Neun Jahre Zeitrente

von
Angelika

Hallo Forum,

seit dem 01.01.2003 beziehe ich eine Zeitrente. Eine erneute Begutachtung durch einen Gutachter der DRV war am 04. Februar diesen Jahres. Erwartungsgemäss wurde die Rente weitergewährt. Diesmal bis zum 01.03.2012. Die neun Jahre habe ich damit überschritten, aber es ist wieder auf Zeit angekreuzt. Muss ich da jetzt Widerspruch einlegen oder ist das so Rechtens? Heisst das, ich muss nochmal zum Gutachter dann im Jahr 2012 und dann bekäme ich erst die Dauerrente? Würde mich über Antworten freuen.

Liebe Grüsse

Angelika

von
Achim

Bekommen Sie eine EM-Rente die auf rein medizinischen Gründen beruht oder aber eine sog. Arbeitsmarktrente ?

Ist das zweite der Fall, so wird diese Rentenart immer befristet und niemals unbegrenzt gewährt.

Ist dies nicht der Fall , steht in eine unbefristete EM-Rente erst n a c h Ablauf der 9 jahre der Befristung zu.

Wer rechnen kann ist hier klar im Vorteil .

Will heissen, erst ab dem Jahre 2012 ( 2003 bis 2012 = 9 jahre ! ) - also dann erst bem nächsten Verlängerungsantrag würde ihnen dann eine Dauerrente gewährt ( oder eben gar keine EM-Rente mehr, wenn sich bis dahin ihre Beschwerden gebessert haben ).

Und ja natürlich könnten Sie auch beim nächsten Verlängerungsantrag dann nochmals - letztmalig - begutachtet werden.

Dies ist sogar - gerade wenn es dann ums " Eingemachte " also um eine um eine
" Dauerrente " geht, sehr sehr häufig der Fall !

Die RV möchte sich natürlich vor Zuspruch einer Dauerente absichern - und dies geht nunmal nur durch ein Gutachten.

von
Auskenner

Sie sollten langsam mit dem Schreiben von Bewerbungen beginnen. Die ARGE hilft Ihnen einen Job zu finden.

Dazu viel Erfolg!

von
angelika

Hallo Achim,

ja, es ist eine Rente aus rein medizinischen Gründen.

Hallo Auskenner,

was soll mir ihre Antwort sagen?

von
Peter

Auskenner, das ist Zynismus!

Experten-Antwort

Hallo angelika,

wenn es sich wirklich um eine Erwerbsminderungsrente aus rein medizinischen Gründen handelt (Sie also weniger als 3 Stunden täglich arbeiten könnten), dann kommt mir die Befristung auch etwas zu lang vor (01.01.2003 - 31.12.2011 = 9 Jahre).

Da wir aber hier im Forum zu wenig Einblicke in den jeweiligen Einzelfall haben, möchte ich Ihnen dringend empfehlen, eine Auskunfts- und Beratungsstelle aufzusuchen und dort den Sachverhalt anhand Ihrer persönlichen Daten nochmal zu besprechen.

von
Angelika

Ich habe mit der DRV telefoniert und dort hat man mir auch angeraten in Widerspruch zu gehen. Ich gehe dann jetzt zur örtlichen Auskunfts- und Beratungsstelle. Vielen Dank für die Antwort!

Mit lieben Grüssen

Angelika

von
Schade

Man hat Ihnen sicher nicht geraten in Widerspruch zu gehen - man hat höchstwahrscheinlich lediglich gesagt: "wenn Sie mit der Befristung nicht einverstanden sind, legen Sie halt Widerspruch ein".

Das ist ein kleiner, feiner Unterschied......

von
angelika

Nein, man hat es mir definitiv geraten. Die Sachbearbeiterin hat sich grosse Mühe gegeben und mich extra noch zurückgerufen. Und sie hat mir zweimal gesagt, ich sollte es mir gut überlegen, weil ich nur 4 Wochen Widerspruchsfrist hätte. Und ansonsten in 2 Jahren wieder verlängern müsste. Das würde ich mir damit ersparen. Und so war ich eben beim Amt und habe Widerspruch eingelegt und auch dieser Sachbearbeiter sagte mir, damit können sie nichts falsch machen. Entweder wird es was oder es wird nichts. Damit bin ich zufrieden.

LG

Angelika

von
Realist

Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass im Falle eines Widerspruchs evtl. Ihre gesamte Rente auf den Prüfstand kommt und nicht nur der Bewilligungszeitraum. Die erneute Befristung lässt nämlich den Rückschluss zu, dass der medizinische Dienst der DRV eine Besserung Ihrer Gesundheit für wahrscheinlich hält. Ansonsten wäre Ihre Rente nämlich schon längst auf unbestimmte Dauer bewilligt worden!

MfG

von
Angelika

Damit müssten sie dann ihren eigenen Gutachtern widersprechen. Das letzte Gutachten ist noch nicht mal drei Wochen alt.

LG

Angelika

von
Jüppchen

Verstehe trotzdem ihr Ansinnen nicht ganz und was Sie genau mit ihrem Widerspruch beabsichtigen.

Wie ihnen hier schon mehrfach geschildert wurde und ihnen ja wohl auch bei der Rentenauskunftsstelle - hoffentlich - gesagt wurde, haben Sie JETZT doch noch überhaupt keinen Anspruch auf eine unbefristete EM-Rente.

Dieser entsteht - wenn überhaupt ! - doch erst nach den 9 Jahren der Befristung und nicht jetzt schon.

Das Ergebnis ihres Widerspruches könnte - aus meiner Sicht - allerhöchstens sein, das ihre Befristung gekürzt wird und zwar auf 31.12.2111 - dem eigentlich Ende der 9 Jahre.

Aber damit haben Sie doch gar nichts gewonnen - im Gegenteil verkürtzt sich ihre Rente um 3 Monate, da Sie ja aktuell bis 31.3.2012 bewilligt wurde.

Und das Sie durch ihren Widerspruch schon jetzt eine " Dauerrente " erlangen
( was Sie ja wohl wollen ) , halte ich für fast unmöglich, da ja sonst aktuell ihre Rente nicht wieder bzw. noch einmal befristet wurde.

Insofern geht die RV defintiv und ganz eindeutig bei ihnen von einer Besserung ihrer Erkrankung aus, sonst hätten Sie ja schon längst eine unbefristete EM-Rente zuerkannt bekommen.

Ich wäre auch nicht so sicher, das der " Schuss " letztlich vielleicht sogar nach hinten losgehen wird und die ganze Rente aberkannt wird...

Denkbar und möglich ist dies zumindest.

z.b. dann , wenn Sie jetzt im Widerspruchsverfahren z.b. nochmals begutachtet würden ( was in Widerspruchsverfahren sehr häufig der Fall ist) und dieser Gutacher Sie dann nicht mehr für EM hält.

Das frühere Gutachten von vor 3 Wochen ist dann hinfällig.

Nichts ist älter, als ein Gutachten von gestern !

Denken Sie auch daran, das ein Widerspruchsverfahren Monate lang ( bei mir 10 Monate ! ) dauern kann.

Viel Erfolg trotzdem.

von
Wolfgang

> (...) dann kommt mir die Befristung auch etwas zu lang vor (01.01.2003 - 31.12.2011 = 9 Jahre).

Ohne mich allzu weit aus dem Fenster zu lehnen, würde ich sagen, die Entscheidung für eine weitere Befristung ist richtig. Es wurde VOR Ablauf der 9-Jahres-Frist entschieden (weitere Befristung), erst der nächste Weiterzahlungsantrag ist hopp oder top zu sehen.

Natürlich 'nervt' es schon, wenn aus rein med. Gründen das sich fast 1 Jahrzehnt hinzieht - insofern ist die Frage nach Widerspruch vollkommen gerechtfertig. Besonders, wie die Gutachter das wiederholt nur als zeitliche Leistung einschätzen können, wo doch offensichtlich die befristete Erwartung nicht zur Beendigung der Rente geführt haben.

Das ein Widerspruch jetzt zur Beendigung der Rente führen könnte (Vorredner), ist in meinem Augen Kokolores - EM IST (wiederholt) festgestellt, mit Widerspruch 'plötzlich' nicht mehr ?? Der Gutachter wird nicht aus Lust und Laune die Entscheidung pro EM getroffen haben ... nur zum erneuten Zeitfaktor gibt es Nachfragen.

Rat: Rentenakte plus med. Teil anfordern und nachlesen, wo die Gründe liegen.

Gruß
w.

von
Angelika

Danke ... jetzt bin ich so verunsichert, dass ich mich frage ob ich mir da nicht ein Eigentor sondergleichen geschossen habe. Aber ihre Antwort, Wolfgang, beruhigt mich wieder etwas. Hätte ich doch besser alles so gelassen wie es war.

Angelika

von
Rolf

Sie haben JETZT noch keinen Anspruch auf eine unbefristete EM-Rente.

Der 9 jährige Befristungszeitraum läuft doch erst am 31.12.2011 ab .

Ist das so schwer zu verstehen ?
Das kann doch jeder Grundschüler nachrechnen...

Insofern ist ihr Widerspruch sowieso völlig sinnfrei.

Mit dem Widerspruch werden Sie JETZT niemals eine Dauerrente erwirken.

An dem aktuellen Rentenbescheid und damit an ihrer Gesundheitlichenlichen Situation hat sich doch seid den letzten 3 Wochen wohl nichts verändert und nur dann - bei einer erheblichen Verschlechterung ihrer Erkrankung und damit ihrer Erwerbsminderung im Widerspruchsverfahren - hätten sie überhaupt eine Chance diesen Widerspruch zu " gewinnen ".

Verstehe nicht , warum Sie sich nicht vor Einlegung des Widerspruches mal beim VDK/SovD oder gleich einem Fachanwalt haben beraten lassen....

von
Angelika

Und wieder dieser leicht anmassende Ton hier.... , ich habe um Rat gebeten und nicht um Tadel. Ich habe mich sowohl bei der DRV, als auch hier durch die Expertin beraten lassen. Ich ziehe auch im Falle einer Ablehnung meines Widerspruchs nicht gleich mit einer Klage zu Felde. Es ist lediglich ein Versuch. Ich beende jetzt auch dieses Thema. Ich bin nicht gesund genug um mich hier weiter einzubringen.

Im übrigen, finde ich es reichlich unangenehm von Trollen Auskunft zu erhalten.

von
Paula

Hallo @Angelika,

vielleicht lesen Sie meinen Beitrag ja doch noch.
Der Bescheid ist falsch.
Die Befristung hätte längstens bis zum 31.12.2011 erfolgen dürfen; dies wäre rechtlich möglich gewesen. Über die 9 Jahre hinaus ist die Befristung dagegen nicht möglich.
Warten Sie ruhig das Widerspruchsverfahren ab!
Im Widerspruchsverfahren jetzt eine Befristung bis zum 31.12.2011 auszusprechen ist nicht zulässig. Es kann daher nur auf eine Dauerrente entschieden werden.
Vermutlich wird es eine Widerspruchsausschußentscheidung nicht geben, da die DRV dem Widerspruch voraussichtlich abhelfen wird.

Paula

von
Angelika

Danke @Paula.

von
Wolfgang

> Die Befristung hätte längstens bis zum 31.12.2011 erfolgen dürfen; dies wäre rechtlich möglich gewesen. Über die 9 Jahre hinaus ist die Befristung dagegen nicht möglich.

Dem stimme ich nach Überfliegen der rvLiteratur zu - Befristung auf max. 9 Jahre, wenn länger, dann Dauerrente:

"Die Befristung ist aber auf insgesamt längstens neun Jahre - vom (tatsächlichen) Rentenbeginn an gerechnet - beschränkt. Besteht die verminderte Erwerbsfähigkeit darüber hinaus, ist die Rente ohne Befristung weiter zu leisten."

Quelle: http://rvliteratur.drv-bund.de/bfa/xtention_index.htm
Rechtshandbuch zu § 102, Ziff. 3.1

Gruß
w.