Pflegegrad - Erwerbsminderungsrente

von
Koopa

Zitiert von: xm
Zitiert von: Koopa
Zitiert von: Hä
Zitiert von: Silke
Hallo,

habe ich das richtig verstanden, dass jetzt hohe Pflegegrade quasi am Telefon verschenkt werden, ohne dass der Antragsteller jemals gesehen und gründlich untersucht wurde?

Am Telefon kann man ja viel erzählen .....

. . . und in einem Forum jede Menge Unsinn behaupten!

Zur Zeit geht alles leichter durch, Pflegegrad, Alg 2. Wenn wieder halbwegs Normalität einzieht, werden die Behörden sicher nachhaken!

Auch die Erwerbsminderungsrente?
Auch telefonisch?

Versuch macht klug, die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit. Probieren Sie es aus, dann wissen Sie es ganz genau!

von
Schlawickel

Zitiert von: Bernie

Warum wurde EMR abgelehnt, dies bei der DRV nachfragen! Weil sie jetzt keinen Pflegegrad 3 mehr haben?

Wurden Sie durch die DRV-Gutachter vollumfänglich untersucht, was sie noch alles können? Und konnten sehr viel?

Ich würde mir schnell wieder bei der Pflegekasse den Pflegegrad 3 besorgen. Geht jetzt wegen Corona sehr unkompliziert. Durch den MDK erfolgen jetzt keine Hausbesuche mehr, sondern ein Telefongespräch mit dem Gutachter. Clever antworten, besonders betonen was sie alles nicht mehr können, dass sie jetzt sehr viel mehr Hilfe benötigen etc., dann vielleicht Pflegegrad 4 mit höheren Leistungen. Letztendlich dann wieder EMR.

Die Ablehnung wurde durch die DRV nicht begründet, nur dass man (die DRV) der Meinung sei, ich wäre mindestens 6 Stunden arbeitsfähig.

Der Pflegegrad 3 besteht immer noch und bei der Begutachtung wurde ich auch umfassend untersucht. Meine Einschränkungen sind schon erheblich (u.a. Lähmungserscheinungen in Beinen und Händen nach mehrstündiger Belastung, hierfür reichen auch schon meine Bürotätigkeiten aus...). Bisher konnte der Arbeitsalltag nur unter extrem großen Anstrengungen und durch den unermüdlichen Einsatz meiner Frau, die die häusliche Pflege für mich übernommen hat, dargestellt werden. Aber sie ist nun auch kräftemäßig am Ende und der Plfegedienst leistet nicht das, was sie leistet.

Ich möchte nur ein Beispiel meiner Anstrengungen nennen: Toilettengänge kann ich aufgrund meiner Lähmungserscheinungen in den Händen nicht mehr selbständig erledigen (af Details verzichte ich, aber das Öffnen und Schließen der Hose ist das geringste Problem). Meine Frau hat mich daher jeden Mittag von der Arbeit abgeholt und nach der Pause wieder zurück gefahren, damit ich dies zu Hause erledigen kann. Um es übehaupt über den Vormittag zu schaffen, esse und trinke ich am Arbeitsplatz nichts. Der Toilettengang ist ja wohl kaum Arbeitskollgen zuzumuten...

Das ich weiterhin voll arbeiten gehen soll empfinde ich als demütigend und diskreminierend. Ich kann mich ja schlecht mit einer Windel ins Büro setzen und warten, bis der Pflegedienst die Mittags wechselt...

Aber das wird von der DRV von mir verlangt. Ich übertreibe hier nicht, die vorgenannten Punkte sind bei der Begutachtung durch die DRV aufgenommen worden und stehen auch im Pflegegutachten.

Bei der Begutachtung durch die DRV hatte ich noch Pflegegrad 2, die anschließende Überprüfung des Pflegegrades durch den Medizinischen Dienst ergab Pfegegrad 3. Diese Unterlagen wurden vollständig bei Beantragung der Rente eingereicht, ich habe aber den Eindruck, dass diese überhaupt nicht gelesen wurden.

Widerspruch ist eingelegt aber ich gehe davon aus, dass auch hierauf die Ablehnung kommt. Bleibt dannn nur noch der Gang vors Sozialgericht.

Nicht nachvollziehen kann ich hier im Forum, dass Antragssteller die Rente sogar ohne Begutachtung bewilligt bekommen. Aber das scheint auch alles vom Sachbearbeiter abhängig zu sein.

Auch der Mythos, dass bei Ermittlung der Hinzuverdienstgrenze die Rente bewilligt wird, kann hier von mir nicht bestätigt werden.

Die Angaben zum Hinzuverdienst wurden von meinem Arbeitgeber abgefragt, die Kontenklärung erfolgte (Feststellungsbescheid liegt vor) und selbst von der Krankenkasse wurde ich bezüglich der Krankenversicherung für Rentner aufgefordert, den Zuschuss zur KV rechtzeitig zu beantragen.

Und dann kam, wie schon geschildert, die Ablehnung.

von
Schlawickel

Zitiert von: Dirk
Zitiert von: Silke
Hallo,

habe ich das richtig verstanden, dass jetzt hohe Pflegegrade quasi am Telefon verschenkt werden, ohne dass der Antragsteller jemals gesehen und gründlich untersucht wurde?

Am Telefon kann man ja viel erzählen .....

Auch wenn mir der Ausdruck verschenkt nicht gefällt, ist es schon so, dass die Begutachtung durch den MDK zur Zeit telefonisch erfolgt.

Mal noch eine Anmerkung zu dem Quatsch, der hier zu den Pflegegraden verzapft wird.

Richtig ist, dass derzeit die Begutachtung im Rahmen der Überprüfung des Pflegegrades telefonisch erfolgt. Allerdings müssen Verschlechterungen nicht nur im Interview glaubhaft dargelegt werden, sondern auch durch entsprechende Unterlagen belegt werden.

Hierzu zählen neben den regelmäßigen Berichten des Pflegedienstes (dieser muss ab Pflegegrad 2 alle 6 Monate einen Beratungstermin dokumentieren) auch entsprechende Berichte der behandelnden Ärzte und Therapeuten. Aus diesen Unterlagen müssen die geschilderten Verschlechterungen auch hervor gehen.

Einfach so per Telefon geht also nichts...hört auf mit diesen Binsenwahreiten.

von
Peter T.

Ich würde sogar für mich sagen, es ist besser mit einer persönlichen Begutachtung.
In den Arztbriefen sind oftmals nicht ausführlich die Einschränkungen beschrieben, welche der Patient ha. Gerade eben auch, weil der Patient ja zum Arzt geht und dort geht es selten um z.B. den Toilettengang, der man allein nicht mehr absolvieren kann.
Und beim Pflegegerad geht es gerade auch um Dinge, welche im eigenen Zuhause nicht mehr gehen. Daher stützen sich die Gutachter umso mehr auf die Unterlagen, welche ihnen vorliegen. Bei der Begutachtung wollte das zum Beispiel kaum jemand sehen, ich musste es schon aufdrängeln, da bei mir eine Menge drin stand.
Aber der GdB war wichtig und interessant und gerade Merkzeichen. Denn wenn man kein G, B oder Ag hat, wie will man glaubhaft rüber bringen, nicht mehr zur Toilette zu kommen.
Natürlich muss man keinen Antrag auf (Schwer)Behinderung stellen, aber zumeist kommt doch Rente oder der GdB, bevor man einen Pflegegrad beantragt, außer bei akuter Krankheit oder einem Unfall.
Ich jedenfall fand es persönlich besser, dass ich auch untersucht worden bin und man sich ein persönliches Bild machen konnte.
Und wer denkt, es gibt einen Pflegegrad geschenkt, bitte, probieren geht über studieren, immer ran an den Antrag, viel Erfolg.

von
Schlawickel

Zitiert von: Peter T.
Ich würde sogar für mich sagen, es ist besser mit einer persönlichen Begutachtung.
In den Arztbriefen sind oftmals nicht ausführlich die Einschränkungen beschrieben, welche der Patient ha. Gerade eben auch, weil der Patient ja zum Arzt geht und dort geht es selten um z.B. den Toilettengang, der man allein nicht mehr absolvieren kann.
Und beim Pflegegerad geht es gerade auch um Dinge, welche im eigenen Zuhause nicht mehr gehen. Daher stützen sich die Gutachter umso mehr auf die Unterlagen, welche ihnen vorliegen. Bei der Begutachtung wollte das zum Beispiel kaum jemand sehen, ich musste es schon aufdrängeln, da bei mir eine Menge drin stand.
Aber der GdB war wichtig und interessant und gerade Merkzeichen. Denn wenn man kein G, B oder Ag hat, wie will man glaubhaft rüber bringen, nicht mehr zur Toilette zu kommen.
Natürlich muss man keinen Antrag auf (Schwer)Behinderung stellen, aber zumeist kommt doch Rente oder der GdB, bevor man einen Pflegegrad beantragt, außer bei akuter Krankheit oder einem Unfall.
Ich jedenfall fand es persönlich besser, dass ich auch untersucht worden bin und man sich ein persönliches Bild machen konnte.
Und wer denkt, es gibt einen Pflegegrad geschenkt, bitte, probieren geht über studieren, immer ran an den Antrag, viel Erfolg.

GdB 60 mit Kennzeichen G und Rollator dauerhaft verordnet, Gutachten der DRV sieht Arbeitsplatz mit dauerhaften Rollstuhl vor!

Und der Toilettengang als eine!! Einschränkung von vielen sollte doch interessieren, denn wie sollte da unter Beachtung der Menschenwürde ein dauerhaftes Arbeiten möglich sein?

Aber dieser Beitrag geht ja nun nicht um Pflege an sich. Letztlich müssten die Unterlagen einfach mal gelesen werden, denn es steht ja alles drin. Eine Klärung soll und wird das hier nicht bringen, denn letztendlich ist die DRV in meinem Fall jetzt am Zug und ich werde sehen, wie es weiter geht. Vielleicht ist man ja im Widerspruchsverfahren schon in der Lage, die Unterlagen zu lesen.

Sinn und Zweck meiner Ausführungen war nur darauf hinzuweisen, dass ein Pflegegrad von 3 den Antrag auf EMR nicht zum Selbstläufer macht, wie viele anscheinend vermuten. Und ein Pflegegrad ist auch kein Geschenk. Ich empfinde es sowieso als absulot erbärmlich, wenn sich Menschen freudig damit brüsten, oh ja ich habe einen Pflegegrad bekommen - toll. Ich hätte gerne weder Pflegegrad odder GdB, wäre kerngesund und könnte 12 Stunden am Tag arbeiten.

Aber oftmals muss ich mich noch für meine "Errungenschaften" (Pflegegrad und GdB) rechtfertigen.... Hallo, wer möchte kann mit mir tauschen.

von
Peter T.

Ja, wie wahr.
War nicht auf dich bezogen, eher auf die Leute, welche hier denken, einen Pflegegrad (dazu noch einen hohen) bekommt man geschenkt.
Es müssen schon sehr schwere Einschränkungen da und (gerade bei der Telefonbegutachtung) dokumentiert sein, ehe man überhaupt einen bekommt.
Bei mir kennt auch außerhalb der engen Familie keiner meinen Pflegegrad, da es erstens keinen etwas angeht und ich auch auf die Blicke verzichten kann. Schlimm genug, wenn man einen hat.
Mit den Toilettenproblemen kenne ich auch, in vielerlei Variationen.

Du schreibst, deine Frau fährt dich immer. Bei uns ist das auch so, mache noch einen Minijob aber nur 2 Tage die Woche.
Kannst du selbst nicht mehr fahren? Das wäre auch ein Grund für die volle EM, wenn man den Arbeitsweg nicht mehr selbst bewältigen kann, aflls ich das noch richtig im Kopf habe.

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