neue Mütterrente bei landwirtschaftlicher Alterskasse

von
Irene Maier

Meine Schwiegermutter (72 Jahre alt) bezieht seit 01.09.2003 ihre Rente aus der landwirtschaftlichen Alterskasse, da sie keine Beitragszeiten in der Deutschen Rentenversicherung zurückgelegt hat. Lediglich mein Schwiegervater hat sowohl in der landwirtschaftlichen Alterskasse wie auch in der Deutschen Rentenversicherung Beitragszeiten.

Bei der Antragstellung der Rente erhielt meine Schwiegermutter von der landwirtschaftlichen Alterskasse die Rückmeldung, dass sie kein Anrecht auf Mütterrente hätte. Auf die Möglichkeit zur Anrechnung der Kinder auf den Ehemann wurde sie nicht hingewiesen. Nun meine Fragen:

1. Besteht nach 11 Jahre noch die Möglichkeit einen Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X zu stellen, damit ggfs. meinem Schwiegervater rückwirkend die drei Kinder (vor 1992 geboren) angerechnet werden können. Wie hoch stehen die Chancen hierfür?

2. Besteht jetzt nach der Einführung der neuen Mütterrente für meine Schwiegermutter ein Anrecht auf Mütterrente. Wenn ja, muss ein Antrag gestellt werden?

von
oder so

Die SVLFG kennt nach wie vor keine Kindererziehungszeiten (nicht bei der Mutter und nicht beim Vater der Kinder) - die müssen über die gesetzliche Rentenversicherung geltend gemacht werden. Somit wird die Alterskasse hier auch nicht in die Haftung genommen werden können 8-)

'Schwieger-Tiger' hätte natürlich rechtzeitig vor 65 zu den 3 Kindern (36 Monate) die fehlenden 24 Monate freiwillig einzahlen können; seit 2009/10 auch als Sofort-Nachzahlung möglich - seit 01.07.2014 nicht mehr sinnvoll - nun aber ANTRAG auf Regelaltersrente (R100)zusammen mit den notwendigen weiteren Vordrucken (z.B. V800) an die Rentenversicherung; dank der sog. 'Mütterrente' sind bei 3 selbst erzogenen Kindern jetzt 72 Monate für die allgemeine Wartezeit vorhanden - Rentenanspruch ab 01.07.2014 ohne einen Pfennig/Cent Beitrag...!

von
Schade

Für irgendwelche "rückwirkenden Geschichten" sehe ich keine Möglichkeit.

1.) Die Landwirtschaftliche AK hat und hatte sicher keine Verpflichtung alle Landwirte auf die Kindererziehungszeiten hinzuweisen - das ist nicht deren Rechtsgebiet.

2) Das Gesetz über die Kinderzeiten gibt es seit 1986, also seit mehr als 28 Jahren, das wurde damals landauf, landab in den Medien breitgetreten - wer das nie mitbekommen haben will, hat sich für nichts aber auch gar nichts außerhalb des eigenen Bauernhofes interessiert.

3) Möglichkeiten zu entscheiden ob Mutter oder Vater die Kinderzugeordnet haben sollen, gab es damals über 10 Jahre lang (bis etwa 1998) - auch darüber wurde viel berichtet.

Wer all dies nie mitbekommen hat, der hat nie in eine Zeitung geschaut (auch die landwirtschaftlichen Zeitschriften haben damals berichtet), nie Radio gehört und auch keine Tagesschau gesehen - der hat für die Vergangenheit einfach Pech.
Und da ist er selbst dran schuld und kein anderer.

Somit bleibt die von "von oder so" aufgezeigte Lösung ab dem 01.07.2014.

von
W*lfgang

Zitiert von: oder so
dank der sog. 'Mütterrente' sind bei 3 selbst erzogenen Kindern

Ergänzend: Der Kindbegriff in der Rentenversicherung ist ein weiter - nicht, das sich andere Mütter/Väter davon ausgegrenzt sehen, die Adoptivkinder, Stiefkinder, Pflegekinder, Enkelkinder (wenn Großeltern zugleich Pflegeeltern sind) erzogen haben, und dabei nur an 'selbst gezeugte' Kinder denken.

Gruß
w.

von Experte Experten-Antwort

Hallo Irene Maier,

Ihre Schwiegermutter bekommt ab dem 1.7.2014 für die Erziehung ihrer drei Kinder 72 Kalendermonate an Beitragszeiten in der Rentenversicherung anerkannt. Damit hat sie ab dem 1.7.2014 einen Rentenanspruch, sofern sie bis zum 31.10.2014 einen Rentenantrag stellt. Sollte in ihrem Bundesland der 31.10. ein gesetzlicher Feiertag sein, reicht eine Antragstellung bis zum 3.11.