nicht arbeitslos gemeldet nach Studienende

von
Shaggy

Sehr geehrte User und Experten,

ich habe vor ca. 2 Monaten mein Studium abgeschlossen und bin seither auf Jobsuche. Da ich keinen Anspruch auf Leistungen wie ALGI oder -II hätte und sich in der Jobbörse der Arbeitsagentur auch gar nichts für mich findet, habe ich mich bisher nur eigenständig beworben und mich auch nicht arbeitslos gemeldet.

Jetzt wollte ich dort doch mal einen Beratungstermin vereinbaren, auch wenn mir jeder sagt, das bringt nix. Die Dame am Telefon meinte aber, ich müsste mich zuerst arbeitslos melden. Und sie war total entsetzt, dass ich das bisher noch nicht gemacht hätte, redete von "drastischen Konsequenzen" bezüglich der Rentenversicherung etc.

Kann mir vielleicht jemand sagen, was das für Konsequenzen sind? Ich hab einen richtigen Schreck bekommen; keiner meiner Kommilitonen hat sich gleich nach dem Abschluss arbeitslos gemeldet, ich wusste nicht, dass das wichtig ist (ist vielleicht naiv, aber wahr).

Ich werde mich am Montag gleich arbeitslos melden. Sollte ich dann gleich mal bei einer Beratungsstelle der RV vorbeigehen?

Danke fürs Lesen!

von
Schade

drastische Folgen?- da übertreibt jemand maßlos.

Die Zeiten einer Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug werden in der RV nicht mit Punkten bewertet und steigern die spätere Rente somit nicht direkt (genauso wenig wie Schul- und Studienzeiten).

Ob es iregendwelche indirekten Auswirkungen gibt und wie diese sich in ca 40 Jahren (!) bei Ihrer späteren Altersrente auswirken, darüber kann man zwar spekulieren, aber sichere Aussagen, sollte man vermeiden, weil niemand die zukünftige Gesetzgebung kennt.

Lassen Sie sich nicht verrückt machen, die Meldung bringt dann einen klaren Vorteil, wenn Sie sich dadurch Vorteile bei der Arbeitsplatzsuche versprechen....

von
Chris

Ob diese Zeiten überhaupt als Anrechnungszeiten in Frage kommen, ist zweifelhaft.
Es muss nämlich in der Regel eine versicherte Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit unterbrochen worden sein. Das 25. Lebensjahr wird sicherlich überschritten sein.
Und ob das Studium als Überbrückungszeit gilt, wird Ihnen die Beratungsstelle vor Ort sagen können.

von
Shaggy

Danke für Ihre Antworten! Jetzt bin ich nicht mehr so beunruhigt. Die Frau von der AA hat mich behandelt, als hätte ich ein Verbrechen begangen, und ich fiel aus allen Wolken. Aber vielleicht wollte sie sich auch nur etwas wichtig machen...

Experten-Antwort

Zeiten der Ausbildungsuche, die nach Vollendung des 17. und vor Vollelndung des 25. Lebensjahres liegen, sind auch ohne Unterbrechung einer versicherten Beschäftigung, einer selbständigen Tätigkeit oder eines versicherten Wehr- oder Zivildienstes Anrechnungszeiten. Zeiten der Arbeitslosigkeit außerhalb der o.a. Zeiträume sind nur dann zu berücksichtigen, sofern diese Zeiten eine versicherte Beschäftigung, selbständige Tätigkeit oder einen versicherten Wehr- oder Zivildienst unterbrechen.

Die Zeiten der Arbeitslosigkeit werden nicht bewertet. Diese Anrechnungszeiten werden u.a. bei der 35-jährigen Wartezeit berücksichtigt und können sich gfls. im Rahmen der Gesamtleistungsbewertung auf die Bewertung von anderer beitragsfreier Zeiten auswirken.

von
Schade

...meldet sich einer mit abgeschlossenem Studium tatsächlich ausbildungssuchend?

So gesehen führt dieser Tipp nicht allzuweit,:-))