Pflege einer dementen Person

von
Babette

Hallo!

ich hoffe ich bin hier richtig!? Ich habe 6 Jahre lang eine demente Person gepflegt, habe dafür kein Geld oder sonst was bekommen (Familienangehörige) aber ich habe auch keine Rentenzeiten bekommen, weil sie komischerweise, immer wenn der Gutachter da war um zu prüfen ob sie Pflegestufe bekommt, immer voll da war! Erst 3 Monate vor ihrem Tod konnte sie gar nicht mehr laufen und bekam Pflegestufe I, ein Witz meiner Meinung nach.

Kann ich irgendwie diese 6 Jahre angerechnet bekommen?

PS: ich wurde von dieser Person auch noch enterbt!

Danke schon mal im Voraus für die Antworten!

von Experte Experten-Antwort

Hallo Babette,

Versicherungspflicht wegen der Pflege besteht in der Rentenversicherung - neben dem Vorliegen weiterer Voraussetzungen - nur dann, wenn die zu pflegende Person mindestens in Pflegestufe I eingestuft wurde und Leistungen der Pflegeversicherung erhalten hat.

Da dies nach Ihren Angaben nur die letzten drei Monate der Fall war, kann die restliche Zeit nicht anerkannt werden.

Anders würde sich der Sachverhalt nur darstellen, wenn der MDK bzw. die Pflegekasse die Einstufung bzw. Beurteilung nachträglich rückwirkend ändern würden.

von
???

Zitiert von: Babette

Kann ich irgendwie diese 6 Jahre angerechnet bekommen?

Lesen Sie dazu hier:
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/1_Lebenslagen/04_Mitten_im_Leben/01_Rente_und_vorsorge/04_angehoerige_pflegen/angehoerige_pflegen_node.html
Wenden Sie sich an die zuständige Pflegekasse.

von
Babette

OK, ich hab den Hausdrachen mehr als 6 Stunden täglich gepflegt und der MDK hat das nicht anerkannt, also gehe ich leer aus.

Danke für die Antworten! Ich hab mir sowas schon gedacht, hatte nur gehofft, das es eine andere Lösung gegeben hätte.

von
???

Zitiert von: Babette

OK, ich hab den Hausdrachen mehr als 6 Stunden täglich gepflegt und der MDK hat das nicht anerkannt, also gehe ich leer aus.

Die Begutachtung kann nur berücksichtigen, was objektiv untersuchbar und feststellbar ist. Sie schreiben selbst: "... weil sie ... , ... wenn der Gutachter da war um zu prüfen ob sie Pflegestufe bekommt, immer voll da war!" Was soll der Gutachter danach denn bitte schreiben? "Ich konnte nichts feststellen, sie soll aber trotzdem die Pflegestufe erhalten"?

von
Babette

Ja, es war nur echt sehr schwer und ich hab extra meinen Beruf aufgegeben. Der MDK hätte auch auf meinen Minutengenauen Arbeitszettel schauen können, dann hätte er gesehen, wie groß der Pflegebedarf ist. Doch er hat gesagt, sie kann ja alles noch selbst. Ich sagte, ja das kann sie wohl, aber sie vergisst es, ich muss daneben stehen und aufpassen dass sie es auch tut, doch das ist wohl das Problem, bei dementen Personen.

Sie hat z.B. den Wochenvorrat aus dem Kühlschrank auf einmal aufgegessen und dann die Hose voll gemacht. Das war ihr peinlich, also hat sie versucht die Hose zwischen den sauberen Sachen zu verstecken und hat dabei die gesamte Wohnung verschmiert, bis sie sich im Bett versteckt hat. Nachdem sie das 2x gemacht hat, habe ich mich entschieden, die Küche abzuschließen und ihr 5x am Tag etwas zu Essen zu geben. Doch auch das hat der MDK nicht als Pflege angesehen!

Ich will mich aber nicht beschweren, ich hab es freiwillig gemacht... und ich weiß jetzt Bescheid, das es dafür nachträglich keine Rentenbeiträge gibt. Danke für eure Antworten!

von
Falk

Babette
"Undank ist der Weltenlohn" sagt man, passt auch zu Ihrem Schicksal.
Aber , Sie wissen was sie getan haben, auch wenn Sie jetzt leer ausgehen, Sie können sich "von" schreiben und stolz auf sich sein.
Ich wünsche Ihnen , dass sich Ihr Einsatz irgendwie anders auszahlt, dass Sie nicht wirklich "umsonst" so menschlich gehandelt haben.

von
ich

Nur leider kann man von Stolz nicht leben!

von
Falk

Zitiert von: ich

Nur leider kann man von Stolz nicht leben!
nützt dem Reichen sein Geld, wenn er im Innern arm und unzufrieden ist?
Es geht um den eigenen Seelenfrieden, den man wenigstens noch haben kann .....

von
Babette

Eigentlich hat sich das schon ausgezahlt, ich hab eine wirklich liebe Tochter, die mich in allem was ich vorhabe unterstützt.

Es war also nicht ganz umsonst! Danke Falk!