nun wieder 2 weitere Jahre Rente wg. voller Erwerbsminderung bekommen, was dann ?? , denn ich werde

von
Falko

Hatte Lymphknotenkrebs. Der Knoten konnte nicht operiert werden (8x4 cm) hinter der Magenwand ganz dicht an Hauptschlagader. Insofern 1 Jahr heftigst Chemo. Habe die Wirkung und mein beeinträchtigtes Befinden bereits hier im Forum ausführlich vor Monaten geschildert. Auch dass zudem noch eine Totalendoprothese und ein kaputtes Schultergelenk habe und seelisch ziemlich durch den Wind bin. Wie ich gelernt habe werden diese 2 weiteren Jahre Rente bereits im ersten Drittel des Jahres 2011 wiederum überprüft per aufwendigem Gutachten auf Weiterzahlung oder Stop.
1. Wie lange wird diese Intervall-Rente und ebenso die Renten-Zahlung maximal durchgeführt ? Wie viele Intervalle inkl. aufwendiger Gutachten kann es geben.
- Worauf heben die Gutachten gezielt ab.
Wie gesagt, der Knoten ist wohl weg (volle Remission). Aber sonst bin ich ziemlich kaputt.
- Was muss vorliegen, dass man die volle Erwerbsminderung bekommt.
Freue mich auf wohlgemeinte, profunde Antworten.
Danke u. Gruß,
Falko

von
Seven67

Ob bei ihrem nächsten Verlängerungsantrag in 2011 wieder eine Begutachtung nötig und von der RV beauftragt wird, wird ihnen heute niemand sagen können .

Es werden auch Verlängerungsanträge ohne Begutachung genehmigt und zwar wenn die dann
( 2011) vorliegenden ärztlichen Unterlagen aktuell, aussagekräftig und vor allem ausreichend für die Beurteilung hinsichtlich einer weiteren Erwerbsminderung sind !

Eine volle Em-Rente die aus rein medizinischen Gründen zuerkannt wurde
(also keine sog.
"Arbeitsmarktrente " ) kann beliebig oft und für jeden nur denkbaren Zeitraum von der RV befristet werden ( max. innerhalb einer Befristungsperiode aber längstens für 3 Jahre ) und insgesamt ueber einen Gesamtzeitraum von 9 Jahren.

Theoretisch kann also auch 9 x für jeweils nur 1 Jahr ,
18 x für nur 6 Monate oder
3 x für je 3 Jahre oder etc. pp verlängert werden...

Also erst nach nach 9 Jahren wird dann entweder eine unbefristete EM-Rente zuerkannt ( also bis zur Regelaltersgrenze ) oder die EM-Rente wird dann eben komplett abgelehnt.

Den Verlängerungsantrag sollten Sie rechtzeitig
- ca. 5-6 Monate vor Ablauf
der Befristung - stellen.

Wenn der Krebs als geheilt gilt
und keine Rezidiv bis zum nächsten Verlängerungsantrag auftritt ( was ja nun wirklich niemand hofft ! ) , wird die Krebserkrankung an sich keinen Einfluss mehr auf die Zuerkennung/Verlängerung ihrer EM-Rente haben.

Lediglich die aus der Krebserkrankung und der anderen Erkrankungen event. noch und bzw. weiter bestehenden psychischen Erkrankungen
würden sich dann positiv auf die Verlängerung der EM-Rente auswirken !

Sie sollten hier also unbedingt weiter in psychiatrischer Behandlung bleiben oder sich
in eine solche dringend begeben - auch um 2011 dann eine psychiatrische Behandlung nachweisen zu können.

Nur damit hätten Sie dann 2011 eine reale Chance, das ihre EM-Rente weiter bewilligt wird.

Natürlich haben auch ihre anderen körperlichen Erkrankungen einen Einfluss auf die EM-Rente, aber Sie sollten die psychischen klar in
den Vordergrund stellen.

Psychiatrische Erkrankungen führen sehr sehr häufig zur Berentung !

Experten-Antwort

Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit werden grundsätzlich nur auf Zeit gezahlt. Renten, auf die ein Anspruch unabhängig von der Arbeitsmarktlage besteht, werden unbefristet geleistet, wenn unwahrscheinlich ist, dass die Minderung der Erwerbsfähigkeit behoben werden kann.

Nach einer Betristung von insgesamt neuen Jahren ist davon auszugehen, das die Minderung der Erwerbsfähigkeit nicht mehr behoben werden kann, dann ist, wenn die Rente nicht aus Arbeitsmarktgründen gezahlt wird, eine Rente auf Dauer bis zu Regelaltersrente zu bewilligen. Aber auch dann kann es noch Nachuntersuchungen geben.

von
ÄhnlichesSchicksal

Seufz,
auch ich bin Krebskrank, konnte erst nach neoadjuvanter Chemo operiert werden, um danach noch einmal eine Chemo-Therapie durchstehen zu müssen.
Bin momentan ebenfalls in Vollremission.
Ich weiß nicht, warum es uns Krebskranken dermaßen schwer gemacht wird, eine Erwerbsminderungsrente zu bekommen.
Es ist ja nicht nur die Erkrankung an sich, die ans Eingemachte geht... es sind die langen langen Nebenwirkungen der Chemo, die einen niederstreckt. Aber äußerlich ist ja, bis auf die Op-Narbe nix zu sehen. Wie will man totale Erschöpfung zum Ausdruck bringen?
Ich kann max. eine Stunde auf den Beinen sein (manchmal sogar noch weniger); danach geht einfach nix mehr. Kraft ist weg...
Mir haben Gutachter vorgeworfen, ich würde nur nicht arbeiten wollen. Was für ein Quatsch!
Inzwischen hab ich einen guten Onkologen, der meine Kraftlosigkeit versteht und gesagt hat, dass das bei Krebskranken sehr häufig der Fall ist (Krebs-Fatique).
Nach 7 Jahren Rentenkampf und mit ganz viel Verzweiflung hat man mir dann endlich die zeitlich unbefristete Rente bewilligt.
Das hat aber auch die Kraftlosigkeit und Müdigkeit NICHT beendet... wie Gutachter mir einreden wollten.
Ich wünsche den gnadenlosen Gutachtern keinen Krebs... aber Chemo, Op und Bestrahlungen.
DAS reicht völlig aus!
Und DANN würde ich mich gerne noch einmal mit ihnen unterhalten...

DIR wünsche ich von Herzen alles Gute!
Ich weiß sehr wohl, wie du dich physisch und psychisch fühlst!

MfG

von
-_-

Offenbar besteht allgemein eine große Wissenslücke bei Betroffenen, die meinen, dem einzelnen Arzt oder der Verwaltung fehlte es an Einsehen in die Art der Erkrankung und deren Begleiterscheinungen oder sie benachteiligten gar den Betroffenen unangemessen oder möglicherweise sogar ohne Grundlage. Die Rechtsgrundlagen lassen jedoch nur die folgenden Verfahrensweisen überhaupt zu, für die Gesetzgebung und Rechtsprechung verantwortlich sind.

Die Bewilligung einer unbefristeten Rente kommt nur dann in Betracht, wenn im Zeitpunkt der Rentenfeststellung die Behebung der Erwerbsminderung unwahrscheinlich ist.

Die Ungewissheit der Prognose führt immer zur Befristung.

Eine Dauerrente ist ausschließlich dann zu leisten, wenn aus ärztlicher Sicht bei Betrachtung des bisherigen Verlaufs nach medizinischen Erkenntnissen auch unter Berücksichtigung noch vorhandener therapeutischer Möglichkeiten eine Besserung auszuschließen ist, durch die sich eine rentenrelevante Steigerung der qualitativen und/oder quantitativen Leistungsfähigkeit ergeben würde. Zu den therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten zählen dabei alle anerkannten Behandlungsmethoden, auch geläufige Operationen, die zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit führen können, soweit nicht im Einzelfall aus dem Gesundheitszustand des Versicherten abzuleitende spezifische Kontraindikationen entgegenstehen. Auf eine Duldungspflicht oder Zumutbarkeit der therapeutischen Möglichkeit für den Versicherten kommt es nicht an (BSG vom 29.03.2006 ).

Die zu § 102 SGB 6 in der Fassung bis 31.12.2000 ergangene Rechtsprechung des BSG ist auch im Umkehrschluss nicht mehr anzuwenden, so dass auch dann eine Zeitrente zu leisten ist, wenn die Wahrscheinlichkeit der Besserung weniger als 50 % beträgt.

Der Befristung einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit steht es daher nicht entgegen, wenn im Zeitpunkt der Rentenfeststellung die Behebung der Erwerbsminderung aus ärztlicher Sicht nicht unwahrscheinlich ist, zu diesem Zeitpunkt aber bereits absehbar ist, dass sich eine rentenrelevante Besserung des Gesundheitszustandes nicht innerhalb von 3 Jahren nach Beginn der Rente ergeben wird.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_102R3.1

Wer diese Regeln für unangemessen hält, muss sich an den Deutschen Bundestag wenden. Fragen Sie doch bitte einmal Ihren örtlich zuständigen Bundestagsabgeordneten, ob ihm die genannten Rechtsgrundlagen überhaupt bekannt sind!