Nachzahlung der Rentenversicherung

von
Audrey

Hallo!

Mein Problem ist, dass ich die letzten zweieinhalb Jahre freiberuflich in einer privaten Nachhilfeschule tätig war, umgerechnet über 400,- € im Monat verdient habe und nun die Rentenversicherung eine Nachzahlung will.

Ich wusste nicht, dass ich versicherungspflichtig bin, hatte jedoch bei Einkommenssteuer, Krankenkasse und sogar Halbwaisenrente korrekte Abgaben gemacht und wurde nie auf Rentenversicherung angesprochen.

Ich werde nun als selbständig eingestuft, obwohl ich kein Gewerbe, etc. nicht einmal einen Vertrag mit dieser Schule hatte.
Allerdings wurden auch keinerlei Ausgaben bei der Berechnung berücksichtigt, sondern mein komplettes "Einkommen" (entsprechend der gestellten Rechnungen) angerechnet.

Gibt es für mich irgendeine Möglichkeit die Zahlung zu verringern (zum Beispiel lag ich innerhalb der Gleitzone von 400-800,- € oder muss mein Arbeitgeber einen Teil der Versicherung übernehmen?)??

Danke für die Hilfe!

von
bekiss

- § 2 SGB VI - Selbständig Tätige

Versicherungspflichtig sind selbständig tätige
1.
Lehrer und Erzieher, die im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit regelmäßig keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen, ...

- § 15 SGB IV - Arbeitseinkommen
(1) Arbeitseinkommen ist der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit. Einkommen ist als Arbeitseinkommen zu werten, wenn es als solches nach dem Einkommensteuerrecht zu bewerten ist.

von
???

Nachdem Sie freiberuflich tätig waren, hatten Sie auch keinen Arbeitgeber, der nun für Sie irgendwelche Beiträge übernehmen könnte. Welche Daten stehen denn in Ihren Einkommenssteuerbescheiden? Der maßgebliche Betrag steht unter "Einkommen aus selbständiger Tätigkeit" und ist durch 12 zu teilen (wenn Sie das ganze Jahr gearbeitet hatten, ansonsten entsprechend weniger).

Experten-Antwort

In Ihrem Fall hat die Deutsche Rentenversicherung festgestellt, dass Sie als selbständig tätige Lehrerin versicherungspflichtig sind. Grundlage für die Feststellung war alleine der Inhalt Ihrer Tätigkeit: Sie übermitteln Wissen, Können und Fertigkeiten in Form von Gruppen- und Einzelunterricht. Das Spektrum reicht dabei von einfacher Nachhilfe bis zu Golf- oder Aerobicunterricht.
Da Sie nach Ihren eigenen Angaben ein monatliches Einkommen zwischen "400-800,- €" erzielt haben, bietet sich auf jeden Fall eine einkommensgerechte Beitragszahlung an. Grundlage für die Beitragsberechnung ist dabei der Gewinn nach dem Einkommensteuerrecht. Das ist grob gerechnet die Summe der Betriebseinnahmen nach Abzug der Betriebsausgaben. Der Nachweis erfolgt regelmäßig durch den Einkommensteuerbescheid. Allenfalls vorab kann auf der Grundlage einer Addition der gestellten Rechnungen eine Beitragsberechnung erfolgen. Bitte reichen Sie so schnell wie möglich die Einkommensteuerbescheide für die fraglichen Jahre noch vor der vollständigen Begleichung der offenen Beiträge bei der deutschen Rentenversicherung ein, damit eine Neuberechnung Ihrer Beiträge erfolgen kann. Sollte der geforderte Betrag eine zu hohe Belastung für Sie darstellen, können Sie gerne eine Ratenzahlung oder Stundung der Beiträge beantragen.
Leider lässt sich die Zahlung aufgrund der Gleitzonenregelung nicht weiter reduzieren; diese Regelung gilt nur in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis. Da Sie selbständig tätig sind, muss Ihr Auftraggeber auch keine Teile Ihrer Versicherung übernehmen. Vielmehr sind solche Aufwendungen in der gestellten Rechnung enthalten, wären also auch bei einer Kalkulation zu berücksichtigen.
Zur weiteren individuellen Abklärung Ihrer Situation sollten Sie vorsorglich einen Termin bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle vereinbaren. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link "Service/Beratungsstellen" ermitteln.

von
Audrey

Erstmal vielen Dank für die Hilfe!

Für 2005 ist der Einkommenssteuerbescheid schon erstellt und den hatte ich auch nachgereicht. Allerdings ist dieser noch für 2006 offen und dann werde ich mich an eine Beratung wenden, damit ich die Steuererklärung auch entsprechend meiner Einstufung als Selbständige "ausnutzen" kann. Dementsprechend war die Berechnung der Rentenversicherung für 2006 nur eine Hochrechnung und kann dann korrigiert werden.

Allerdings habe ich noch eine Frage zur Ratenzahlung, da ich Studentin bin, werde ich keinesfalls den Betrag in einer Summe zahlen können. Ab welche Beträge kann man monatlich Zahlungen leisten und kann die Rentenversicherung prüfen, ob ich beispielsweise Ersparnisse habe und muss ich dann den Betrag ausbezahlen?