragsszahlung bei Auszahlung. Die Steuerersparnis ist auch nur eine Stundung, später wird ja nachgelagert besteuert - Steuersatz in 25 Jahren unbekannt, vielleicht sehr hoch.

Ein Trugschluß gerade für Besserverdiener, die glauben, heute viel Steuern sparen zu können: in Zukunft muß man anstreben, genauso viel Brutto-Rente zu erhalten wie das heutige Brutto-Einkommen, da die Rente ja in 25 Jahren fast vollständig versteuert werden muß (ich bin da lange drauf reingefallen und dachte, eine Rente in Höhe meines heutigen Netto-Einkommens würde meinen Lebensstandard in etwa sichern). Bei gleicher Rentenhöhe hat man dann aber auch die gleiche hohe Steuerbelastung, also ist es mit der Steuer-Ersparnis nicht so weit her, es ist nur eine Verschiebung auf später. Nochmal Klartext: wer heute etwa 3600 Euro verdient (BBG), braucht später auch 3600 Euro Rente (und zwar in heutiger Kaufkraft, also bei Inflation muß der Zahlbetrag deutlich höher sein)! (die heutige gesetzliche Höchstrente liegt bei etwa 2000 Euro, in 25 Jahren ist wegen der permanenten Absenkung des Rentenniveaus hier mit deutlich weniger zu rechnen - vielleicht nur noch 1200-1500 Euro als Höchstrente oder noch weniger - sicherheitshalber lieber mit weniger rechnen, wenn es nachher doch nicht so schlimm kommt, umso besser). Mein Beispiel bezieht sich auf Singles, für Doppelverdiener, die beide besserverdienend sind, müßte es aber analog gelten.

Bei Riester-Fondssparplänen werden die Zulagen meines Wissens nur mit dem Garantiezins verzinst. Außerdem gilt wegen der Riester-Förderbedingungen eine Beitragserhaltungsgarantie. Das führt dazu, daß ein erheblicher Teil der eingezahlten Beiträge für diese Garantie ebenfalls nur schlecht verzinst wird, nur ein geringer Teil (dann auch noch nach Abzug der Kosten) geht überhaupt in Fonds. Für Besserverdiener ist die Zulagenförderung doch uninteressant, zur Steuerförderung s.o.

Ihre riesige Versorgungslücke füllen Sie nur mit hochrentabler Vorsorge, sprich: Aktienfonds. Sie haben noch genug Zeit, sollten aber sofort damit anfangen (nach Ansparen eines Finanzpolsters von 6-11 Netto-Monatsgehältern, aber das haben Sie ja vielleicht schon).

Gruß,
Maria L.

von
Maria L.

Hallo Dabs,

ich muß nochmal was ergänzen, denn zumindest Besserverdienern muß doch endlich mal ein Licht aufgehen.

Vergessen Sie alle staatlichen Förderprogramme und alle vermeintlichen Steuervorteile. Die sind unwichtig, wichtig ist allein die tatsächliche Rendite Ihrer Vorsorge.

Die langjährige effektive Durchschnittsrendite für internationale Aktienfonds beträgt 13,3 %.

Sie können den Sparplanrechner hier auf ihre-vorsorge.de benutzen (der verwendet die Formel für die effektive Rendite), um selber mal auszurechnen, wieviel aus einem monatlichen Sparbetrag von x Euro wird bei entsprechend langer Ansparzeit und hoher Rendite. Lieber am Schluß 25% Abgeltungssteuer auf die Erträge zahlen als vollen Steuersatz auf staatliche Förderprodukte mit mieser Rendite.

Die Höhe der Rendite wirkt sich weit überproportional aus und ist deshalb entscheidend.

Und, falls Sie Angst haben vor den angeblichen Risiken. Wenn man es richtig macht, sind die Risiken minimal. Der derzeitige Aktiencrash ist für Ratensparer eine Chance, ihre Renditen in Zukunft deutlich zu erhöhen, weil sie jetzt billig einkaufen können und ihre Durchschnittskosten damit deutlich senken.

Informieren Sie sich zumindest mal gründlich, folgen Sie meinen Links.

Mit freundlichen Grüßen,
Maria L.