Pflege u Rente?

von
Bärbel J.

Vielleicht bin ich hier im Forum falsch, ich versuche es trotzdem. Also, ich betreue meine Schwiegermutter, Pflegestufe 1 , Arbeit wird ja mit dem Alter immer mehr. Ich arbeite 24 Std. Woche, also weniger als 30 Std. Mein Anruf bei Krankenkasse, u Pflegekasse, bei Pflegestufe 1 gibt es noch keine Beiträge für die Rente. Ich möchte mich mit dieser Antwort nicht zufrieden geben, ich lese doch für Pflegestufe 1 gibt es 6.94 Euro im Jahr. Bitte um Auskunft warum das abgelehnt wird.

von
senf-dazu

Infos zum Thema finden Sie unter
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/1_Lebenslagen/04_Mitten_im_Leben/01_Rente_und_vorsorge/04_angehoerige_pflegen/angehoerige_pflegen_node.html

Die Voraussetzungen für die Anrechnung als Pflegezeit für die Rente sind dort auch aufgelistet.
Ebenfalls finden Sie dort Broschüren zum Thema zum Download.
Vielleicht sind die ja auch für die Sachbearbeiter bei Kranken- und Pflegekasse interessant? Oder haben diese näher begründet, warum Ihnen das nicht zusteht?

von
Bärbel J.

Pflegestufe 1 , mindestens 14 Std Pflege pro Woche. Auf diese Stunden komme ich immer.

Experten-Antwort

Hallo Bärbel J.,

warum die Pflegekasse Ihrer Schwiegermutter die Beitragszahlung tatsächlich abgelehnt hat, kann ich von hier aus leider nicht beurteilen. Dies sollten Sie ggf. nochmals schriftlich (auch um u. U. gegen die Entscheidung der Pflegekasse Widerspruch einlegen zu können) bei Ihrer Pflegekasse erfragen. Zu den Voraussetzungen für den Eintritt einer Versicherungspflicht als nicht erwerbsmäßige tätige Pflegeperson kann ich allgemein jedoch folgendes sagen:

Als Pflegeperson sind Sie in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, wenn Sie einen Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig wenigstens 14 Stunden wöchentlich in seiner häuslichen Umgebung pflegen. Sollten Sie mehrere Pflegebedürftige pflegen, ist vom 1. Januar 2013 an die Versicherungspflicht ebenfalls möglich, wenn der Pflegeaufwand pro Pflegebedürftigen zwar unter 14 Stunden in der Woche liegt, Ihr Gesamtpflegeaufwand aber mindestens die 14-Stunden-Grenze erreicht. Man spricht dann von der sogenannten Additionspflege. Für vor dem 1. Januar 2013 aufgenommene Pflegetätigkeiten, die über den 31. Dezember 2012 hinaus andauern, beginnt die Versicherungspflicht aufgrund von Additionspflege frühestens am 1. Januar 2013.

Weitere Voraussetzungen für die Versicherungspflicht sind:

- Sie haben Ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland, einem anderen Staat des Europäischen Wirtschaftsraumes oder in der Schweiz.
- Sie üben die Pflegetätigkeit pro Pflegebedürftigen voraussichtlich mehr als zwei Monate oder 60 Tage im Jahr aus.
- Sie sind neben der Pflege regelmäßig nicht mehr als 30 Stunden pro Woche erwerbstätig oder über- schreiten die 30-Stunden-Grenze nur kurzfristig.
- Der jeweilige Pflegebedürftige hat einen Anspruch auf Leistungen aus der deutschen sozialen oder privaten Pflegeversicherung.

Nicht alle Pflegenden werden als sogenannte nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert. Sie sind als Pflegende beispielsweise nicht versichert, wenn Sie

- das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,
- im Rahmen des Freiwilligen sozialen Jahres oder eines Bundesfreiwilligendienstes pflegen,
- als Pflegekraft die eigentliche Pflegeperson zum Beispiel wegen Urlaub oder Krankheit vertreten,
- die Pflege voraussichtlich nicht mehr als zwei Monate oder 60 Tage im Jahr ausüben,
- mit der Pflegekasse einen Vertrag zur Sicherstellung der häuslichen Pflege abgeschlossen haben,
- diese Pflegetätigkeit als selbständige oder abhängig beschäftigte Pflegekraft berufsmäßig ausüben,
- als Ordensangehörige Ihre Pflegetätigkeit aufgrund Ihrer Ordenszugehörigkeit ausüben,
- nebenher eine Beschäftigung/selbständige Tätigkeit mit mehr als 30 Wochenarbeitsstunden ausüben.

Detailliertere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie zum Beispiel auch in der Broschüre „Rente für Pflegepersonen - Ihr Einsatz lohnt sich“, welche Sie unter

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/rente_fuer_pflegepersonen.pdf?__blob=publicationFile&v=15

herunterladen können.

von
Matze72

Sie sind hier genau richtig.
§ 3 Satz 1 Nr. 1a + Satz 2 und 3 SGB VI
Wenn Sie
- jemanden Pflegebedürftigen pflegen
- dieses nicht erwerbsmäßig tun (d.h. nicht mehr Geld für die Pflege erhalten, als der zu pflegenden Person durch die Pflegestufe an Pflegegeld zur Verfügung steht)
- dieses mindestens 14 Stunden wöchentlich tun (der erforderliche Zeitaufwand wird durch den MDK der Pflegekasse des zu Pflegenden ermittelt)
- der Pflegebedürftige Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung hat
- und Ihre eigene regelmäßige Beschäftigungszeit nicht größer als 30 Stunden/Woche beträgt (haben Sie ja bereits in Ihren eigenen Beitrag bejaht),

...dann sind Sie deshalb Versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Der Antrag hierauf ist bei der Pflegekasse (=Krankenkasse) der zu pflegenden Person - also NICHT Ihrer eigenen Krankenkasse - zu stellen.
Diese tragen auch die Beiträge zur Rentenversicherung allein.

von
Versichertenberater

Zitiert von: Bärbel J.

Pflegestufe 1 , mindestens 14 Std Pflege pro Woche. Auf diese Stunden komme ich immer.

Das sagen Sie, und was sagt das Gutachten vom MDK? Wenn der keine 14 Stunden bescheinigt, gibt es auch keine 14 Stunden!!!

von
Bärbel J.

Ich verstehe das so, wenn jemand die Pflegestufe 1 bekommt werden damit auch die 14 Std. anerkannt. Oder verstehe ich da etwas falsch.

von
Hayo K.

Diese Ungerechtigkeiten wird es immer geben, wer macht diese Gesetze. Diese Frau versucht ca. 7 Euro Rente pro Jahr zu bekommen. Andere tun die Alten ins Pflegeheim, machen sich ein schönes Leben. Oft zahlt das Sozialamt also der Steuerzahler 1000 Euro und mehr drauf. Ob das billiger mit den Jahren wird als ein paar Euro Rentenanspruch, armes Deutschland.

von
Feli

an Bärbel J: Nein, Pflegestufe 1 heißt nicht automatisch 14 Stunden, die werden separat von der Pflegekasse ermittelt.

von
Kim

Also ist es so, Menschen die Jahre die Alten pflegen kommen dann auch in die Altersarmut. Wenn man die Alten ins Heim bringt bezahlt das dann der Steuerzahler, viele kommen nicht auf 2550 Euro Netto im Monat, brauchen nichts zu bezahlen.