Persönliches Budget

von
Sloggi

Hallo.Kann mir vielleicht einer der Experten auskunft über das persönliche Budget geben?
L.G.
Sloggi

Experten-Antwort

Die Leistungsform des Persönlichen Budgets wurde mit dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) zum 1. Juli 2001 eingeführt. Dadurch können Leistungsempfänger/-innen von den Rehabilitationsträgern anstelle von Dienst- oder Sachleistungen zur Teilhabe ein Budget wählen. Hieraus bezahlen sie die Aufwendungen, die zur Deckung ihres persönlichen Hilfebedarfs erforderlich sind. Damit werden behinderte Menschen zu Budgetnehmern/Budgetnehmerinnen, die den "Einkauf" der Leistungen eigenverantwortlich, selbständig und selbstbestimmt regeln können; sie werden Käufer, Kunden oder Arbeitgeber. Als Experten in eigener Sache entscheiden sie so selbst, welche Hilfen für sie am besten sind und welcher Dienst und welche Person zu dem von ihnen gewünschten Zeitpunkt eine Leistung erbringen soll.
Diese Wahlfreiheit fördert die Selbstbestimmung behinderter Menschen.
Das Persönliche Budget löst das bisherige Dreieck zwischen Leistungsträger, Leistungsempfänger/-innen und Leistungserbringer auf; Sachleistungen werden durch Geldleistungen oder Gutscheine ersetzt.
Besondere Bedeutung für die Fortentwicklung der Leistungen zur Teilhabe haben trägerübergreifende Persönliche Budgets als Komplexleistungen; Hiervon spricht man, wenn mehrere Leistungsträger unterschiedliche Teilhabe- und Rehabilitationsleistungen in einem Budget erbringen. Seit dem 1. Juli 2004 ist geregelt, dass heute neben allen Leistungen zur Teilhabe auch andere Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen, Leistungen der sozialen Pflegeversicherung, Leistungen der Unfallversicherung bei Pflegebedürftigkeit sowie Pflegeleistungen der Sozialhilfe in trägerübergreifende Persönliche Budgets einbezogen werden können.
Für ein Persönliches Budget müssen Menschen mit Behinderungen einen entsprechenden Antrag beim Leistungsträger stellen. Ab 1. Januar 2008 besteht auf Leistungen in Form des Persönlichen Budgets ein Rechtsanspruch. Das bedeutet, dass dem Wunsch- und Wahlrecht der potentiellen Budgetnehmer/-innen in vollem Umfang entsprochen wird und bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen grundsätzlich alle Anträge auf Bewilligung von Persönlichen Budgets zu genehmigen sind.

von
Sloggi

Hallo Experte. Vielen dank für die umfassende Antwort.Wie erfahre ich das ich anspruch auf das persönliche Budget habe? Bin voll Erwerbsunfähig keine Geldleistungen da mir Pflichtbeiträge fehlen.Kein Arbeitslosengekd da nicht mehr vermittelbar.An welche stelle kann ich mich wenden um nähere Auskünfte zu erhalten?
L.G.
Sloggi

Experten-Antwort

Hallo Sloggi,

beim "Persönlichen Budget'" handelt es sich nicht um eine neue Leistung, sondern um eine neue Form der Leistungserbringung. Die zustehende (Sozial)Leistung wird hierbei nicht mehr als Sachleistung, sondern vielmehr als Geldleistung erbracht.

Grundvoraussetzung ist daher, dass ein Leistungsanspruch besteht.

Steht dies fest, ist zu prüfen, wie die begehrten Leistungen in Form eines Persönlichen Budgets gestaltet werden können.

Neben den allgemeinen Auskunftsstellen der Sozialleistungsträger bieten die Gemeinsamen Servicestellen der Rehabilitationsträger Beratung und Unterstützung bei der Inanspruchnahme eines Persönlichen Budgets an.

Unter der Internetseite
http://www.reha-servicestellen.de/internet/vdr/rhss.nsf/RHSSSearch?OpenForm
ist die für Sie zuständige Gemeinsamen Servicestellen der Rehabilitationsträger zu finden.

von
Sloggi

Hallo.Hab gerade mal bei der KK angerufen aber die haben darüber noch nie was gehört.
L.G.
Sloggi