Neufeststellung 307a wegen HHG

von
SGB Ernst

Hallo,

unsere Oma erhält neben ihrer eigenen Rente schon seit 1992 eine umgewertete Witwenrente aus der Versicherung ihres letzten Ehemannes.

Durch einen Zufall fiel uns vor 5 Jahren auf, dass sie ja eventuell auch einen Anspruch aus der Versicherung ihres vorletzten Ehegatten hat. Außerdem wurde ein Antrag bei der BG gestellt, da dieser bei einem Arbeitsunfall ums Leben kam. Sie erhält nun zusätzlich diese zwei Renten, wobei die Rente nach dem letzten Ehegatten bei beiden quotenmäßig aufgeteilt und angerechnet wird.

Später hatten wir für Oma noch einen Antrag nach dem HHG gestellt, da der letzte Mann u.a. in Sibirien war und dies rentenrechtlich noch nicht berücksichtigt wurde. Diese Bescheinigung ist nun erteilt worden und die Rente im Nov. 2009 neu festgestellt.

Und hier die konkreten Fragen:

1. Ist es richtig, dass in diesem Fall die Rente nicht nach dem SGB VI neu festgestellt, sondern einfach die Haftzeit zu den Arbeitsjahren der 307a-Rente hinzu addiert wurde?

2. Wenn mein letzter Opa nun auch noch beruflich rehabilitiert würde (Antrag noch nicht gestellt), ist die Rente dann (mit den fiktiv höheren Entgelten) nach dem SGB VI zu berechnen?

3. Opa war "nur" Tischler und ab dem 53. Lebensjahr Invalidenrentner: Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass die SGB VI-Rente höher ausfallen würde? Gibt es wenigstens einen Besitzschutz aus der 307a-Rente?

Oma ist nun schon 80 und ich will ihr das Warten ersparen, falls die Aussichten hier gering sind. Zudem kommt ihr eine Nachzahlung sowieso nur für die Zeit vor 2005 in Frage (Verfahren noch offen)...

Kurze Antworten sind auch sehr willkommen;-)

Vielen Dank

von
Hoblum

Am besten Versicherungsträger anschreiben und um probeberechnung bitten. Aussagen im Forum helfen hier nicht weiter.

von
SGB Ernst

Hallo,

mir wäre ja auch schon geholfen, wenn nicht alle Fragen beantwortet werden würden, sondern z.B. nur die, ob die neue Rente dann nach dem SGB VI festgestellt werden würde.

Das Problem ist doch folgendes:

Ein SVA liegt nicht vor, nur eine Beschäftigungsübersicht von 1948 bis 1965 (handgeschrieben und darauf sind bestimmt 20 Arbeitgeber vermerkt, nicht aber das Entgelt) - wie lange soll hier mit der Klärung gewartet werden? Oma sollte es schon noch selbst erleben;-).

Ich bitte also darum, mir diese Frage zu beantworten.

Gruß und Dank

von
Tschacka

Hallo Ernst,
also ich kenne den Versicherungsverlauf Ihres Opa#s ja nicht, aber der § 307 a ist das SGB VI!!!

Will heißen, alle "DDR-Renten" zum 31.12.1991 (01.01.1992) wurden mit Einführung des SGB's neu berechnet/umgedeutet. Es gibt also nur naoch Renten nach dem SGB VI!

Vielleicht hab ich aber auch Ihre Frage falsch gedeutet?

Hier im Forum wird es schwer Antworten zu bekommen, da es ein sehr komplexes Thema ist.

Ich empfehle Ihnen daher sich direkt mit der DRV in Verbindung zu setzen, bzw. die evtl. noch kommenden Neuberechnungen abzuwarten. Grundsätzlich werden Renten (egal, ob ehem.DDR oder BRD) überprüft, wenn sich Sachverhalte ergeben, die vorher nicht erkennbar/bekannt waren.

Wenn Sie den bescheid erhalten, gehen Sie damit in die nächste Beratungsstelle (und mit einer Vollmacht von der Oma!) und lassen sich das erklären. Die Berater haben in der Regel alle notwendigen Gesetzbücher, nicht im Kopf aber im Schreibtisch!

MfG
Tschacka

von
SGB Ernst

Hallo an alle, die die beiden anderen Beiträge gelesen haben.

Mit "SGB VI-Rente" meine ich eine Rente, die aus einem Versicherungsverlauf mit Entgelten berechnet wird (also den Standard).

Ich bitte um Entschuldigung,falls es hier zu Mißverständnissen kam.

Da es eilte, habe ich heute durch Zufall schon einen Experten gefunden, und hier die Lösung für Interessierte:

Wird Opa doch noch beruflich rehabilitiert, verbleibt es bei einer 307a-Rente nach dem SGB VI. Im Zeitraum vor den letzten 20 Arbeitsjahren können aber nur Lücken mit dieser Feststellung geschlossen werden, ansonsten wirkt sich die Rehabilitation nicht aus. Im Zeitraum der letzten 20 Arbeitsjahre ist es zudem möglich, dass er in eine höhere Entgeltgruppe eingestuft werden kann. Einen Besitzschutz aus der Vorberechnung gibt es allerdings nicht.

Ich werde den Antrag also weiterverfolgen.

Danke nochmals

von
Tschacka

Hallo Ernst,
na da bin ich aber froh, dass Ihnen vorab geholfen werden konnte. Für mich klang das alles ganz schön kompliziert. Jetzt klingt es schon besser.

Vielleicht klappt das ja mit der Neufeststellung. Ich wünsche es Ihrer Oma und vielleicht springt ja der eine oder andere EURO dabei raus?!

Viel Glück wünscht
Tschacka