Nahtlosigkeitsregel

von
Sentinel

Moin - I need Support.
Nachdem ich mittlerweile durch die widersprüchlichen Aussagen verschiedener Hilfsorganisationen, selbsternannter Berater und der Ämter, sowie der KK so verwirrt bin, dass ich gar nichts mehr weiß...... werfe ich hier den Rettungsanker.
Fakten: Baldiger Auslauf des Krankengeldes, seit 01.01.18 wegen Krankheit - trotz 30% GdB mit Gleichstellung auf 50% - gekündigt.
Alter 58, arbeitsunfähig wegen eines Burnouts, nach aktueller Prognose weiterhin auf unbestimmte Zeit arbeitsunfähig. Die KK wurde diesbezüglich vom Arzt und Psychologen informiert. Eine Begutachtung des MdK fand bei Beginn der Therapie statt.
Nach jetzigem Stand der Dinge kann ich in meinen alten Berufen nicht mehr vollständig arbeiten.Erschwerend kommt eine COPD hinzu, welche auch Ursache des GdB ist.
Ich würde liebend gerne nach der Therapie wieder Teilzeit arbeiten.
Mir wurde nahegelegt einen Antrag auf ALG 1 bei der Agentur für Arbeit, und parallel Anträge auf eine berufliche REHA und einen Antrag auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit bei der DRV Berlin zu stellen.
Hintergrund: Ich habe mehr als 15 beschäftigungspflichtige Jahre, und die Ablehnung einer beruflichen REHA sei bedingt durch mein Alter, und der Tatsache, dass mir 1982 und 2002 bereits eine Umschulung gewährt wurde, exorbitant hoch.
Um eine übergangslose Grundversorgung und die Krankenversicherung zu erhalten, sei dieses Prozedere notwendig. Anspruch auf ALG1 hätte ich für den Zeitraum von 24 Monaten, da ich bereits 58Jahre alt bin.

Für mich alles sehr widersprüchlich und kontraproduktiv - too much stuff.

Ich wünsche mir kompetente, lösungsorientierte Hilfe..... mündend in der Quintessenz:Was in welcher Reihenfolge, oder gar parallel tun?

DANKE !!!

von
Marco

Wenn das Krankengeld ausläuft und Sie darüber hinaus krankgeschrieben sind, teilen Sie das im Antrag auf ALG1 mit. Der SB wird eine Begutachtung des ärztlichen Dienst der AfA veranlassen. Stellt der eine Leistungsminderung fest wird ein Bescheid erlassen wo ihnen ALG1 gewährt wird. Sowie ein Bescheid nach 145 dass Sie Leistungsgemindert sind und daher 4 Wochen Zeit haben einen Antrag auf Reh zu stellen ansonsten wird das ALG1 gestrichen. Ein Antrag auf EM Rente steht dem Rehaantrag gleich. Bis zur endgültigen Entscheidung der DRV maximal wie lang ihr Anspruch ist werden Sie dann ALG1 erhalten.

Stellt der äD keine Leistungsminderung fest müssen Sie sich normal dem Arbeitsmarkt vollumfänglich zur Verfügung stellen.

von
Schade

Wenn Sie glauben eine berufliche Reha kann Ihnen helfen in Arbeit zu kommen, beantragen Sie dies.

Wenn Sie nicht mehr arbeiten können beantragen Sie eben die Rente. Beides gleichzeitig zu tun macht nicht viel Sinn.

Und wenn das KG ausläuft melden Sie sich beim Arbeitsamt und beantragen ALG 1

Zu Ihren Chancen befragen Sie Ihre Ärzte.

Alles Gute

von
Sentinel

Danke für die kurzen, prägnanten Antworten.
Allen ein entspanntes WE gewünscht.
Gruß aus Berlin

von
Dagobert

Zitiert von: Sentinel
Danke für die kurzen, prägnanten Antworten.
Allen ein entspanntes WE gewünscht.
Gruß aus Berlin

Am Montag bekommst du von den Experten nicht nur kurze sondern die richtige Antwort.
Und nicht vergessen heute die totale Mondfinsternis.
Grüße aus dem Rheinland.

Experten-Antwort

Hallo Sentinel,

wie von „Schade“ bereits dargestellt, sollten Sie auch aus meiner Sicht zunächst für sich entscheiden, ob Sie eine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben oder einen Rentenantrag für sinnvoller erachten und dann den entsprechenden Antrag beim zuständigen Rentenversicherungsträger stellen. Der Rentenversicherungsträger wird dann aber ohnehin in beiden Fällen prüfen, ob eine LTA oder ggf. einen Rentenzahlung in Frage kommen (Grundsatz „Reha vor Rente“).

Unabhängig davon sollten Sie bei Auslaufen des Krankengeldanspruchs bei der zuständigen Agentur für Arbeit einen Antrag auf Arbeitslosengeld nach der sog. Nahtlosigkeitsregelung des § 145 SGB III stellen (siehe auch Beitrag von Marco).