Pflegeversicherungsbeiträge in das Rentenkonto

von
Lieselotte Kowalski

Guten Abend,
vor ca. 10 Jahren habe ich für meinen Vater ca. 2 Jahre Pflegegeld erhalten und somit wurden auch Beiträge auf mein Rentenkonto einbezahlt. Leider habe ich im Versichertenverlauf darüber keine Angaben.
Wo kann ich die Zeiten erhalten bzw. Nachfragen ?
Auf Anfrage teilte mir die Pflegeversicherung mit, dass sie mir keine Angaben mehr darüber machen können.
Leider liegen mir darüber auch keine Unterlagen mehr vor.
Vielen Dank für Ihre Antwort -
schönen Abend
Lieselotte K.

von
Wolfgang

Hallo Lieselotte K.,

> Auf Anfrage teilte mir die Pflegeversicherung mit (...)

die Pflegeleistungen (Geld) als solche und die Pflegetätigkeit als rentenrechtliche Zeit sind leider 2 verschiedene paar Schuh.

Die Pflegetätigkeit musste/ist bei der Pflegekasse zu beantragen, erst dann wird der Pflegeumfang und die pflegende Person festgestellt und der Rentenversicherung entsprechende Pflichtbeiträge wegen Pflegetätigkeit gemeldet.

In der Anfangszeit der Pflegeversicherung (1995) gab es da leider ein paar Probleme, was die Meldungen zur Rentenversicherung betraf ...wenn die Pflegekasse das heute nicht mehr feststellen kann, sind Sie um diese 2 Rentenjahre 'betrogen' worden - letztendlich auch, weil Sie sich nicht zeitnah um Belege gekümmert haben.

Teilen Sie das der Rentenversicherung bei der nächsten Kontenklärung mit, die wird sich im Wege des 'Amtsermittlungsgrundsatzes' darum kümmern müssen - nur, wenn keine Daten mehr vorhanden sind ...

Gruß
w.

Experten-Antwort

Bitte wenden Sie sich an Ihren zuständigen Rentenversicherungsträger und weisen auf die fehlenden Pflegezeiten hin. Der Sachbearbeiter wird mit der Pflegekasse abklären, ob Beiträge gezahlt worden sind oder nicht.
Die Zahlung von Pflegegeld allein ist kein Nachweis für Pflegezeiten. Es muss immer ein Antrag auf Zahlung von Pflichtbeiträgen bei der Pflegekasse gestellt werden. Eine rückwirkende Anerkennung ist (falls die Beantragung damals unterblieben ist) leider nicht möglich.

von
Morgen

Hallo Liselotte,

ich glaube sie verwechseln da etwas.Die Tatsache das Pflegegeld gezahlt wurde,führt nicht zur Rentenversicherungspflicht.Unglücklicherweise denken das viele.

Sie hätten damals einen gesonderten Antrag stellen müssen.Sofern sie dies getan haben,muss der Antrag einer Stelle vorliegen.

Aus Ihren Schilderungen glaube ich nicht, das diesbezüglich damals etwas beantragt wurde.

Wenden sie sich mal an Ihre zuständige Rentenversicherung, die können dann Ihre Akte durchforsten,evtl findet sich etwas

von
Keith Moon

Ich möchte dem Experten ungern widersprechen, aber ich habe die Befürchtung, daß bei der Beantwortung vom Sachverhalt der sog. Berücksichtigungszeiten wg. Pflege ausgegangen wurde, für die in der Tat eine Antragstellung notwendig war, damit die Beitragszahlung als Pflichtbeiträge bertücksichtigt werden.

Bei Frau Kowalski ("vor 10 Jahren") kann m. E. ein Fall der seit 01.04.1995 bestehenden Versicherungspflicht für nicht erwerbstätige Pflegepersonen vorliegen. Für diese Pflichtversicherung ist meines Wissens nach keine ausdrückliche Antragstellung erforderlich. Allerdings versendet die Pflegekasse einen Fragebogen an die Pflegeperson, in dem u. a. nach der Versicherungsnummer und insbesondere nach einem zeitgleichen Arbeitsverhältnis gefragt wird. Sofern ein solches zeitgleiches Beschäftigungsverhältnis in einem Umfang von über 30 Stunden wöchentlich ausgeübt wird, kommt es zu keiner Versicherungspflicht.

Leider kommt es immer wieder vor, daß die Betroffenen diesen Fragebogen der Pflegekasse nicht ausfüllen und zurücksenden. Wenn der Vorgang dann erst zehn Jahre später zur Sprache kommt, wird die Pflegekasse unter Hinweis auf die bereits eingetretene Verjährung die Zahlung der Pflichtbeiträge verweigern.

Experten-Antwort

Es ist kein gesonderter Antrag bei der Rentenversicherung notwendig, da die Versicherungspflicht kraft Gesetzes eintritt wenn alle Voraussetzungen vorliegen, aber bei der Krankenkasse muß ein Antrag auf Leistungen gestellt werden und die Krankenkasse muss dies gegenüber der Rentenversicherung (ggf, auch rückwirkend) bestätigen.
Kann die Krankenkasse dies wegen fehlender Unterlagen nicht, tritt auch keine Versicherungspflicht ein. Im Antrag auf Leistungen ist auch eine Frage enthalten, ob die Beitragszahlung zur Rentenversicherung beantragt wird.
Die Krankenkassen sind verpflichtet, die Pflegepersonen über mögliche Versicherungspflicht aufzuklären. In der Regel wird ein entsprechendes Infoschreiben mit einem Fragebogen übersandt. Letztendlich gibt es ja auch Ausschlußgründe für eine Versicherungspflicht (z.B. Vollrentenbezug, erwerbsmäßige Pflege etc.).