Pensionskasse Beitragsfrei gestellt u. trotzdem zahlen ?

von
Dirk

Ich habe mich vor 3 Jahren selbstständig gemacht u. habe daher meine Pensionskasse beitragsfrei stellen lassen.
Mein Versicherungspartner, die Signal Iduna, verlangt trotz der Freistellung einen mtl. Mindestbeitrag i.H. von 15,- zur Aufrechterhaltung der Pensionskasse.
Ist das rechtens ?
Ich habe mir jetzt auch mal den Rückkaufwert geben lassen: Eingezahlt bisher 4.940,- EUR, Rückkaufwert heute 435,- EUR.
Ich komme mir da ziemlich veräppelt vor, denn wenn ich etwas beitragsfrei stellen lasse, bedeutet das nach meinem Verständnis auch keinen Mindestbeitrag bezahlen zu müssen, den ich jetzt seit 3 Jahren i.H. von 15,- EUR entrichten muss.

Gruss Dirk

von
Auch zu Ihrer Frage...

wird sich hier wohl kaum ein Forumsteilnehmer fundiert äußern können. Außer, dass dem gut sein kann....

von
TH

Hallo, wie lange lief den der Vertrag ? Und evtl ist die vertragliche mindestrente zur beitragfreistellung nicht hoch genug , das daher der Vertrag nicht beitragfrei gestellt werden kann ! zumindest nicht lngfristig!

von
Dirk

Der Vertrag läuft seit 2004

von Experte/in Experten-Antwort

Von Seiten der gesetzlichen Rentenversicherung können wir Fragen zu Ihrer privaten Versicherung leider nicht beantworten.

von
hilflos

Was steht denn dazu im Vertrag?
Ich hätte hier aber zumindest schon mal die paar Euro für eine Beratung bei der Verbraucherzentrale investiert...

von
Maria L.

Hallo Dirk,

genaues weiß ich auch nicht, aber mir kommt das auch sehr merkwürdig vor.

Handelte es sich um eine arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge über Entgeltumwandlung? Oder war es eine arbeitgeberfinanzierte Vorsorge?

Bei ersterer müßten meines Wissens die Ansprüche sofort unverfallbar sein, und so einen Vertrag müßten Sie auch beitragsfrei stellen können ohne weitere Einzahlungen. Bei letzterer liegt es wohl im Ermessen des Arbeitgebers, nach wie vielen Jahren überhaupt ein Anspruch entsteht.

Gruß,
Maria L.

von
Dirki

Es handelt sich um die erste Variante, sie wurde auf meinem Namen abgeschlssen, der AG ist mittlerweile Insolvent.

von
Maria L.

Hallo Dirk,

zu einer arbeitnehmerfinanzierten betrieblichen Altersvorsorge über Entgeltumwandlung müßten eigentlich auch die Experten Stellung nehmen können.

Ich habe hier etwas zur Unverfallbarkeit bei einer anderen Pensionskasse gefunden:

"7.2 Unverfallbarkeit
7.2.1 dem Grunde nach
Ein Arbeitnehmer behält eine Anwartschaft auf einen Teil der zugesagten
Versorgung, wenn er das Unternehmen vor Eintritt des Versorgungsfalles
verlässt. Voraussetzung dafür ist, dass er zu diesem Zeitpunkt das 30. Lebensjahr
vollendet und die Versorgungszusage mindestens 5 Jahre bestanden
hat.
Liegen bei Ausscheiden des Arbeitnehmers die Voraussetzungen für die
Unverfallbarkeit nicht vor, verfallen seine Ansprüche auf die Versorgungsleistungen.
Die durch Entgeltumwandlung finanzierte Versorgung ist vom Zeitpunkt der
Zusageerteilung an unverfallbar. D.h. ein Arbeitnehmer behält auf jeden Fall
eine Anwartschaft auf die Versorgungsleistungen, wenn er vor Eintritt des
Versorgungsfalles aus dem Unternehmen ausscheidet.
Zur Sicherstellung dieses Anspruchs stellt der Gesetzgeber bestimmte Anforderungen
an die Gestaltung der durch Entgeltumwandlung finanzierten
Versicherung bei der Pensionskasse:
- Der Arbeitnehmer erhält ab Beginn der Entgeltumwandlung ein unwiderrufliches
Bezugsrecht auf die Versorgungsleistung.
- Die Überschussanteile dürfen nur zur Verbesserung der Leistung verwendet
werden.
- Der Arbeitnehmer behält das Recht zur Fortsetzung der Versicherung
mit eigenen Beiträgen.
- Das Recht zur Verpfändung, Abtretung oder Beleihung durch den Arbeitgeber
ist ausgeschlossen."

http://www.vs24.de/Produkte/Pensionskasse/www_vs24_de_Pensionskasse.pdf

Vielleicht liegt das Problem ja daran, daß der Wert Ihres Vertrags noch unter den vom Anbieter veranschlagten Kosten liegt, und Sie sollen jetzt noch weitere Abschluß- und Vertriebskosten nachschießen? Ob es dafür juristische Regelungen gibt, weiß ich nicht. Fragen Sie doch mal an, wie hoch die voraussichtlich zu erwartende Betriebsrente sein wird.

Ich habe einen beitragsfrei gestellten Vertrag bei einem Pensionsfonds, in den ich über Entgeltumwandlung auch nur weniger als 5 Jahre eingezahlt habe. Dafür muß ich nichts bezahlen, gehe aber davon aus, daß der Anbieter jährlich saftige Verwaltungsgebühren von meinem Kapital einbehält (und später bei Auszahlung kommt die Krankenkasse und fordert doppelte Beiträge). Ich würde so einen Vertrag nie wieder abschließen, auch wenn ich mit einem Pensionsfonds wohl noch die relativ beste Möglichkeit erwischt habe.

Pensionskassen sind meines Wissens von der Rendite her grob vergleichbar mit Kapital-Lebensversicherungen. Bei denen dauert es 15 Jahre und länger, bis man überhaupt aus der Verlustzone heraus ist, da die Kostenbelastung am Anfang so hoch ist.

Gruß,
Maria L.

von
Maria L.

Hallo nochmal,

Ihr miserabler Rückkaufswert liegt bestimmt an einer Zillmerung des Vertrags, eine Erklärung zu diesem Begriff finden Sie z.B. hier:

http://www.info-versicherungsvergleiche.de/glossar/betriebliche-altersvorsorge/pensionskasse/zillmerung.htm

Es gibt anscheinend juristische Auseinandersetzungen darüber, ob die Zillmerung bei BAV-Verträgen zulässig ist oder nicht.

http://www.sh-rente.de/Portals/9/Aktuelles/SH_Info_Zillmerung%20in%20bAV%20unzul%c3%a4ssig_070507.pdf

http://www.wer-weiss-was.de/theme67/article1870621.html

Ach, jetzt erinnere ich mich, daß der User Amadé hier in diesem Forum schon einmal darauf aufmerksam machte, daß man bei gezillmerten Tarifen in der BAV Ansprüche gegen den Arbeitgeber geltend machen kann (wegen Falschberatung) - seinen Beitrag finde ich auf die Schnelle nicht, aber dafür das hier:

http://www.capital.de/finanzen/vorsorge/100004071.html?nv=smart

Wenn Ihr Ex-Arbeitgeber in Insolvenz ist, haben Sie aber vermutlich schlechte Karten.

Merke: Staatlich geförderte Altersvorsorge ist häufig für den Arbeitnehmer ein schlechtes Geschäft. Die Förderbedingungen zielen auf formale Kriterien ab, aber nicht darauf, ob für den Arbeitnehmer eine gute Rendite erzielt wird. Das gilt insbesondere dann, wenn ein solcher Vertrag z.B. wegen Arbeitgeberwechsels nicht langfristig durchgehalten wird/werden kann.

Gruß,
Maria L.

von
Amadé

In Sachen Zillmerung - unzulässige Berechnung von Verwaltungskosten - beachten Sie bitte folgendes Urteil:

http://www.gomopa.net/Finanzforum/Urteile-und-Recht/Zillmerung-in-bAV-unzulaessig.html

von
Dirk

Genau das nit der Zillmerung wird bei mir zutreffen.
Allerdings ist der Versicherungsmakler an die damaligen Mitarbeiter direkt rangetreten u. wir haben unserem Arbeitgeber darum gebeten die Pensionskasse abschliessen zu können.
Wir wurden von dem Vericherungsberater auch nicht auf die Zillmerung hingewiesen.