nichts getan für schwerbehindertenrente und bestandsrentner

von
Herz1952

Schorsch,

ich meinte mit "Schwachsinn" den Satz:

"Als 2001 die frühere......usw".

Keinesfalls war es persönlich gemeint. Ich wollte damit ausdrücken, dass es in der Natur des Menschen liegt, sich nicht "verschlechtern" zu wollen.

Ich begann meine Lehre vor 45 Jahren, damals gab es ca. 500.000 offene Stellen und 250.000 Arbeitslose. Das war die "gute alte Zeit". Oder???

Gruß

Herz1952

von
Rentnerin

Zitiert von: Herz1952

Aber wenn man genug hat, brauch man/frau auch nicht jammern.

Im Gegensatz zur "Rentnerin" habe ich Familie und meine Frau hat die Arbeit wegen Kindererziehung und Pflege von 2 Elternteilen aufgeben müssen. Mein Vater war schon gestorben und Ihre Mutter hat die Geburt Ihres Enkels nicht mehr erlebt.

Aber ich will nicht weiter jammern, meine Restlebenszeit ist mir dazu zu kostbar.

@ Rentnerin, das wichtigste im Leben ist die Zufriedenheit und die gönne ich Ihnen.

Herz1952

Zu folgenden Sätzen möchte ich gerne noch etwas sagen:

Genug hat man Gott sei Dank nicht nur, wenn man reich geboren wurde, sondern auch, wenn man während seines Berufsleben Chancen erhält und auch nutzt und dabei durch Gesundheit, Fleiß und harter Arbeit, sowie Genügsamkeit, genug zum Leben erwirtschaften kann.

Ich kann Ihre Verbitterung nicht nachvollziehen und schon gar nicht verstehen, warum Sie sich einen Vergleich von sich, respektive Ihrer Frau, auf meine Person erlauben.

Woraus schließen Sie, dass ich keine Familie habe?
Woraus schließen Sie, dass ich keine Kinder erzogen habe?
Woraus schließen Sie, dass ich kein Elternteil
gepflegt habe?

Mit 14 Jahren bin ich ins Berufsleben eingestiegen. Mit 19 Jahren wurde ich bereits stellvertretende Leitung in dem Betrieb. Mit 25 und mit 30 Jahren habe ich Kinder geboren und mich sechs Jahre lang ausschließlich deren Erziehung gewidmet.
Mit 31 Jahren ging ich zusammen mit meinem Mann wieder in Vollzeit als Geschäftleitung ins Berufsleben zurück. Ein Kind wurde da gerade eingeschult, das zweite war gerade mal zwei Jahre alt und lief nebenher im Betrieb mit.

Mein Arbeitsplatz kannte keine 38, 39 oder 40 Std. Woche. Mein Arbeitstag betrug in der Regel 10 - 12 Std. und das an 310 Tagen am Stück!

Die Restzeit des Jahres bestand aus Betriebsferien, während derer Handwerker Renovierungsarbeiten erledigten, die es zu beaufsichtigen galt und die Kinder zur Schule mussten.

Urlaub ... was ist das?
Feiertage ... was sind das?
Samstag oder Sonntag ... Tage wie jeder andere auch!

Habe ich mir nicht redlich in der Zeit mein Geld mit Arbeit verdient?
Habe ich nicht redlich meine Rentenanwartschaft erarbeitet?

Seit meinem 28. Lebensjahr lebe ich mit Schmerzen, seit einem Verkehrsunfall.

AU-Zeiten = nie!

Vorbildfunktion gegenüber unseren Mitarbeitern zu wahren, war meine perrsönliche Durchhalteparole.

Meine Familie versorgen, den Kindern neben dem Beruf auch Mutter sein, die Pflege meines an Parkinson erkrankten Schwiegervaters noch nebenher übernehmen und unser nicht gerade arbeitnehmerfreundlicher Job, haben mich richtig gefordert.
Über meine Leiden nachzudenken oder mich ihnen hinzugeben hatte ich keine Zeit.

Doch mein Körper hat das nur eine gewisse Zeit hinnehmen wollen, dass ich so unachtsam mit ihm umging und zeigte mir mit 33 ein erstes Stoppschild und in meinem 48. Lebensjahr, dass es so auf Dauer nicht mehr weitergehen kann.

Laufen mit/am Rollator in dem Alter ist nicht erstrebenswert. Aber genau das traf ein, nachdem ich mich endlich mal meinem desolaten Rücken, anstatt meinem Job, widmen musste, da ich Lähmungen bekam.

Und nun frage ich Sie, was nutzt es mir heute mich zu bejammern oder weiteres Streben nach mehr und mehr!

Ich weiß, was ich im Familien- und Berufsleben geschafft und erreicht habe.

Aber ich weiß auch zu schätzen, dass mir die Zurechnung bis zum 60. Lebensjahr meinen erwirtschafteten Rentenbetrag erhöht und ich dafür auch dankbar bin, denn 16,5 Jahre vor der Altersrente berentet zu werden, da fehlen ein paar Euros um eine anständige Rente zu erhalten, auf die man im Berufsleben ja im Vorfeld eigentlich hingearbeitet hat.

Ich habe, wie Sie es so schön ausdrücken, das Wichtigste im Leben aber für mich erlangt "Zufriedenheit".

Genau das soll mein Lebensinhalt bleiben, und nicht GELD und noch mehr GELD im Kopf soll mich vor Neid zerfressen

Mit meiner körperlichen Gesundheit habe Raubbau betrieben, aber mit meiner Seele und mit meinem Herzen das erreichen können, wozu Sie vielleicht nie in der Lage sein werden.

Denken Sie bitte einmal darüber nach, ob das bisschen Restleben es wert ist, sich über Dinge aufzuregen, die eh von Ihnen nicht zu ändern sind.

Auch ich gönne Ihnen, und jedem anderen hier, Zufriedenheit.

Gruß die Rentnerin

von
Herr Blankenburg

Es wird alles Besser, weil wir es gut haben.

Die Pferde haben wir allerdings nicht.

Die haben die Kurtisanen und die Gas-Gerds.

von
Lafee

Zitiert von: Martha N.

Was werden die fetten Beamten lachen über die Unterschicht in diesem Forum. Diese Rentnerin schreibt ja so schön, vielleicht freut sie sich das sie was im Kühlschrank hat.

Heul doch.

von
Der Michel

Renterin!

Ja das ist das Leben eines Selbständigen......zum Kleben hat es scheinbar gereicht und deshalb ist Ihnen Ihre Rente sicher......es gibt Andere da reicht es nicht mal dafür.....und Sie rutschen in Hartz IV und leben oft sogar besser wie vorher!

Nicht in den falschen Hals bekommen aber ich kenne das Leben eines Selbständigen nur zu gut!

MfG

von
Rentnerin

@Michel

Sie irren, wir waren nie selbstständig.

Wie oben geschrieben, angestellt als Geschäftsleitung mit einem Sondervertrag im ö.D.

Unser Tätigkeitsfeld stellte sich nur so dar, als wären wir selbständig, und genau so könnten wir handeln, aber hatten auch die Verantwortung für den Betrieb, also nichts mit geregelter Arbeitszeit.

Ich will darüber nicht klagen, wir haben unser Tätigkeitsfeld geliebt und auch eine Lebensaufgabe darin gesehen, sonst hätten wir den Job in dem Maß so nicht erfüllt.

Gruß die Rentnerin

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

ich wundere mich nur, wie Sie mit einem niedrigen Bruttolohn noch vorsorgen konnten...

War mein Bruttolohn denn "niedrig"?

Ich begann damals mit 30 DM Monatsrate, und zahlte zuletzt 75 Euro pro Monat.

Den Rest besorgten Zinsen und Zinseszinsen.

Sie wissen doch: Je früher man mit der Vorsorge beginnt, desto niedriger ist die monatliche Belastung.

MfG

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

das mit dem "niedrigen" Bruttolohn habe ich aufgrund Ihrer Aussage, Ihre Rente sei auf GruSi -Niveau. Im Grunde genommen haben wir es ja ähnlich gemacht. Zwei Einkommen und eines davon gespart. Die Zinsen war auch recht ordentlich.

Mir geht es eigentlich, darum unseren Sohn, der aufgrund einer nicht heilbaren Krankheit seit seinem 28. Lj. eine Rente auf "unbestimmte Dauer" erhält, diese aber nicht ausreicht und bis zur Grundsicherung aufgestockt wird. Es wäre mir halt mit "ein paar Euro" mehr möglich, ihn soweit zu unterstützen, dass er nicht auf Sozialleistungen angewiesen ist. Es ist leider so, dass, falls wir selbst zum Pflegefall werden, einiges "draufgehen" wird. Eine private Pflegefallversicherung ist aufgrund meiner Krankheit(en) nicht möglich, obwohl die Versicherungen die Kunden erst mal anlocken, die Bedingung sei nur, dass noch kein Pflegefall eingetreten ist. "Pflegebahr" ist aufgrund niedriger Absicherung und 5 Jahren Wartezeit und Weiterzahlung der Beiträge im Pflegefall nicht zu empfehlen.

Mir alleine würde die Rente und das
Vermögen wohl reichen. Ich kann es nur kaum ertragen, das die Familie noch darunter zu leiden hat.

Man/frau kann halt nicht alles absichern. Es kann auch anders kommen, als man denkt.

Die Älteren glauben auch noch daran, dass sich mit dem Erreichen des Regelrentenalters die EM-Rente noch erhöht. Frau Merkel hat auch gesagt, dass H4-Empfänger auch den Strom bezahlt bekommen.

Aber was soll es. Ich hatte das "Glück", dass ich unmittelbar nach der Insolvenz des Arbeitgebers meinen Herzinfarkt bekam, mit dem ich nahtlos "in Rente gehen" konnte. Es war ein beruhigendes Gefühl, dass ich wenigstens für die Familie für den Todesfall vorgesorgt hatte. Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt kolossal. Vielleicht habe ich deshalb auch gerade noch überlebt habe. Allerdings mit sehr schweren Einschränkungen.

Ich habe auch noch vor der "Rentnerin" kurz zu antworten. Aber für heute habe ich keine Kraft mehr dazu. Für heute muss ich "passen" ("nichts geht mehr", heißt es am Roulett tisch).

Herz1952

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

das mit dem "niedrigen" Bruttolohn habe ich aufgrund Ihrer Aussage, Ihre Rente sei auf GruSi -Niveau.....

Sie haben aber wahrscheinlich nicht berücksichtigt, dass BU-Renten Teilrenten sind, die nur 2 Drittel der Vollrenten betragen.

Sobald ich Regelaltersrente bekomme, erhöht sich der Auszahlungsbetrag aufgrund des höheren Rentenartfaktors um satte 50 Prozent.

Dann liege ich schon über dem Grusi-Niveau, sofern die Grusi-Regelbedarfe bis dahin nicht stärker steigen als die Renten.

MfG

von
Herz1952

Hallo Rentnerin,

entschuldigen Sie bitte, dass ich einen falschen Schluss aus Ihrem Beitrag gezogen habe. Ist aber auch nicht so relevant. Ich dachte nur, 1 Person, eine Rente, da reicht das Geld auf jeden Fall.

Jetzt haben Sie geschrieben, dass Sie 2 Kinder haben, diese sind hoffentlich gesund und vielleicht schon selbständig - ob dies logisch ist, habe ich allerdings nicht nachgerechnet. Ihr Mann arbeitet noch und ist fit (nehme ich jetzt auch an).

Somit haben Sie zumindest keine finanziellen Sorgen.

Dass Sie sehr fleißig waren zweifelt auch niemand an.

Unsere Situation war leider etwas anders. Das "Kind" hatte von Anfang an gesundheitliche Probleme. Opa oder Oma Fehlanzeige (zu alt). Pflege nebenher nicht möglich (Fulltimejob). In der Schule mal als asozial bezeichnet, wie Opa oder Oma fehlt. Habe die Lehrerin aufgeklärt. Mit 40 bekam meine Frau vom Arbeitsamt zu hören "Haben Sie denn nichts gemacht?"

Unser Sohn hat diverse Schulden besucht und auch sein Fachabi in Informatik hinter sich gebracht und eine Ausbildung als Fachinformatiker. Weil er keinen Anschlussjob bekam hat er ein freiwilliges soziales Jahr in einem Heim für mehrfach (körperlich und geistig) Behinderte Kinder und Erwachsene absolviert (danach Fachabitur). Leider wurde die Krankheit immer schlimmer und er konnte auch nicht mehr arbeiten. Mit 28 Jahren bekam er EM-Rente (unter 3 Stunden), wurde nach 3 Jahren auf unbestimmte Zeit verlängert. Er ist allerdings gezwungen aufzustocken, was ich gerne übernehmen würde, wenn es möglich wäre.

Ich selbst bin seit 2005 krank und habe einen Behinderungsgrad von 70 und EM-Rente auf unbestimmte Zeit. Der GdB würde mir am meisten für meine Hobbys nützen, die ich aber gesundheitlich nicht mehr ausüben kann. Mir sieht man aber die Behinderung nicht an (äußerlich) , sondern es sind die inneren Organe wie Herz und Niere, die beide nicht mal mehr die Hälfte ihres Sollwertes leisten können.

Ich habe versprochen nicht mehr zu jammern, aber jammern ist noch besser als ärgern, sonst schaltet der Körper meinen Geist und Willen ab, und schickt mich mit einem K.o. zu Boden, wie vor einigen Wochen. Um einen plötzlichen Herztod (Kammerflimmern) zu verhindern wurde mir 2010 ein Defibrillator implantiert. Schwimmen darf ich auch nicht mehr und erst recht nicht in einem See, da Elektrofischen bei uns verboten ist.

Also nehme ich das ganze mit Humor und Zufriedenheit und wünsche Ihnen, dass Ihre Schmerzen Sie endlich in Ruhe lassen und Sie nicht weiter "piesacken".

Gruß

Herz1952