Ost-West-Rente

von
LuziDuzi

hallo,
mein Opa bekommt seine Rente seit 1988. Als er berentet wurde, war noch DDR. 1991 wurde die Ostrente als Westrente umgewidmet nach der Vorschrift §307a. Wir haben Zweifel, dass die damalige DDR-Berechnung alle Zeiten enthalten hat. Hat man heute überhaupt noch eine Möglichkeit, diese Berechnung ändern zu lassen (und damit auch die Berechnung nach Westrecht ?).

von
Karl-Heinrich

Nein, da die Rentenberechnung zu DDR-Zeiten eine andere war als heute. Heute werden aus den Entgelten jahrweise die Entgeltpunkte. Bei den DDR-Renten waren im Wesentlichen die letzten 20 Jahre entscheidend. Entgelte wurden da nicht gespeichert. Ich denke, Sie werden von Ihrem Opa daher auch keinen Versicherungsverlauf haben. Außer den grünen/gelben SV-Ausweisen. Eine Überprüfung auf Vollständigkeit der Versicherungszeiten halte ich daher für wenig erfolgversprechend, da es auf diese nicht in dem Maße ankommt wie bei den heutigen Renten.

von
LuziDuzi

...wollte diesen Beitrag ergänzen - hoffentlich klappt es jetzt:
Der Nachbar von meinem Opa hatte uns seinen Rentenbescheid von 1995 gezeigt. Damals konnte er alle Unterlagen über sein Berufsleben einreichen und anschließend wurde die DDR-Rente nach Westrecht (§307 B SGB VI) neu berechnet. Jetzt weiss ich aber nicht, ob das für die Ost-Rente von meinem Opa auch geht. Ost-Rente ist ja nicht gleich Ost-Rente.

von
Karl-Heinrich

Dann warte ich auch gespannt auf die Antwort der Experten.

von
Rentenüberprüfer

User LuziDuzi, andere Pragraphen, andere Regelungen.

Bestandsrenten wurden, mit Ausnahme von 307b 1991 pauschaliert umgerechnet und die ermittelten Etgeltpunkte (EP) der Rentenzahlung ab Januar 1992 zugrunde gelegt , mit all den Nebenbedingen hinsichtlich Auffüllbeträgen etc.

Ein Rechtsanspruch auf Neuberechnung nach SGB VI besteht grundsätzlich nicht.

Schließt aber nicht aus, das bei fehlerhafter Ermittlung der Jahre und der zugrunde gelegten Verdienste, ein Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X möglich ist.

Sollte dem stattgegeben werden, verbleibt es bei der pauschierten Berechnung, eben dann mit mehr Jahren oder anderen Verdiensten.

Anders bei Personen mit Ansprüchen aus einem Zusatz- oder Sonderversorgungsaystem der ehemaligen DDR, wofür 307b galt.
Da hatte der Gesetzgeber von Anbeginn an die Neuberechnung nach SGB VI festgelegt, weil nicht gewollt war, dass überhöhte oder ungerechtfertigte Leistungen wegen Systemnähe gezahlt wurden.

Es war aber den ausführenden Organen und Behörden nicht möglich, dies für alle Betroffenen Bestandsrenter mit Wirkung vom 01.0.1992 zu realisieren, da dafür die benötigten Angaben in den Erfassungsstellen der Sozialversicherung der DDR nicht vorlagen und weitere Verdienste zu berücksichtigen waren, die evtl. zur Minderung führten.

Der früheste Beginn der Neuberechnung war ab 1994 vorgesehen, in Abhängigkeit vom Alter der Personen, es gab aber schon 1993 Neuberechnungen.

Wenn Sie wissen wollen, ob die pauschalierte Berechnung korrekt ist, biete ich Ihnen meine kostenlose Hilfe an.

Kenne mich in der Materie aus.

von
LuziDuzi

verstehe - bis auf den Satz:
>> Sollte dem stattgegeben werden, verbleibt es bei der pauschierten Berechnung, eben dann mit mehr Jahren oder anderen Verdiensten.

von
LuziDuzi

sorry - -da oben fehlt was...
Was hätte man dann von einer Überprüfung, wenn die Rente - obwohl dem Einwand stattgegeben wird - nicht höher wird ?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo LuziDuzi,

wenn Ihr Opa zu DDR-Zeiten eine Altersrente aus der Sozialversicherung (ggf. auch mit FZR-Beiträgen) bezogen hat, kann seine Rente nicht noch einmal neu - "nach Westrecht" - berechnet werden.

Die Sorge, dass Ihr Opa mit der Umwertung nach § 307a schlechter wegkommt, als mit einer "echten Westberechnung" ist aber unbegründet. Bei der Berechnung der DDR-Rente wurden die zurückgelegten Arbeitsjahre und der durchschnittlich erzielte Verdienst berücksichtigt. Als Arbeitsjahre wurden dabei alle Zeiten der Berufstätigkeit und auch weitere Sachverhalte (z. B. Wehrdienst, Schule ab 16, Studium, Krankheit) anerkannt, nicht nur die letzten zwanzig Jahre! Der sogenannte Durchschnittsverdienst wurde allerdings tatsächlich aus den Verdiensten der letzten zwanzig Jahre errechnet. Das ist aber eher vorteilhaft, weil die meisten Menschen in der DDR am Ende ihres Berufslebens besser verdient haben, was den Durchschnitt ja anhebt. Mit diesen Werten der DDR Rente wurde dann die Umwertung nach § 307a durchgeführt.

Bei der Rente vom Nachbarn Ihres Opas ist die Situation tatsächlich - das vermuten sie ganz richtig - eine andere. Ihr Hinweis auf die Anwendung des § 307b deutet darauf hin, das der Nachbar am 31.12.1991 eine Zusatz- oder Sonderversorgung der DDR erhalten hat (z.B. Zusatzversorgung der technischen Intelligenz oder Sonderversorgung der Angehörigen des Zolls der DDR). Hier war die Rente neu zu berechnen, weil eine Zusatz- oder Sonderversorgung nicht nach § 307a SGB VI umgewertet werden konnte.

Sollten Sie dennoch Zweifel an der Richtigkeit der Rentenberechnung haben, können Sie selbstverständlich immer noch eine Überprüfung beantragen.

von
Rentenüberprüfer

Meine Aussage:
"verbleibt es bei der pauschalierten Berechnung,..."
ist in dem Sinne zu verstehen, dass, wenn man beispielsweise ein bisher fehlendes Versicherungsjahr jetzt berücksichtigt bekommt, die Art der Berechnung wieder als "paulierte Umwertung" vornimmt, sich aber daraus mehr (EP) ergeben, weil der ermittelte Faktor aus den 20 einbezogenen Jahren, jetzt mit einer höheren Anzahl Jahre multipliziert wird.

von
Jens L.

Finde Ihre Eigenwerbung sehr bedenklich.....

von
Rentenüberprüfer

Bezieht sich Ihre "Bedenklichkeit" auf den verwendeten Nicknamen?

Es gibt ja User, die verwenden den Nicknamen "Bundespräsident" oder "Bundesarbeitsminister", da habe auch ich Bedenken hinsichtlich des zulässigen legalen Gebrauchs.

Tatsache ist, ich übe ein Gewerbe als Dienstleister aus, dass sich ausschließlich mit der Rentenüberprüfung befaßt, wofür ich mir vorher die Stellungnahme des Amtsgerichtspräsidenten eingeholt habe und die Art meiner Tätigkeit darin nicht als erlaubsnispflichtig ansieht.

Beziehen sich die geäußerten Bedenken jedoch auf den gelegentlich vorgenommen Verweis auf meine Homepage, denke ich, das es insoweit legitim ist, weil man ja auch auf Seiten von "Rentenberatern oder Anwälten" verweist.

von
Leser

Ich finde, die Nennung der eigenen, für kommerzielle Berstungstätigkeit genutzten Website grenzt doch etwas an Werbung.

von
Rentenüberprüfer

werde den Sachverhalt beachten und auf Google verweisen.

von
Leser

Sorgt Ärger vor
Tipp: Sie können mit einem Nicknamen (den Alten und Aufnahme desen in die Website) erreichen, dass Suchmaschinen dies finden!

von
Rentenüberprüfer

danke für Hinweis, versuche ich noch mal mit anderem Namen.

Bin aber bei Google schon an 2. Stelle auf Seite 1 plaziert
Google Suche "Rente - Überprüfung"

von
Leser

Habb´s mir angeschaut

Ist eine ordentliche Seite, meinen Respekt!

von
Rentenüberprüfer

Bin ich auch ein bisschen Stolz darauf, weil ich alles ohne fremde Hilfe geschafft habe, die Webseitengestaltung eben so, wie die Entwicklung meines Rentenberechnungsprogramms.

Vielleicht sollten wir für weitere Konversationen unsere Mailadressen benutzen, meine kennen Sie ja