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Nullrunde Rente 2010

von
fragmal

Wird in die Lohnsumme für die Rentenanpassung auch das
Kurzarbeitergeld einbezogen?

von
Schiko.

Ich meine von der Logik her nein.

Es tritt zwar während der Kurzarbeit kein Verhältnis beim Ve-
sicherungsverhältnis ein, aber aus dem reduzierten Verdienst fällt
ja der jeweilige Hälfteanteil zur Rentenversicherung geringer aus.

Der Arbeitnehmer zahlt also für das Kurzarbeitergeld keinen RV.
Beitrag, dafür aber der Arbeitgeber durch die Berechnung des
fiktiven Arbeitsentgeldes mit 80% des Differenzbetrages
zwischen &#34;Kurzlohn&#34; und normalen Monatsgehalt.
Dadurch wird der durch Kurzarbeit zwangsläufig geringere
Rentenzuwachs des Einzelnen abgemildert.

Bekanntlich werden ja auch die 1 Eurojob in die Lohnsum-
men auch nicht mit einbezogen.

MfG.

von
fragmal

Vielen Dank für die Antwort.
Meine Frage zielte nicht auf den Rentenanspruch des Einzelnen,
sondern auf die Auswirkung des
Kurzarbeitergeldes auf die
Berechnung der Lohnsumme
für die Rentenanpassung der Rentner.

von
Schiko.

Kann es auch anders formulieren.

Kurzarbeitergeld ist grund-
sätzlich kein Sozialversicher-
ungspflichtiges Einkommen.

Wird also in die Lohnsummen-
berechnung nicht mit einbezogen.
Wirkt sich also nicht positiv
auf anstehende Rentener-
höhungen aus.
Durch den verminderten Bruttoverdienst fällt zwangs-
weise der jährliche Rentenzu-
wachs des Einzelnen geringer aus.

Um dies aufzubessern dienen
die einseitig vom Arbeitgeber
erwähnten 80%.

MfG.

von
zelda

Hallo fragmal,

ich sehe das nicht so eindeutig:

Ob sich das Kurzarbeitergeld auf die Rentenanpassung auswirkt- auch wenn es selbst nicht versicherungspflichtig wäre - darüber streiten sich die Gelehrten.

Hier einige Links, die ich im Internet zum Thema gefunden hat:

Nach den folgenden Artikeln wirkt sich der Anstieg des Kurzarbeitergeldes aus:

http://www.vdk.de/perl/cms.cgi?ID=de21251

http://www.ihre-vorsorge.de/Rentenanpassung-2010-Zu-frueh-fuer-Prognosen.html

http://www.jurablogs.com/de/scholz-schliesst-rentenkuerzungen-fuer-alle-zeiten-aus

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/132/1613251.pdf --> dort Seite 19

Der folgende Artikel nennt jedoch das Gegenteilige:

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/2125186

Meines Ermessens wird die Rentenanpassung durch das Kurzarbeitergeld beeinflusst.

Grundsätzlich ist es bei der Ermittlung der Bruttolöhne und Gehälter nicht wichtig, ob diese sozialversicherungspflichtig sind. Anders als die 1 Euro- Jobs (offiziell Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigungen für Mehraufwendungen) wird das Kurarbeitergeld nicht ausdrücklich dabei ausgeklammert. (siehe § 68 Absatz 2 SGB VI:

"Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer sind die durch das Statistische Bundesamt ermittelten Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Personen in Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigungen für Mehraufwendungen jeweils nach der Systematik der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen."

Damit zählen z.B. auch Arbeitsentgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung mit.

Ausführlich wird dies hier (RH der DRV- Regionalträger) dargestellt:

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_68R2.1&a=true

Ferner (bitte insbesondere den zweiten Absatz beachten) führt das RH der DRV Bund dazu folgendes aus:

"3 Faktor für die Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter (Absatz 2)

Der Faktor für die Veränderung der Bruttolöhne wird bestimmt, indem die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer des vergangenen Kalenderjahres durch den entsprechenden Wert des vorvergangenen Kalenderjahres geteilt werden. Die jeweiligen Bruttolöhne nach den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen müssen zuvor um die erfassten Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigungen für Mehraufwendungen nach § 16d SGB II beziehungsweise nach § 16 Abs. 3 SGB II in der Fassung bis 31.12.2008 ('Zusatzjobs') bereinigt werden, da diese mit der Rentenversicherung in keinem systematischen Zusammenhang stehen.

Ungeachtet dieser Bereinigung fließen in die maßgebenden Bruttolöhne und -gehälter auch nicht versicherungspflichtige und damit nicht beitragspflichtige Lohnbestandteile ein (zum Beispiel Entgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze; Entgeltbestandteile, die in eine betriebliche Altersversorgung umgewandelt worden sind; Bezüge der Beamten). Deshalb wird der Faktor für die Veränderung der Bruttolöhne in der Weise korrigiert, dass die Entwicklung der nicht beitragsrelevanten Teile der Bruttolöhne und -gehälter herausgerechnet wird. Hierfür bestimmt Absatz 2 der Vorschrift, dass der Wert für das vorvergangene Kalenderjahr an die Entwicklung der Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung angepasst wird, indem er mit dem Faktor vervielfältigt wird, der sich aus dem Verhältnis der Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer im vorvergangenen Kalenderjahr gegenüber dem dritten zurückliegenden Kalenderjahr und der Veränderung der aus der Versichertenstatistik der Deutschen Rentenversicherung Bund ermittelten beitragspflichtigen Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Beamte einschließlich der Bezieher von Arbeitslosengeld im vorvergangenen Kalenderjahr gegenüber dem dritten zurückliegenden Kalenderjahr ergibt. Wenn im vorvergangenen Kalenderjahr gegenüber dem dritten zurückliegenden Kalenderjahr die beitragspflichtigen Bruttolöhne weniger stark gestiegen sind als die Bruttolöhne insgesamt, so erhöht sich der für die Rentenanpassung maßgebliche durchschnittliche Bruttolohn für das vorvergangene Kalenderjahr und dadurch mindert sich der Faktor für die Veränderung der Bruttolöhne; die Rentenanpassung fällt im Ergebnis geringer aus.

Durch das Einbeziehen der Arbeitslosengeldempfänger wird die Wirkung, die die jeweilige Entwicklung der Arbeitsmarktlage auf die beitragspflichtigen Einnahmen der allgemeinen Rentenversicherung hat, ebenfalls im Faktor für die Veränderung der Bruttolöhne berücksichtigt. Die Entwicklung der Arbeitsmarktlage fließt außerdem in den Nachhaltigkeitsfaktor ein."

Im Übrigen:

Kurzarbeitergeld stellt m. E. doch sozial(zumindest rentenversicherungspflichtiges Einkommen dar, jedoch muss der Arbeitnehmer keinen eigenen Beitag leisten (vgl. Beitrag : http://www.ihre-vorsorge.de/www.deutsche-rentenversicherung.de/Expertenforum-Thema.html?id=114179&dekade=1) und die dort genannten Vorschriften.

MfG

zelda

von
Schiko.

Freue mich für Ihre umfang-
reichen Ausführungen.

Sobald ich weiß welches Mini-
sterium künftig für Renten zuständig ist werde ich Anfragen
und hier wieder berichten.

MfG.

von
zelda

Hallo Schiko,

ich vermute mal, das Thema Rente verbleibt im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (http://www.bmas.de/portal/34752/unsere__themen.html) und damit bei unseren ehemaligen Verteidigungs- und neuen Arbeitsminister Herrn Dr. Jung.

Die Anfrage dort sollte (hoffentlich) Klarheit bringen- ich bin gespannt, wie schön verklausuliert die Antwort von dort aussehen wird.

MfG

zelda

Experten-Antwort

Hallo fragmal,

den Ausführungen von &#34;zelda&#34; möchte ich mich anschließen. Nach meinem Kenntnisstand werden ausschließlich die sog. 1-Euro-Jobs nicht mit berücksichtigt.