Pensionskasse Höchstbetrag

von
Thorben L.

Ich bin seit 22 Jahren beim grössten deutschen Chemiekonzern beschäftigt und habe jetzt die Info erhalten, dass die Pensionskasse nur maximal 400 Euro Betriebsrente auszahlt, somit eine Deckelung stattfindet. Diese Grenze habe ich nun aufgrund meiner Einkünfte schon erreicht. Warum gibt es diese Grenze bei Betriebsrenten? Was soll ich jetzt machen?

von
Herr Benscheidt

Das ist eine Frage, die wohl am besten ihr Arbeitgeber beantworten kann.

Die finanziellen Mittel sind wohl knapp, vielleicht sogar beim größten deutschen Chemiekonzern.

Im übrigen denken Sie daran, falls sie nicht privat versichert sind, zahlen sie in der Rente auf ihre Betriebsrente volle Sozialversicherungsbeiträge, aktuell ca. 18 %.

Darüber hinaus müssen sie dann wahrscheinlich ihre Betriebsrente auch voll versteuern, nicht nur mit dem Ertragsanteil.

Da können sie davon ausgehen, daß
ca. 40 % ihrer Betriebsrente weg ist.

Wegen dieser hohen Abzüge würde ich als Arbeitgeber auch keine Betriebsrente mehr zahlen, da man damit im Grunde nur den Staat mit Steuern und die Sozialkassen mit Krankenkassenbeiträgen und Pflegeversicherungsbeiträgen "füttert". Die Betriebsrente landet dann nämlich im Endeffekt großenteils nicht beim Arbeitnehmer, sondern über diese Abzüge beim Staat bzw. den Krankenkassen. Als ob man als Arbeitgeber nicht schon genug Abgabenlast hat.

von
Frankyboy

die Frage könnte Ihnen vielleicht Ihr Betriebsrat beantworten. Hier ist das Forum der Deutschen Rentenversicherung. Im übrigen wären die allermeisten Rentner froh, wenn sie 400 € Beriebsrente bekommen würden.

von
Thorben L.

Zitiert von: Herr Benscheidt

Das ist eine Frage, die wohl am besten ihr Arbeitgeber beantworten kann.

Die finanziellen Mittel sind wohl knapp, vielleicht sogar beim größten deutschen Chemiekonzern.

Im übrigen denken Sie daran, falls sie nicht privat versichert sind, zahlen sie in der Rente auf ihre Betriebsrente volle Sozialversicherungsbeiträge, aktuell ca. 18 %.

Darüber hinaus müssen sie dann wahrscheinlich ihre Betriebsrente auch voll versteuern, nicht nur mit dem Ertragsanteil.

Da können sie davon ausgehen, daß
ca. 40 % ihrer Betriebsrente weg ist.

Wegen dieser hohen Abzüge würde ich als Arbeitgeber auch keine Betriebsrente mehr zahlen, da man damit im Grunde nur den Staat mit Steuern und die Sozialkassen mit Krankenkassenbeiträgen und Pflegeversicherungsbeiträgen "füttert". Die Betriebsrente landet dann nämlich im Endeffekt großenteils nicht beim Arbeitnehmer, sondern über diese Abzüge beim Staat bzw. den Krankenkassen. Als ob man als Arbeitgeber nicht schon genug Abgabenlast hat.

Vielen Dank für die ausführliche und freundliche Antwort.
Ich bin ehrlich gesagt geschockt, dass von dieser Betriebsrente von 400 Euro Brutto nach Sozialversicherung und Steuer nur max. 250 Euro im Portemonaie landen. Ausserdem muss ich noch 20 Jahre arbeiten. Dann ist das doch nur noch die Hälfte wert. Fast eine Nullnummer!

von
Selma P.

Wegen dieser angeblich hohen Abzüge bei den Betriebsrenten möchte ich auf einen Fall aufmerksam machen, der am 29.10.2013 im ZDF bei Frontal 21 dargestellt wurde:

Enttäuschte Erwartungen

Verluste bei Betriebsrenten

Die Rentnerin Lydia Siegfried ist wütend: 47 Jahre war sie berufstätig, hat neben der staatlichen Rentenkasse auch noch in eine Betriebsrente eingezahlt. Doch von der bleibt ihr nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben jetzt in Rente gerade mal die Hälfte übrig. So wie sie haben Millionen Beschäftigte seit Jahrtausendbeginn Betriebsrenten über eine sogenannte Entgeltumwandlung abgeschlossen. Die Politik hat von ihnen jahrelang gefordert, für das Alter selbst mehr vorzusorgen. Nun ist die Enttäuschung groß, weil sie deutlich weniger Geld zur Verfügung haben als eingeplant.

Wer ausführlichere Informationen braucht, kann googeln: "Frontal 21 betriebliche Altersvorsorge"

Diese hohen Abzüge sind demnach keine Panikmache bzw. aus der Luft gegriffen.

von
Frau Conrad

Zitiert von: Thorben L.

Ich bin seit 22 Jahren beim grössten deutschen Chemiekonzern beschäftigt und habe jetzt die Info erhalten, dass die Pensionskasse nur maximal 400 Euro Betriebsrente auszahlt, somit eine Deckelung stattfindet. Diese Grenze habe ich nun aufgrund meiner Einkünfte schon erreicht. Warum gibt es diese Grenze bei Betriebsrenten? Was soll ich jetzt machen?

Die Belastung der betrieblichen Altersvorsorge mit Abgaben (Steuern, Sozialversicherungsbeiträge) ist fast schon vergleichbar mit der beim Kraftstoff bzw. Benzin (z.B. Mineralölsteuer) und damit extrem. Da sollte man nach anderen Vorsorgeformen zum Beispiel private Vorsorge Ausschau halten.

Im übrigen bringt die betriebliche Altersvorsorge beträchtliche Haftungsrisiken für den Arbeitgeber mit sich (z.B. Ausfallrisiko, Erhöhungsverpflichtung). Darüber ist schon viel geschrieben worden.

von
Konrad Schießl

Zitiert von: Frau Conrad

Zitiert von: Thorben L.

Ich bin seit 22 Jahren beim grössten deutschen Chemiekonzern beschäftigt und habe jetzt die Info erhalten, dass die Pensionskasse nur maximal 400 Euro Betriebsrente auszahlt, somit eine Deckelung stattfindet. Diese Grenze habe ich nun aufgrund meiner Einkünfte schon erreicht. Warum gibt es diese Grenze bei Betriebsrenten? Was soll ich jetzt machen?

Die Belastung der betrieblichen Altersvorsorge mit Abgaben (Steuern, Sozialversicherungsbeiträge) ist fast schon vergleichbar mit der beim Kraftstoff bzw. Benzin (z.B. Mineralölsteuer) und damit extrem. Da sollte man nach anderen Vorsorgeformen zum Beispiel private Vorsorge Ausschau halten.

Im übrigen bringt die betriebliche Altersvorsorge beträchtliche Haftungsrisiken für den Arbeitgeber mit sich (z.B. Ausfallrisiko, Erhöhungsverpflichtung). Darüber ist schon viel geschrieben worden.

Wahrheit, muss Wahrheit bleiben.
Schon richtig. für Krankenversicherung muss
der AN auch den Anteil der Versicherung mit
berappen. Somit exakt 15,5% und 2,05%
( ohne Kinder PfV. 2,30%) 17,55 % für Betriebsrente aufbringen.

Steuermässig jedoch begünstigt, statt nach-
gelagert und sogar günstiger als bis 2004.

Mit 65 Jahren 27%, jetzt 18%, Mit 64 Jahren 28% jetzt monatlich.
Natürlich immer nur für alle Renten bis
höchstens 4050,-- Brutto monatlich.
Im Jahr 2013 galten noch 3937,50 als
Höchstgrenze.
Hier wäre eine Änderung wie bei den Geburten vor 1992, nicht mehr als ge-
recht.
Übrigends, die höchste gesetzliche Rente
beträgt zum Ende 2013 monatlich 2554,94
Brutto.

Experten-Antwort

Hallo Thorben, ich kann leider auch nichts positives dazu sagen. Sie sollten sich bei Ihrem Arbeitgeber (Betriebsrat usw.) erkundigen, welche Möglichkeiten Sie evtl. noch haben. Zum damaligen Zeitpunkt waren Ihnen doch bestimmt - hoffentlich - alle Konditionen bekannt. Es kann doch nicht plötzlich (nach 22 Jahren) eine Deckelung stattfinden.

von
Hans Richter

Zitiert von: Thorben L.

Hallo Thorben, ich kann leider auch nichts positives dazu sagen. Sie sollten sich bei Ihrem Arbeitgeber (Betriebsrat usw.) erkundigen, welche Möglichkeiten Sie evtl. noch haben. Zum damaligen Zeitpunkt waren Ihnen doch bestimmt - hoffentlich - alle Konditionen bekannt. Es kann doch nicht plötzlich (nach 22 Jahren) eine Deckelung stattfinden.

Hängt davon ab, was man ursprünglich mit dem Arbeitgeber vereinbart hat und der Arbeitgeber an diese Vereinbarung gebunden ist bzw. ob diese Vereinbarung freibleibend erfolgte.

Andererseits hat ein solcher großer Arbeitgeber immer die Möglichkeit seine ggf. veränderten Vorstellungen durchzudrücken.

Das ist vergleichbar mit der gesetzlichen Altersrente, solange man nicht in Altersrente selbst ist, kann der Gesetzgeber grundsätzlich immer die Bedingungen der Altersrente verändern, sogar insoweit rückwirkend.