Nachzahlung bei befristeten Renten möglich

von
Angelika

Hallo Forum,

auf der Seite des VDK lese ich diese Nachricht. Anbei ein Musterantrag zum Downloaden.

Frage: Ich habe eine befristete Zeitrente seit 2003, habe bis jetzt nicht zusätzlich hinzuverdient. Was soll sich da geändert haben? Lohnt sich so ein Antrag überhaupt?

Mit lieben Grüssen

Angelika

von
Rosanna

Hallo Angelika,

um was für eine Nachzahlung geht es denn überhaupt? Für nicht anrechenbare Schulausbildungszeiten?

MfG Rosanna.

von
Paula

Hallo Rosanna,
es geht nicht um eine Nachzahlung von Beiträgen.
Der VDK empfiehlt einen Antrag auf Neuberechnung, wenn eine Zeitrente verlängert worden ist, entsprechend dem berühmten urteil des 4. Senates beim BSG.

Paula

von
Angelika

Hallo Rosanna,

ich habe keine Ahnung um was es da gehen soll.

Ich darf dir mal den Link zum VDK einkopieren.
http://www.vdk.de/cgi-bin/cms.cgi?ID=de19885&SID=tvZThYsyCIvIBxTQj4kNSmF5IKDJWl

LG Angelika

Experten-Antwort

Anlass für den Antragsaufruf ist laut VDK die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts. Danach handele es sich bei der Weitergewährung einer Zeitrente über die ursprüngliche Befristung hinaus nicht um die bloße Fortsetzung der bisherigen Zahlung, sondern um die Bewilligung eines neuen Rentenanspruchs mit Neufeststellung der Rentenhöhe. Dadurch könne sich im Einzelfall eine höhere Rente ergeben.

Eine Stellungnahme über evtl. Erfolgsaussichten ist zur Zeit noch nicht möglich.

von
angelika

wenn ich zwischendurch weder gearbeitet, noch Kinder bekommen, noch einen Versorgungsausgleich stattgefunden hat, kann ich mir den Antrag dann doch wohl sparen.

LG Angelika

von
Paula

Hallo Angelika,

Zeitrenten gibt es schon seit dem Jahre 1957.
Die Rentenversicherungsträger haben bei einer Weitergewährung der Zeitrente immer den bisherigen Rentenbetrag weitergezahlt.

Bis dann der 4. Senat des Bundessozialgerichtes entschieden hat, dies sei falsch.
Zwar sollte der Eintritt des Leistungsfalles unverändert bleiben, aber es sollte eine neue Berechnung der Rente mit den zum Zeitpunkt des Weitergewährungsrentenbeginn geltenden Rechtsvorschriften erfolgen.
Diesem Urteil sind fast alle Rentenversicherungsträger nicht gefolgt.
Inzwischen hat ja auch der Gesetzgeber reagiert und durch eine Rechtsänderung klargestellt, dass die seit Jahrzehnten gängige Praxis der Rentenversicherungsträger richtig ist.

Im Regelfall sind zwischen der Erstbewilligung und der Weiterbewilligung keine besseren Berechnungsvorschriften ergangen, sodass sich eine höhere Rente nicht ergibt. Theoretisch könnte die Rente sogar niedriger werden; in diesem Falle bleibt es aber bei dem bisherigen Rentenbetrag.

Fazit: viel Lärm um nichts.

Auch das Verfahren erneut bis zum Bundessozialgericht zu bringen wird voraussichtlich nichts bringen.

Der 4. Senat ist für Rentenangelegenheiten nicht mehr zuständig. Ob andere Senate die Rechtsauffassung des 4. Senates teilen ist mehr als unwahrscheinlich.

Paula

von
Paula

Das ist (fast) richtig. Zeiten, die nach dem Leistungsfall zurückgelegt worden sind, würden ohnehin nicht zusätzlich berücksichtigt.

Paula

von
Angelika

Dann möchte ich nicht wissen, was für ein unnötiger Verwaltungsaufwand dann entsteht, finde der VDK hätte das dann auf seiner Seite besser erläutern sollen. Ich bin froh, jeden Monat meine Rente zu erhalten und habe keine Lust auf dieses hin und her...

LG Angelika

von
Schade

...wahrscheinlich macht das der VDK nicht nur, weil er "edel, lieb, nett und gut" ist, sondern weil er hofft über solche Aufrufe an

neue Mitglieder

zu kommen, weil die traditionelle Klientel dieses Verbandes "so langsam in die Jahre kommt".

von
J.SB.

Sollte man nicht vorsorglich den Antrag stellen,falls sich eine Änderung ergibt würde man ansonsten leer ausgehen?

von
Wahrsager

Völlig unnötiger Zusatzaufwand, der hier entsteht.
Falls es tatsächlich zu Erhöhungen käme, sind diese so minimal, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Zumal bei einer Neuberechnung sich auch der Satz mit dem die Rente versteuert wird, erhöhen würde, unterm Strich evtl. ein Minusgeschäft.

von
Agnes

Der "Steuersatz" ändert sich nicht. Maßgebend ist der erstmalige Rentenbeginn; dies gilt auch wenn ein Übergang in eine ander Rentenart, z.B. Altersrente stattfindet.

Ansonsten haben Sie natürlich recht.

Agnes

von
J.SB.

Der Rentenbeginn war 1990 volle Eu Rente auf Zeit,immer wieder verlängert und ab 2000 auf Dauer.Wofür ist der rentenbeginn maßgebend und wer hat recht?verstehe ich jetzt nicht?

von
Rosanna

Der ERSTE Rentenbeginn (bei Ihnen EU-Rente 1990) ist für den Besteuerungsanteil maßgebend.
Bei allen Renten, die VOR 2005 begonnen haben, beträgt der Besteuerungsanteil 50 %.

Wird die EU-Rente in eine Altersrente umgewandelt, ergibt sich ein neuer Rentenbeginn.

Z.B. im Jahr 2013 Altersrentenbeginn nach der EU-Rente:

Der Besteuerungsanteil bleibt auch 2013 WEITERHIN bei 50 %, weil immer der 1. Rentenbeginn maßgebend ist. Ansonsten würde er bei 66 % liegen!

von
Agnes

Hallo J.SB.
"Rosanna" hat schon geantwortet.
Agnes

von
JSB

Vielen Dank Rosanna der steuerliche Aspeket ist mir bekannt.Meine Frage bezog sich auf den Artikel des VDK welchen der Experte hier (weiter oben) noch mal genau formulierte.
Ob man diesen Antrag bei der Renten Versicherung auf Nachzahlung bei befristeten Renten stellen soll,oder nicht.Falls es zu einem positiven Beschluß kommen sollte würden nur Antragsteller begünstigt.

von
Rosanna

Dann stellen Sie doch den Antrag. Der VdK hat mit Sicherheit die entsprechenden Anträge als "Vordruck" aufgelegt.

Aber große Aussicht auf Erfolg sehe ich wahrlich nicht ( ich schließe mich da meinen Vorrednern an).
Ich persönlich finde es ehrlich gesagt idiotisch, dass eine Zeitrente bei Weitergewährung neu berechnet werden soll! Es bleibt ja in der Regel beim "alten" Leistungsfall und ergibt keinen "neuen" Renten-, sondern NUR einen neuen ZAHLUNGS-(ZEITPUNKT)Beginn.

Aber mich fragt ja niemand.... ;-))

von
Wahrsager

Seien Sie sich darüber im Klaren, dass ihnen dann bei einer evtl. Neuberechnung die Zurechnungszeiten gekürzt werden.

von
Agnes

Hallo Wahrsager,
Sie liegen aber heute kräftig daneben.
Der Leistungsfall, also der Eintritt von BU/EU/EM bleibt gleich, also wird auch die Zurechnungszeit auf keinen Fall geringer!

Nur die Berechnungsvorschriften werden nach dem "neuen" Rentenbeginn angewandt.

Schauen Sie sich doch einmal das Urteil an.

Agnes