Pensionskasse bei betriebl. Kündigung

von
Königlich Versicherter

Hallo,

nach Kündigung meines Jobs durch meinen bisherigen Arbeitgeber hat mir nun die Pensionskasse folgendes geschrieben:

- Die Versicherung wurde an mich abgetreten, der Vertrag auf mich übertragen.
- Ich habe einen neuen Versicherungsschein bekommen.
- Ich kann die Versicherung beitragspflichtig fortführen, zahle also aus privaten Mitteln.
- Tue ich das nicht, bleibt/wird die Versicherung entweder beitragsfrei oder erlischt.

Nach welchen Kriterien wird das entschieden?
"Beitragsfrei" müßte bedeuten, daß die Zahlungen ausgesetzt werden, später, bei einem neuen Arbeitsverhältnis, aber wieder aufgenommen werden könnten.
"Erlischt": Bedeutet das, daß ich mein eingezahltes Geld ausbezahlt bekomme oder etwa, daß es verfällt?

- Eine Beitragsfreistellung führt zu einer Reduzierung des Versicherungsschutzes.
- Eine spätere Erhöhung der Leistungen ist ggf. nicht mehr möglich.
- Der Vertrag beinhaltet eine unverfallbare Anwartschaft. Nach §2 BetrAVG kann ich mir nach der Job-Kündigung die Versicherung nicht über den jetzigen Rückkaufswert auszahlen lassen.

Offenbar kann ich die Versicherung nur dann zurückkaufen, wenn mein zukünftiger Arbeitgeber die Versicherung übernommen hat?

Offen gesagt, ich verstehe das alles nicht. Die Beiträge privat weiterzuzahlen, fiele mir schwer, da ich zur Zeit arbeitslos bin. Daß ich jetzt - oder vor der Rente? - nicht an mein eingezahltes Geld herankomme, gibt mir sehr zu denken, und die Sache ist mir ungemütlich geworden.

Kann mir das bitte jemand in einigen Sätzen erklären und mir Tipps geben, was ich am besten tun soll?

Danke!

von Experte/in Experten-Antwort

Sie sollten sich ein Termin bei dieser Pensionskasse geben lassen und dort persönlich Ihre Fragen stellen.

von
Königlich Versicherter

Danke für die Einschätzung und Rückmeldung.

von
Sozial- und Finanzministerliche Abzocke

Einmal betriebliche Altersvorsorge = immer betriebliche Altersvorsorge.

Dieser Grundsatz gilt selbst dann, wenn nach dem Ausscheren des Arbeitgebers ALLEIN Sie selbst für die Beitragslast aufzukommen haben.

Sollten Sie gesetzlich krankenversichert sein hat das zur Folge, dass Ihnen bei Auszahlung der Betriebsrente der VOLLE Beitragssatz zur Kranken- und der VOLLE Beitragssatz zur Pflegeversicherung von der monatlichen Betriebsrente abgezogen werden.

Wenn Sie meinen, dass rund 20% Abzug plus X ein gutes Geschäft sind, dann zahlen Sie ordentlich ein. Die künftigen Finanz- und Sozialminister werden es Ihnen danken.

Wenn Sie aber der Meinung sind, dass Sie eigentlich etwas für Ihre Altersvorsorge tun wollen und kein Sponsoring für die gesetzliche KV, PV und den Finanzminister betreiben wollen - ohne deshalb Anspruch auf ein Mehr an Leistung zu haben!!! - dann lassen Sie lieber die Finger weg von dieser Art Vorsorge.

Es ist mir schleierhaft, warum Sie der Experte nicht auf diesen Umstand hingewiesen hat.

Es grüsst Sie

Amadé

von Experte/in Experten-Antwort

"Einmal betriebliche Altersvorsorge = immer betriebliche Altersvorsorge."

Stimmt so nicht. Ich kann sie privat weiterführen und ist dann nicht mehr betrieblich! Ich kann sie beitragsfrei stellen lassen oder man kann sie zum nächsten Arbeitgeber "portabilitieren" usw. Da hier so viele individuelle Probleme auftauchen verbleibe ich bei meiner ersten Aussage. Dass "Königlich Versicherter" ein Gespräch mit der Pensionskasse führen soll.

von
Maria L.

Hallo,

man kann die ehemals betriebliche Altersvorsorge zwar privat weiterführen, bei der späteren Auszahlung bleibt es aber dennoch bei der doppelten Beitragspflicht in der gesetzlichen KV/PV (und zwar auch auf den Anteil, der privat fortgeführt wurde). Amadé hat hier recht, das ist doch auch ein Dauerbrenner-Thema in diesem Forum!

Eine betriebliche AV privat weiterzuführen, ist also Geldverbrennung. Ich weiß allerdings nicht, ob eine zwischenzeitliche private Fortführung evt. eine Bedingung dafür ist, den Vertrag zu einem späteren Arbeitgeber mitnehmen zu können. Die meisten Arbeitgeber werden aber wohl sowieso nicht einen alten Vertrag weiterführen wollen, weil sie ihre eigenen Vertragspartner haben. Die Übertragung der Ansprüche auf einen neuen Vertrag/Anbieter wird mit zusätzlichen Kosten verbunden sein (Stornogebühren?). Eine Beratung durch den alten und später ggf. den neuen Anbieter scheint also sinnvoll zu sein.

Da eine unverfallbare Anwartschaft besteht, kann ich mir nicht erklären, wie die Versicherung erlöschen kann. Mir erscheint die Beitragsfreistellung die einzig sinnvolle Lösung. Verträge mit unfallbarer Anwartschaft sind meines Wissens prinzipiell unkündbar, d.h. vor der Rente kommt man nicht an sein Geld heran.

Ich habe selber auch einen beitragsfrei gestellten BAV-Vertrag und habe aus den Problemen beim Arbeitgeberwechsel geschlossen: nie wieder BAV! Stattdessen private freie Altersvorsorge ohne staatliche Förderung, dafür aber auch ohne Gängelung und unnötige Bürokratie-Kosten.

Gruß,
Maria L.

von
Betroffener

Sie haben nicht nur recht, Sie haben voll recht !!!!!!
So ist es, leider !!!!!!!!!!!!1

von
Amadé

Einmal betrieblich = immer betrieblich gilt hinsichtlich der beitragsrechtlichen Behandlung durch die gesetzliche KV/PV.

Selbst wenn die Beiträge zu 100% vom Versicherten allein aufgebracht werden, bleibt es bei der beschriebenen Abzocke.

Der Status betriebliche Altersversorgung BLEIBT erhalten, egal, wie der Vertrag umgestaltet oder gar übertragen wird.

Sie liegen total daneben, lieber Experte.