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Experten-Antwort

Nie eingezahlt und hohe Rente?

von Doris Janowski18.07.2010 | 23:38
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14 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

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Eine Bekannte ist 35 Jahre alt, und hat 5 Kinder geboren. Sie hat nie gearbeitet, bei den Kindern auch verständlich. Sie war zur Kur, wurde gleich für 3 Jahre berenntet. Sie hat das Borderline Syndrom. Wie kann es sein, das sie fast 900.-E Rente bekommt?

Antworten vom Expertenteam

Persönlich beantwortet im Expertenforum

1
Expertenantwort · 1Deutsche Rentenversicherung

Hallo Doris Janowski,

für jedes ab 1992 geborene Kind werden der Mutter 36 Monate Kindererziehungszeit als Pflichtbeitragszeit ( und 10 Jahre Kinderberücksichtigungszeit) angerechnet. Ein Jahr Kindererziehungszeit ergibt in Abhängigkeit von der Rentenart derzeit eine Rentensteigerung von 27,20 €. Mit der Zurechnungszeit bis zum 60. Lebensjahr läßt sich ein Rentenanspruch in Höhe von 900 € erklären.

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13 Antworten

Skatrentneram 19.07.2010 | 07:00
Ganz einfach, schauen Sie sich den Rentenbescheid an. Da steht alles drin.
B2am 19.07.2010 | 07:01
Ohne den Rentenbescheid der Dame zu kennen, ist hierzu eine konkrete Antwort verständlicherweise so gut wie nicht möglich. Aber vielleicht doch zwei Gedanken hierzu. 1. Durch 5 Kinder mit jeweils 36 Monaten an Kindererziehungszeit hat die Frau bereits 180 Monate mit Rentenversicherungsbeiträgen. 2. Dazu noch die Zurechnungszeit bis zum 60. Lebensjahr und für deren Bewertung nicht zu vergessen die Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung.
Schwarzwälderam 19.07.2010 | 07:31
Theoretisch ist das relativ einfach. Wenn das erste Kind mit 20 geboren wurde und man noch weitere 4 Kinder dazurechnet kommt man auf 15 Jahre Erziehungszeit ab 20. Somit hätte die Versicherte bis zum 35. Lebensjahr durchgehend Erziehungszeiten vorliegen, die ziemlich genau mit dem Durchschnittswert bewertet werden. Wenn man dann ab 35 bis 60 eine Zurechnungszeit dazurechnet, die ebenfalls in etwa den Durchschnittswert erreichen würde, käme man auf 40 Jahre mal ca. 27.2. Das entspricht etwas über 1000 Euro, abzüglich Krankenkasse kommt man ziemlich exakt auf 900 Euro. Also alles in Ordnung.
Schwarzwälderam 19.07.2010 | 07:32
Ok, Kürzung habe ich noch vergessen, könnte aber trotzdem noch knapp hinkommen.
Arnoldam 19.07.2010 | 08:47
Bevor man so eine " hohe " Rente die ohne Arbeit ( womit landläufig wohl ein Beschäftigungsverhältnis gemeint sein dürfte ) kritisiert, sollte man sich erstmal schlau machen wie diese zustande kommt. P r o Jahr und p r o Kind - max. für 3 Jahre - der Kindererziehung bekommen die Erziehenden ( meistens ja die Mutter ) einen Entgeltpunkt gutgeschrieben, man geht also von einem Verdienst in Höhe des Jahresdurchschnittsverdienstes aus, der in dieser Zeit erwirtschaftet wird. Bei 5 Kindern wird die Mutter also so gestellt , als ob Sie 15 Jahre gearbeitet hätte und dabei den Durchschnittsverdienst ( derzeit 32.003 Euro ) verdient hätte. Damit alleine kommt Sie schon mal grob gerechnet auf eine Rente von etwas mehr als 400 Euro und dies nur alleine für die Erziehung der 5 Kinder . Dazu kommt dann noch die sog. Zurechnungszeit vom 35 Lebensjahr bis zum 60. Lebensjahr. Also für 25 ! Jahre bekommt Sie den Durchschnitt ihrer bisher erworbenen Ansprüche ( also der Kindererziehungszeiten ) zusätzlich angrechnet, was wiederum ca. 600 Euro ausmachen dürfte. Somit ergibt sich eine Rente von knapp 1000 Euro brutto abzüglich Kranken- und Pflegebversicherung wird dann tatsählich ca. 900 Euro netto ausgezahlt werden. Und die Moral von der Geschichte ist : Arbeiten für wenig Geld in einem Beschäftigungsverhältnis lohnt sich ( für die Rente ) nicht immer - aber jede Menge Kinder zu bekommen und zu erziehen sehr wohl. p.s. Ein Bekannter von mir wurde bereits im Alter von nur 30 Jahren berentet und bezieht eine EM-Rente von 1200 Euro. " Gearbeitet " hat er noch nicht mal 10 Jahre.
Michelam 19.07.2010 | 07:54
Sorry Lehre mit knapp 15 im Jahre 1966.
Schwarzwälderam 19.07.2010 | 11:00
Um Kinder zu erziehen muß man keine Frau sein. Männer können sich die Kinder genauso anrechnen lassen wie Frauen. Aber ob 5 Kinder erziehen angenehmer ist als auf dem Bau oder sonstwo zu arbeiten, sei mal dahingestellt. Das gleiche gilt für die Pflege von Angehörigen. Warum machen das wohl meistens die Frauen???
Aliceam 20.07.2010 | 13:14
Die junge Dame hat volkswirtschaftlich sinnvolle und deshalb honorierte Arbeit geleistet. Und sie hat es vielleicht nicht mal aus freien Stücken getan. Viele Frauen mit guter Ausbildung verzichten auf Kinder und damit auf Rente. Ich finde: Für Kinder eingesetzte Steuergelder sind gut eingesetzte Steuergelder.
Vermutungam 21.07.2010 | 12:29
da sich die Rente in Abhängigkeit des Verdienstes berechnet, scheinen sie einen unterdurchschnittlich niedrigen Verdienst zu haben.
Cleoam 21.07.2010 | 09:06
Ich habe 35 Jahre gearbeitet, habe ein Kind großgezogen und mir würde "nur" eine erwerbsunfähigkeitrente von 640€ zustehen. Arbeite ich noch bis knapp 68 Jahren (noch ca. 19 jahre) bekomme ich eine Alterrente die 800€ beträgt. Also - ich finde es höchst seltsam.
Cleoam 21.07.2010 | 18:34
.... tariflohn. :) Pro Kind wird ja Pflichtbeitragszeit bezahlt. Also - ich gehe davon aus der niedrigste Satz. Man möge mich erschlagen, aber ich finde es ungerecht. Es kann irgendwie nicht sein, dass jemand der "nur" Kinder erzieht mehr bekommt als jemand der Kinde(r) erzieht UND arbeiten geht. Damit wäre man ja doppelt bestraft: man konnte nicht immer für das Kind da sein (weil man ja arbeiten musste, auf das Geld angewiesen war) und später nochmal indem man weniger Rente bekommt.
Vermutungam 23.07.2010 | 22:01
Ähm, also jemand der Kindererziehungszeiten erhält und arbeiten geht, erhält viel mehr Entgeltpunkte als jemand der nur Kindererziehungszeiten erhält. Daher ist das was Sie wschreiben auch nicht so ganz richtig. Aber war ja sicher auch eher so ganz pauschal gesagt. Also im Prinzip nur die eigene Meinung, mit der Realität hat dies nichts zu tun.
Michelam 19.07.2010 | 07:51
Zitat von Schwarzwälder anzeigenausblenden
Frau müsste man sein! Bin männlich 59 Jahre alt und habe meine Lehre mit 16 angefangen, war nie arbeitslos und habe durchgehend bis heute - und noch weiter gearbeitet und in meinem Rentenbescheid steht bei einer Hochrechnung bis 60 Lebensjahr eine Rente von 1.100 Brutto. Es ist eine Ungerechtigkeit denn ich muss sehr schwer arbeiten auf dem Bau und kann fast nicht mehr und mir wurde trotz schwerer Erkrankungen die EU abgelehnt da ich noch 6 Stunden am Tage arbeiten könnte. Wo bleibt hier die Gerechtigkeit??? Bin zu 60% Schwerstbehindert und auf einem Auge blind mit schwerer Athrose und Bandscheibenvorfällen!
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