Neuer Fall: Witwenrente / Anrechnung der eigenen Einkünften

von
Beaureau

Folgender Fall liegt vor:

Eine Haushaltshilfe (geb. 1944) erhält als Arbeitsentgelt 160,-€ im Monat. Zu ihrer Altersvollrente i.H.v 960,-€ erhält sie eine Witwenrente von 630,-€.
Es wäre nett, wenn mir jemand im Forum jeweils den Abschlag von der Witwenrente mit und ohne RV-Befreiung vorrechnen könnte. (Hab selbst gerechnet, aber weiß nicht, ob ich alles bedacht habe.) Vielen Dank!

von
Schade

Als Altersvollrentnerin zahlt sie als Minijobberin eh keine 3,9%.

Somit überschreitet sie durch den Job den Freibetrag für die Witwenrente um weitere 160 €.

40% davon! also um 64 € wird deshalb die Witwenrente gekürzt.

Und wie sich die Altersrente kürzungstechnisch auswirkt, steht im Rentenbescheid, bzw in der Anpassungsmitteilung, die Sie jährlich bekommt

von
Beaureau

Also ist die Rechnung doch so einfach. Die 13%-Abzug von der Brutto-Altersrente bleiben unberührt von etwaigen Minijob-Einkünften mit oder ohne RV-Befreiung, richtig?
Wenn sie sich nicht von der RV befreien ließe, würden dann die 160,-€ x 0,4 (Pauschalabzug 40%) x 0,4 (Anrechnung 40%) = 63,48€ Gesamtabzüge (RV-Beitrag + Anrechnung WR) ergeben, auch richtig?
Gibt also keinen wirklich "günstigeren" Weg. (?)

von
Schade

Da ein Altersrentner versicherungsfrei ist, braucht man die Rechenspielchen nicht.

Wäre die Dame nicht Rentnerin und würde sie sich die 3.9% beim Minijob abziehen lassen (wären 6,24 €), so könnte sie sich vom Minijob die 40% Pauschale abziehen lassen.
Dann würde sie den Freibetrag nur noch um 96 € (160 minus 64) überschreiten und die Kürzung betrüge nur noch 38,40 €.

Wäre an sich ein genialer Gedanke, bringt aber einer Altersvollrentnerin gar nichts.
:)

von
Beaureau

Schade, liebe(r) Schade. Herzlichen Dank für die Antworten!

von Experte/in Experten-Antwort

Die bisherigen antworten treffen die Sache ganz gut. Bei Altersvollrentnern besteht Versicherungsfreiheit. Demzufolge ist der Minijob auch willentlich nicht in die V-Pflicht zu bewegen. Bei diesm Einkommen kommt es folgerichtig auch nicht zur Kürzung des Bruttoentgeltes.
Bei eigenen Renten, die vor dem 01.01.2011 begonnen haben wird die Bruttorente um 13% vermindert, bei Renten die nach dem 31.12.2010 begonnen haben wird um 14% vermindert.
Alle Einkommensarten werden dann in der Netto-Summe dem Freibetrag gegenübergestellt.

von
Schießl Konrad

Zitiert von: Beaureau

Folgender Fall liegt vor:

Eine Haushaltshilfe (geb. 1944) erhält als Arbeitsentgelt 160,-€ im Monat. Zu ihrer Altersvollrente i.H.v 960,-€ erhält sie eine Witwenrente von 630,-€.
Es wäre nett, wenn mir jemand im Forum jeweils den Abschlag von der Witwenrente mit und ohne RV-Befreiung vorrechnen könnte. (Hab selbst gerechnet, aber weiß nicht, ob ich alles bedacht habe.) Vielen Dank!

Kann mir folgendes vorstellen, nenne dies üblicherweise mit Zahlen.

Euro: 960 eigene Bruttorente minus 13% Ab-
schlag verbleiben:
835,-- anrechnungspflichtig Plus
160,-- Brutto für Netto
995,--minus
755,--anrechnungsfrei( 28,61 x 26.4fach))
-------
240 mit 40% anrechnungs pflichtig.
====
Witwenrente Brutto
630,-- minus
096,-- 40% aus 240
--------
534,-- Neues Brutto -10,25% Kr.PflV.
054,--
-------
480,-- Kontogutschrift Witwenrente.

MfG.

anrechnungsfrei 28,61 x 26,4fach
--------

-------

756,--