Nebenberufliche Dozententätigkeit

von
An

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin hauptberuflich festangestellt. Darüber hinaus übe ich eine Nebentätigkeit als Dozentin für eine gGmbH aus. Mir ist bekannt, dass ich nicht rentenversicherungspflichtig bin, wenn mein Einkommen 4800 Euro im Jahr nicht übersteigt. Nun kann ich ja steuerrechtlich eine Übungsleiterpauschale von 2100 Euro geltend machen. Darf ich diese zu den 4800 Euro hinzurechnen und bleibe trotzdem von der Rentenversicherungspflicht befreit? Herzlichen Dank für Ihre Antwort.

von
-_-

:P
Wenn das Finanzamt diesen Freibetrag bei Ihrem Arbeitseinkommen berücksichtigt, gilt dieser Freibetrag indirekt auch für die gesetzliche Rentenversicherung.

Arbeitseinkommen ist der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit. Bei der Beurteilung, welches Bruttoarbeitseinkommen erzielt wurde, ist von den im Einkommensteuerbescheid unter "Einkünfte aus ... " ausgewiesenen bzw. auszuweisenden Beträgen auszugehen. Maßgebend ist nicht etwa das lt. Einkommensteuerbescheid "zu versteuernde Einkommen". Anders als beim Begriff des Arbeitsentgelts (vgl. § 14 SGB 4) wird beim Arbeitseinkommen eine volle Parallelität zwischen Einkommensteuerrecht und Sozialversicherungsrecht erreicht.

Für die Feststellung des Arbeitseinkommens sind die Versicherungsträger damit an die Entscheidungen der Finanzbehörden gebunden.

Die bisherige Eigenständigkeit des Begriffs Arbeitseinkommen im Sozialversicherungsrecht ist damit aufgegeben worden. Als monatlicher Verdienst wird das Arbeitseinkommen eines Kalenderjahres, geteilt durch 12, zu Grunde gelegt, wenn die selbständige Tätigkeit während des gesamten Kalenderjahres ausgeübt wurde (VRA 1/79, 9; BSG 19.04.1978 in BSGE 46, 112). Wurde die selbständige Tätigkeit nicht während des gesamten Kalenderjahres ausgeübt oder ist die Einhaltung der Verdienstgrenze nur für einen Teil des Kalenderjahres zu prüfen, ist der für die Prüfung maßgebende Verdienst zu ermitteln, indem das ab bzw. zu dem maßgebenden Zeitpunkt tatsächlich erzielte bzw. aus dem jährlichen Arbeitseinkommen anteilig errechnete Einkommen durch die Anzahl der entsprechenden Kalendermonate geteilt wird; angebrochene Monate zählen in diesem Fall als volle Monate.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB4_15R0

Folgendes gilt für Arbeitsentgelt (Arbeitnehmer):

Nach § 14 Abs. 1 S. 3 SGB 4 gelten steuerfreie Aufwandsentschädigungen und die in § 3 Nr. 26 und 26a EStG genannten steuerfreien Einnahmen nicht als Arbeitsentgelt. Steuerfrei sind Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeiten, aus nebenberuflichen künstlerischen Tätigkeiten oder der nebenberuflichen Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen im Dienst oder im Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet, oder einer unter § 5 Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetzes fallenden Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (§§ 52 bis 54 der Abgabenordnung) bis zur Höhe von insgesamt 2 100 Euro im Jahr.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB4_14R0

Experten-Antwort

Bei der Beurteilung Ihres Versicherungsverhältnisses ist die Übungsleiterpauschale zu berücksichtigen. Das heißt, wenn Ihr Entgelt aus der Nebentätigkeit nach Abzug der Pauschale 400 EUR monatlich/ 4800 EUR jährlich nicht überschreitet, bleiben Sie versicherungsfrei.